END OF GREEN Plage Noire 04.05.2019

Die Band End Of Green wurde 1992 gegründet und 1996 veröffentlichten sie ihr Debütalbum ‚Infinity‘ bei Nuclear Blast. Mit dem Album ‚Dead End Dreaming‘ gelang der Band erstmals der Einstieg in die Charts. Im Jahre 2006 spielten sie beim Wave-Gotik-Treffen und auch beim Wacken Open Air.

Ihr Album ‚High Hopes in Low Places‘ erschien 2010 und stieg bis auf Platz 17 in die deutschen Charts ein. 2013 erschien über Napalm Records das achte Studioalbum mit dem Titel The Painstream und im August 2017 erschien das aktuelle Album ‚Void Estate‘, mit dem END OF GREEN auf einer erfolgreichen Tour waren.

Ihre Musik liegt irgendwo zwischen Metal, Gothic und Darkrock. Viele ihrer Songs sind an Melancholie und Dramatik kaum zu überbieten. Und 2019 kehrten sie nun endlich auf die Bühne zurück. Unmittelbar vor dem Plage Noire Festival hatten sie Auftritte in Köln und Hameln. Für mich sind End Of Green eine der besten Livebands Deutschlands.

End Of Green waren schon während des Soundchecks zu Scherzen aufgelegt, als sie fertig waren, ihre Instrumente einzustimmen, sagte Sänger Michelle Darkness „Tschüß, das war’s.“ Pünktlich um 7:15pm kamen sie zurück auf die Bühne und begannen ihren Festivalauftritt mit ‚Let Sleeping Gods Lie‘ vom 2008er Album. Nach dem Song ‚Hurter‘ fragte Michelle das Publikum mit gewohnt tiefer Stimme „gefällt es euch ein Bisschen“? Mit ‚Saviour‘ folgte ein langsamerer Song, aber dann bei ‚Green Machine‘ ging zum ersten Mal so richtig die Post ab im Publikum.

Nach ‚Demons‘ richtete Michelle erneut eine Frage an das Publikum „Habt ihr noch Spaß“? – und als auf die Frage stürmischer Jubel als Antwort kam, fügte er hinzu „Gott sei Dank“!

Die größte Location des Plage Noire war beim Auftritt von End Of Green leider nicht ganz gefüllt – gleichzeitig spielte in der anderen Location Publikumsmagnet Diorama. Aber die Leute, die nicht bei End Of Green waren, verpassten eines der besten Konzerte des Festivals. Kettenraucher Michelle rauchte während des Auftritts gefühlt eine Zigarette pro Song – scheinbar die beste Medizin für seine tolle Stimme.

Die perfekte Mischung aus Rock und Melancholie kam beim Publikum sehr gut an – Songs zum Headbangen wechselten sich mit welchen zum Träumen und Nachdenken ab. Michelle, der beim Plage Noire eine Kapuze über seiner Mütze trug, hatte dann einige Probleme mit seiner Gitarre. Nach kurzer Unterbrechung ging es mit ‚Goodnight Insomnia‘ weiter – danach folgte großer Jubel und Michelle bedankte sich dafür. Nachdem nochmals Probleme mit der Gitarre auftraten, sagte Michelle dann „ach lass Mal, bin eh kein guter Gitarrist und spiele einfach nicht mehr“ Beim Song ‚Killhoney‘ gab es dann headbangende Musiker – auch im Publikum machten einige mit. Das war Dark Rock pur – fetter Sound aus drei Gitarren. Der Klang war total klar, man konnte jedes Instrument einzeln heraushören.

Als bei ‚Tie Me A Rope‘ kurzzeitig die Stimme versagte, sagte Michelle „Die Stimme geht in‘ Arsch, wir sind ja auch schon zwei Tage auf Tour gewesen“

Eines der Highlights im Set war das Type O Negative Cover ‚Black No 1‘ – das war wirklich beeindruckend und versprühte nahezu die gleiche Emotionalität wie das Original. Zum Abschluss folgten noch zwei Songs vom aktuellen Album. Michelle wünschte dann noch viel Spaß mit den anderen Bands und lud die Fans auf dem Festivalgelände ein, später noch etwas mit der Band zu quatschen, oder zu trinken. Das war ein genialer Auftritt – es bleibt zu hoffen, dass in diesem Jahr noch viele End Of Green Konzerte folgen werden.

Setlist End Of Green

01. Let Sleeping Gods Lie
02. Hurter
03. Saviour
04. Green Machine
05. Demons
06. Carpathian Gravedancer
07. Goodnight Insomnia
08. Killhoney
09. Tie Me A Rope
10. Death In Veins/ Hurt
11. Send In The Clowns
12. Black No. 1
13. Worn & Torn
14. Like A Stranger