HELSINKI DARK ELECTRO FESTIVAL Helsinki On The Rocks 26.10.2019 Tag 2

Ten after Dawn

Der zweite Festivaltag wurde von der einheimischen Band Ten After Dawn eröffnet. Als die Band zu spielen begann, war der Club halbvoll. Bis zum Ende des Auftrittes war es dann richtig gut gefüllt. Ein würdiger Rahmen für die Dark Electro Formation aus Helsinki. Ten After Dawn sorgten für gute Stimmung und begeisterten die Anwesenden mit ihrem tollen, eingängigen Electropop. Neben Sänger Teemu, der zu Beginn mit einer coolen Lederjacke auf der Bühne stand, gehören zu der finnischen Band noch ein Keyboarder und ein Bassist. Die ersten Songs waren gleich relativ flott, als der Sound dann immer flotter wurde, und die Melodien eingängiger, tanzten nun nicht nur die Fans in den ersten Reihen. Teemu zog dann auch bald seine Jacke aus und spielte im schwarzen Hemd weiter – das war besser so, denn es wurde immer wärmer im Club. Ten After Dawn spielten natürlich auch ihre neue Single ‚Club‘, die vor ein paar Wochen erschienen ist. Die Ansagen von Teemu waren gemischt, teils Finnisch, teils Englisch.

„Ein neuer Song, den ich unbedingt spielen muss“ – so sagte Teemu den Song ‚Shimmering Blue‘ an, den er erst vor etwa vier Wochen geschrieben hat. Dieser Song war sehr langsam und wunderschön und der Bassist hatte jetzt Pause. Man nennt so eine Art Song auch Klavierballade. Mit einem Lachen im Gesicht sagte Teemu dann: „Es ist schwer jetzt ‚Let’s Party‘ zu sagen nach diesem Song, wie auf einer Beerdigung“.

Wow und der nächste Song ‚Fears‘ war dann echt ein Party Kracher. Plötzlich tanzte mehr als die Hälfte der Leute im Club. Während dieses Songs stellte Teemu dann seine beiden Bandkollegen vor. Danach sagte er den leider schon letzten Song an. Tolle Lichter gab es dann zum Schluss bei ‚Circles‘ und alle klatschten mit. Super Stimmung bei der einzigen finnischen Band beim zweitägigen Festival in Helsinki. Das war richtig gut – hoffentlich kommen Ten After Dawn mal wieder nach Deutschland.

Setlist Ten After Dawn
01. Visions
02. Melody
03. Club
04. Gone
05. Scarlett
06. Between The Lines
07. Shimmering Blue
08. Fears
09. Circles

Solar Fake

Ein Konzert, ohne mir eine einzige Notiz zu machen, das gibt es ganz selten. Heute war aber einer dieser Tage, an denen ich Lust hatte, die Stimmung komplett aufzusaugen, ohne mich mit anderen Dingen abzulenken – nur Zeit für ein paar Fotos musste natürlich sein. So platzierte ich mich in der zweiten Reihe mitten im Publikum – so viel bin ich glaube noch nie gesprungen, während ich die Kamera dabeihatte.

Solar Fake waren bereits vor fünf Jahren hier in Helsinki mit dabei und auch im Dezember 2018 hatten sie einen unvergesslichen Auftritt im On The Rocks. In diesem Jahr waren sie allerdings zum ersten Mal zu dritt in Helsinki – Drummer Jens hatte die Möglichkeit bekommen, das Schlagzeug von Suicide Commando zu benutzen. Auch Keyboarder Andrè konnte sein Instrument zu Hause lassen – er spielte auf dem Keyboard von Ten After Dawn. Die Stimmung beim Auftritt von Solar Fake war unglaublich – und zwar vom Anfang bis zum Ende. Und das Konzert hatte wieder einige dieser Besonderheiten, die es immer mal wieder gibt, wenn die Berliner auf einer Bühne stehen. Text vergessen, Einsatz am Micro zu spät und dieses Mal musste Sven sogar Schuhe schnüren während des Konzertes.

Andrè ging mit dem Leihkeyboard zwar ziemlich sorgsam um, trotzdem ging es zum Schluss mit ihm zusammen in die Knie und Andrè spielte einfach weiter – das sah ziemlich lustig aus.

Solar Fake spielten viele der Songs, die in letzter Zeit oft zur Setlist gehörten. Natürlich war die Spielzeit bei diesem Festival nicht so lange, wie auf der eigenen Tour, also mussten natürlich auch etwa acht Songs weichen. Trotzdem wählten Solar Fake einen guten Mix aus alten Songs, wie ‚Here I Stand‘ und den Songs vom aktuellen Album ‚You win, who cares?‘ aus.

Die meiste Stimmung war bei ‚Not What I Wanted‘, ‚More Than This‘, ‚Parasites‘ und ‚Observer‘ – das Publikum war bei diesen Songs nicht mehr zu halten. Die Zeit verging aber leider wie im Flug und viele mögen gedacht haben – Nein, bitte noch nicht aufhören. Solar Fake sind eine Band, von der man – vor allem live – nicht genug bekommen kann.

Weihnachten 2019 treten Solar Fake beim Dark Storm Festival in Deutschland auf – ein paar Tage vorher sind sie in der Ukraine zu sehen – die letzten beiden Chancen auf ein Konzert von Solar Fake in diesem Jahr.

Nächstes Jahr geht es dann auf weitere 5 Stationen der ‚You win, who cares?‘ Tour. Außerdem werden einige interessante Festivalauftritte auf dem Programm stehen.

Setlist Solar Fake
01. Sick Of You
02. Under Control
03. Here I Stand
04. Reset To Default
05. All The Things You Say
06. I Don’t Want You In Here
07. A Bullet Left For You
08. The Pain That Kills You Too
09. Invisible
10. Not What I Wanted
11. More Than This
12. Parasites
13. If This Is Hope
14. Papillon
15. Where Are You
16. Observer

Suicide Commando

Über 30 Jahre ist Johan Van Roy mit seiner Band Suicide Commando bereits unterwegs. Suicide Commando zählt über die Jahrzehnte hinweg zu einem der erfolgreichsten und beliebtesten Electro- und Aggrotech Acts überhaupt.

Der Headliner des Festivals hatte das Publikum komplett im Griff, immer wieder war Johan ganz nah bei den Fans, hielt teilweise die Hände der Leute in der ersten Reihe. Das klappte mühelos, da es keine Barriere zwischen Publikum und der kleinen Bühne im On The Rocks gab. Man fühlte sich fast wie in einer Disco, in der alle komplett durchdrehten. Der Sänger mit der roten Krawatte war ständig auf der Bühne unterwegs und das Publikum tanzte ununterbrochen. Die Musik war richtig laut, der Sound top. Bei ‚We Are Transitory‘ dröhnte der Bass bis auf die Empore und die Stimmung war echt am Kochen.

Viele hatten sich zwar Solar Fake als Headliner gewünscht, aber die Stimmung war bei beiden Bands auf einem absolut gleich hohem Level. Als Johan sagte: „das ist das letzte Lied“ erklangen die ersten Töne von ‚Hellraiser‘. Und weiter ging die Party – der ganze Club bebte – Klatschten mischte sich unter die Musik. Kurz vor Mitternacht ging ein toller zweiter Festivaltag zu Ende, das dachten zumindest einige als Johan sich mit den Worten „Danke Helsinki, wir sind Suicide Commando. Danke und gute Nacht“ von den Fans verabschiedete. Doch es sollte noch weiter gehen. Obwohl die ‚Zugabe‘ Rufe richtig laut waren, sagte Johan: „ich kann euch nicht hören! Wollt ihr mehr?“ Und weiter ging die Party mit ‚Evacuate‘ und nun wurde die 00.00 Uhr Marke überschritten. Mit ‚Die Motherfucker, Die‘ folgte nun der tatsächlich letzte Livesong heute Nacht. Band und Fans waren glücklich über ein nahezu ausverkauftes Festival. „Danke Helsinki, wir sehen uns wieder – irgendwann, irgendwo“.

Setlist Suicide Commando
01. The Gates Of Oblivion
02. Too Far Gone
03. Death Lies Waiting
04. God Is In The Rain
05. The Pain That You Like
06. Schizotopia
07. Cause Of Death:Suicide
08. The Devil
09. Unterwelt
10.Raise Your God (Remix)
11. Love Breeds Suicide (Remix)
12. We Are Transitory
13. Hellraiser (Remix)
14. Evacuate
15. Die Motherfucker Die

Wir sehen uns wieder, Helsinki – das sagen auch wir. Danke für ein tolles Festival, tolle Bands, nette Leute, neue Bekanntschaften. Danke Anna Salo und Dark Helsinki für die Einladung, die tolle Organisation und alles Gute für die nächsten 5 Jahre – wir kommen gerne wieder.

KIITOS!!!

Gallery Ten After Dawn

Gallery Solar Fake

Gallery Suicide Commando