AMPHI FESTIVAL Köln Tanzbrunnen 21.07.2019

Verrückt, wie schnell die Zeit vergeht. Es war schon Sonntag und der letzte Tag in Köln begann. Wieder hieß es früh aufstehen, denn das Programm auf der Main Stage begann um 11.00 Uhr mit Hell Boulevard.

Hell Boulevard

Hell Boulevard hatten eine lange Anreise hinter sich. Am Vorabend spielten sie im etwa 700 km entfernten Görlitz als Support von Mono Inc.. Aber sie waren pünktlich in Köln und voll motiviert – ihr Soundcheck am frühen Morgen hatte schon fast die Energie eines Konzertes. Sie begannen ihren Auftritt mit ‚As Above So Below‘ von ihrem aktuellen Album ‚In Black We Trust‘.

Danach folgte ‚Satan In Wonderland‘ – zu diesem Song gibt es auch einen tollen Videoclip. Generell sind die Videos der Band sehr sehenswert – klickt doch einfach mal bei YouTube rein. Den nächsten Song widmete die Band ihrem Gitarristen Von Marengo, der derzeit auf mehreren Hochzeiten tanzt und auch Bandmitglied bei Florian Grey und Faderhead ist. Deshalb nennen sie ihn liebevoll ‚Bitch Next Door‘. Hell Boulevard hatten auch eine ganz besondere Coverversion mit dabei. Britney Spears‘ ‚Hit Me Baby One More Time‘ kam beim Gothic Publikum richtig gut an. Tolle Stimmung herrschte dann bei ‚Zero Fucks Given‘. Besonders bei ‚Dead Valentine’ merkte man, wie gut der Sound an der Main Stage war. Da es heute ziemlich trüb war, konnte man schon kurz vor Mittag auch perfekt die Bühnenlichter sehen. Sänger Mattǝo bedankte sich dann bei der Crew und vor allem bei den Fans für das zeitige erscheinen. Außerdem verabredete er sich für später mit den Fans zur Autogrammstunde. Seine Ansagen kamen ziemlich gut an, da er beim Sprechen English und Deutsch mixt. Mit ‚In Black We Trust‘, dem Titelsong vom aktuellen Album endete ein toller Festivalauftritt. Wer mehr von Hell Boulevard sehen möchte, sollte im September die ‚Dead Serious Tour‘ nicht verpassen.

Setlist Hell Boulevard
01. As Above So Below
02. Satan In Wonderland
03. Bitch Next Door
04. Love Is Dead
05. Hit Me Baby One More Time
06. Zero Fucks Given
07. Dead Valentine
08. In Black We Trust

Ost+Front

Vor dem Auftritt der nächsten Band bemerkte Moderator Dr. Mark Benecke einen mit Blut verschmierten Scheinwerfer auf der Bühne und ahnte nichts Gutes. Außerdem erklärte er den Festivalbesuchern nochmal ausführlich, wie man die nächste Band richtig ausspricht: „Nicht Ost und Front, nicht Ost plus Front, einfach Ostfront“.
Und nun konnte es weitergehen mit Gitarrenmusik. Die Bühne war wie gewohnt bei Ost+Front Konzerten ziemlich interessant dekoriert und die Jungs trugen wie immer total coole Klamotten.
Es war nun bereits sehr voll vor der Bühne und das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite – Sonnenschein, aber nicht zu warm.
Das Publikum hatte jede Menge Spaß beim Auftritt der NDH Band aus Berlin – springen, tanzen, klatschen und mitsingen vom ersten bis zum letzten Song war angesagt.
Und zum Schluss war sogar noch etwas Abwechslung im Spiel. Bei ‚Bitte Schlag Mich‘ durften die Fans mit vielen schwarzen Luftballons spielen, die in die Menge geworfen wurden. Währenddessen liefen die Jungs aus der Band mit einer Gummipuppe auf der Bühne herum. Wer Ost+Front bald wieder live sehen möchte, hat zum Beispiel bei Summer Breeze Festival die Chance dazu – außerdem wird es auch einige Clubkonzerte in Deutschland geben, sowie ein paar Auftritte im Ausland, z.B. in den Niederlanden und auf Mallorca.

Setlist Ost+Front
01. Adrenalin
02. Fiesta De Sexo
03. 10 Jahre Ost+Front
04. Denkelied
05. Freundschaft
06. Bruderherz
07. Ich liebe es
08. Mensch
09. Heavy Metal
10. Bitte schlag mich

Holygram

Als nächstes stand für uns der Auftritt von Holygram auf dem Plan. Das bedeutete ab in die Dunkelheit der Theater Stage. Auch während des Konzertes wurde es nicht viel heller und man sah nicht immer wirklich viel von der Band. Aber der Nebel und diese Lichtfarben sind typisch für die Musik von Holygram. Der Sound in der Halle war wieder perfekt und die Songs kamen bei den Fans sehr gut an. Die kuriosen Klamotten und Outfits der Jungs aus Köln waren dem Style der Musik perfekt angepasst. Ihr Wave/Post-Punk Sound nahm die Zuschauer mit auf eine Reise in die 80er Jahre. Schnelle Songs dominierten das Konzert und sorgten für tanzende Fans. Es gab nur wenig Zeit zum Ausruhen, wie etwa bei ‚Hideaway‘. Die Band bedankte sich für den tollen Applaus in der komplett vollen Halle. „Den nächsten Song kennen vielleicht ein paar“ sagte Sänger Patrick dann. Ich glaube, ja – der Song ‚Still There‘ ist inzwischen ziemlich bekannt geworden. Und es wurde wieder getanzt – und mehr als die Hälfte der Fans machte mit. „Wir haben noch zwei Songs“ sagte Patrick dann. Tja, so schnell kann es gehen – aber es ist ja immer so, wenn es schön ist. ‚She’s Like The Sun‘ vom Album ‚Modern Cults‘ folgte. Danach bedankte sich die Band mit den Worten „Vielen Dank Köln, vielen Dank Amphi“ bei den Fans und beendete einen tollen Auftritt mit dem Song ‚Distant Lights‘ aus dem Jahr 2016. Im Novemer 2019 sind Holygram wieder live unterwegs. Ich hoffe, ihr haltet es so lange aus.

Setlist Holygram
01. Into The Viod (Intro)
02. Modern Cults
03. A Faction
04. Signals
05. Dead Channel Skies
06. Hideaway
07. Daria
08. Still There
09. She’s Like The Sun
10. Distant Light

Schattenmann

Die nächste Band auf der Theater Stage waren Schattenmann aus Nürnberg. Sie hatten natürlich ihr neues Album ‚Epidemie‘ mit dabei und bedankten sich gleich mal für den stürmischen Empfang. „Es ist unser erstes Mal hier“ sagte Sänger Frank und kurz darauf ging gleich die Post ab. Schattenmann begannen das Konzert mit den beiden ersten Songs vom aktuellen Album. Das Publikum war gleich voll mit dabei und kannte sogar zum Teil den Text. Nachdem Jubel wurde es aber plötzlich immer ganz still in der Halle. Bei ‚Ruf der Engel‘ wurde dann wieder laut mitgesungen. Die sympathische Band brannte hier in Köln ein wahres Feuerwerk an Dark Rock und NDH2.0 ab. Tolle Songs, tolle Melodien und Texte zum Mitsingen – das passt perfekt für Livekonzerte. Und wieder wechselte lautstarker Jubel mit totaler Stille. „Macht mal ein bisschen Lärm für uns von links nach rechts“ sagte Frank und ergänzte dann „Man seid ihr still, das habe ich noch nie erlebt – man kann eine Stecknadeln fallen hören“. Frank lud dann die Fans zur Tour im November ein – Tourstart ist in Wuppertal am 02.11.2019. PIX 666 wird selbstverständlich von der Tour berichten. Dann gab es mit dem Song ‚Schwarz = Religion‘ eine Liebeserklärung von der Band an die ‚Szene‘. „Einer geht noch, der Song, mit dem alles anfing“, sagte Frank. Es folgte ‚Licht an‘ und es gab nun ein tolles ‚Licht an – Licht aus‘ Spiel auf der Bühne – Respekt an den Mann an den Reglern für das Licht. „Wir liegen gut in der Zeit und könnten noch einen machen, wenn ihr wollt“. Dann war richtig Stimmung und der Band schallte ein lautstarkes ‚Hey Hey Hey‘ aus dem Publikum entgegen. Der stimmungsvolle Auftritt endete mit Gymnastik. Alle sollten in die Hocke gehen – dann gab es einen Countdown und alle sprangen hoch – wow cool.
Wenn sich das rumspricht, wird die Tour bestimmt ausverkauft sein – also beeilt euch und kauft ein Ticket, oder zwei.

Setlist Schattenmann
01. Schattenland
02. Brennendes Eis
03. F.U.C.K.Y.O.U.
04. Ruf der Engel
05. Epidemie
06. Generation SEX
07. Wahrheit oder Pflicht
08. Schwarz = Religion
09. AMOK
10. Licht An
11. Kopf durch die Wand

Coma Alliance

Coma Alliance war zunächst die Headline des damaligen Tourprogramms von Diary of Dreams und Diorama. Während dieser Tour kam die Idee für das gemeinsame Projekt Coma Alliance. Das diese Entscheidung komplett richtig war zeigte der Erfolg der Tour im Januar und Februar durch Deutschland und Russland. Auch das Konzert der Band beim Amphi Festival 2019 wird für die Musiker und auch für die Fans lange in Erinnerung bleiben. Es war ein absolut emotionaler und stimmungsvoller Auftritt. Die Halle war komplett voll und das Publikum mehr als euphorisch.

Coma Alliance spielten acht Songs ihres 2018 erschienen Albums ‚Wheapon Of Choice‘. Es wurden aber mit ‚HLA‘ und ‚Butterfly: Dance!‘ auch jeweils ein Song von Torbens Band Diorama und Adrians Diary of Dreams gespielt. Das Publikum war wirklich kaum noch zu halten.

Beim vorletzten Song, ‚Coma Supreme‘ öffnete Adrian Hates dann den Zopf und schüttelte seine Mähne. Dieser Titel war dann wohl auch einer der absoluten Höhepunkte des Auftritts. Die Fans waren fast in Ekstase und ließen sich von der Bühnenpräsenz und Ausstrahlung der Musiker anstecken.

Viele hatten nach Stunden im Theater mit Sicherheit vergessen, dass es draußen noch hell war.
Wer mehr von Coma Alliance sehen möchte, muss sich noch bis Oktober gedulden – dann treten sie in Leipzig und beim Autumn Moon Festival in Hameln auf.

Setlist Coma Alliance
01. Ununsual
02. Royd
03. Starfruit
04. Trembler
05. HLA
06. Miracle
07. Sepia
08. Butterfly: Dance!
09. Coma Supreme
10. CA2

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