AREA 53 FESTIVAL 2025 – TAG 3 – LEOBEN 12.07.2025

von Marko Jakob und Lucifera Noir – Lesedauer 10 Minuten
weitere Events in Wien



MORITURI

Der Samstag des Area 53 Festivals 2025 begann mit einem Knall – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Morituri betraten die Bühne und machten von der ersten Sekunde an klar: Wer zu spät kommt, verpasst das Trash-Metal Inferno. Als Opener eines Festivals am dritten Tag hat man es nicht leicht, doch Morituri meisterten ihren Auftritt mit Bravour. Trotz der frühen Uhrzeit hatten sich schon beachtlich viele Metalheads vor der Bühne versammelt – und sie wurden belohnt. Morituri lieferten bei ihrer Premiere auf so einer großen Bühne eine super Show ab. „Wir sind zum ersten Mal auf so einer großen Bühne – taugt‘s euch bis jetzt?“ hiess die Frage Richtung der Headbanger. Auffällig für uns war, dass die Jungs ein Bierfass mit auf der Bühne hatten, dies diente allerdings nur zum Abstützen der Füße des Sängers – Freibier an die Fans wurde leider nicht verteilt 😊. Einige Wochen vor dem Area 53 Festival hat die Band das Album ‘For Those About To Die’ veröffentlicht, welche ihre bisherigen Singles, sowie jede Menge neue Songs enthält. Morituri hatten sogar ein paar Pyro-Effekte dabei und hinterließen insgesamt einen bleibenden Eindruck. Das Ende ihrer Show war dann von Starkregen geprägt – die Härtesten blieben bis zum Schluss.

Setlist: 01 Moriemus 02 Death-The final Chapter 03 Dawn of Death 04 Forging the Devil‘s Sword 05 Scotty 06 Savage Sadist 07 Bloody Flag

https://www.facebook.com/morituri



VANDANS

Gleich danach sorgten Vandans für einen atmosphärisch intensiven Moment. Die Mischung aus Post-Hardcore und einer Brise Pop-Punk, untermalt von lila-blauen Lichteffekten, sowie gezielt eingesetzten Pyro-Effekten sorgten für ein visuelles und akustisches Inferno. Schon der Opener ‚Still Sinking‘ zeigte, wohin die Reise geht. Vandans waren kompromisslos und technisch auf den Punkt. Das Wechselspiel der beiden Stimmen war hervorragend, sowohl das Shouten, als auch der Cleangesang konnten voll überzeugen. Das neue Album ‚Everything That Won’t Remain‘ ist ein ganz klarer Kauftipp. Gemixt und gemastered hat diese Scheibe übrigens kein Geringerer als Christoph von Annisokay. Im Publikum ging es inzwischen auch richtig zur Sache, die Leute hatten ihren Spaß.  Mit ‚Archetype‘ beendeten Vandans ihr Set und hinterließen ein beeindrucktes Publikum. Vandans lieferten eine durch und durch stimmige Show – musikalisch präzise, visuell eindrucksvoll. Die Open Air Show hat gezeigt, dass Vandans auch auf großen Bühnen überzeugen können und, dass die Band nach wie vor zu den ernstzunehmendsten Größen der heimischen Szene gehören.

Setlist: 01 Still Sinking 02 Cut Deep 03 Final Goodbye 04 Rebuild 05 Dine with the Reaper 06 Archetype

https://www.facebook.com/vandans.band



ERZSÉBET

Was Erzsébet aus Spanien am Samstag auf die Bühne des Area 53 Festivals brachten, war mehr als nur ein Konzert – es war ein makabrer Theaterakt, ein okkultes Ritual, ein düsterer Trip durch Schmerz, Wahnsinn und Eleganz. Mit kunstvoll inszenierter Theatralik, blutgetränkten Requisiten und einem Käfig auf der Bühne zog Erzsébet das Publikum magisch an und führte die begeisterte Menge in eine Welt irgendwo zwischen Horrorfilm und Konzerterlebnis. Ob sich dabei der eine oder andere Zuschauer ein wenig gegruselt hat? Wahrscheinlich. 😊 Die ersten Reihen blieben von dem Blut nicht verschont, es spritzte teilweise bis über die erste Reihe hinaus. Doch genau das machte den Reiz aus. Erzsébet schafften es, Faszination und Begeisterung in einer Show zu vereinen, die wohl keiner so schnell vergessen wird. Das morbide Konzept mit einer Mischung aus Black Metal, Doom und symphonischen Elementen schlug ein wie eine Bombe. Besonders ‚Darvulia’s Eye‘ und ‚Domina Vestra‘ sorgten für Gänsehaut – nicht nur wegen der Musik, sondern auch wegen der intensiven visuellen Begleitung. Nach einigen Singles und einer EP hat die 2020 in Barcelona gegründete Band im vergangenen Jahr ihr Debutalbum ‚Six Hundred And Fitfy‘ veröffentlicht. Erzsébet lieferten eine kompromisslos inszenierte, blutrote Show ab, die das Publikum zwischen Staunen und Schaudern zurückließ. Nach der Show wurde die Autogrammstunde der Band von den begeisterten Fans förmlich gestürmt – auch am Merch blieb nicht mehr viel übrig.

Setlist: 01 Redemption Of Evil (Intro) 02 The Chest With The Thousand Spikes 03 The Cage, The Torch And Corpses 04 Wraiths Behind The Mirror 05 Lunar Liturgy 06 Darvulia’s Eye 07 Wherefore 08 Spectral Cortège 09 Domina Vestra 10 The Blasphemous Lady

https://www.facebook.com/erzsebetofficial



MASTIC SCUM

Die Geschichte von Mastic Scum reicht inzwischen über drei Jahrzehnte zurück. Während dieser Zeit sind sechs Alben, sowie einige EPs erschienen. Vor 15 Jahren gab es sogar eine Nominierung für den Amadeus Award in der Kategorie Hard & Heavy. Mit einer kompakten, intensiven Show über 40 Minuten sorgte Mastic Scum am Samstag für rohen, ungeschliffenen Death Metal auf der Bühne des Area 53 Festivals. Ohne große Schnörkel, aber mit voller Power und viel Spielfreude ließen sie den Fans keine Zeit zum Verschnaufen. Mit ‚Slavebreed‘ vom aktuellen Album ‚ICON‘ ging es gleich mit einem richtigen Kracher los. Die Band präsentierte eine druckvolle Performance, die vor allem durch die rohe Energie und den dröhnenden Sound beeindruckte. Das Publikum honorierte das kompromisslose Set mit lautstarkem Applaus und begeistertem Headbangen. Die Band bedankte sich dann auch bei den zahlreichen Fans – „wir sind jetzt 30 Jahre im Geschäft und das alles ist nur möglich durch euch – die treuen Fans“. Mastic Scum sind eine Band, die den klassischen Death-Metal-Spirit auf die Bühne bringt – direkt, intensiv und sie spielten definitiv mit die schnellsten Songs des gesamten Wochenendes.

 Setlist: 01 Intro 02 Slavebreed 03 Construcdead 04 Digital Dementia 05 Doomsayer 06 Controlled Collapse 07 Cause & Effect 08 Create and Destroy 09 My Minds Mine

https://www.facebook.com/masticscum



STEVE’N’SEAGULLS

Mit einem Mix aus Humor und musikalischer Virtuosität brachten Steve’n’Seagulls aus Finnland am Samstagnachmittag eine erfrischende Portion Spaß auf die Bühne des Area 53 Festivals. Ihre ungewöhnlichen, aber hochqualitativen Coverversionen bekannter Rock- und Metal-Hymnen begeisterten das Publikum vom ersten Ton an. Die 2012 gegründete Polka-Metal Band verschaffte sich vor mehr als zehn Jahren große Bekanntheit auf YouTube, nachdem sie dort ihre Coverversionen von unter anderem Metallica oder AC/DC hochgeladen haben. Ihr ‚Thunderstruck‘ Video hat dort inzwischen sagenhafte 186 Millionen Views. Steve’n’Seagulls bewiesen eindrucksvoll, dass man mit Witz und Spielfreude sowie hervorragender musikalischer Umsetzung eine unvergessliche Show hinlegen kann, und dass man mit Country- bzw. Polka-Versionen auch Metalheads begeistern kann. Mit ein paar guten Gösser intus geht das dann sogar noch viel einfacher. Ausgelassene Stimmung herrschte auch beim Nightwish Cover ‚Over the Hills and Far Away‘. Besonders amüsant fanden wir auch die Kleidung der Musiker, der Oberknaller war natürlich die Fuchsmütze.

https://www.facebook.com/Stevenseagulls



UNLEASH THE ARCHERS

Unleash The Archers setzten am Samstagabend beim Area 53 Festival ein echtes Metal-Feuerwerk frei. Mit ihrer kraftvollen Mischung aus melodischem Power Metal, bombastischen Hooks und energiegeladener Bühnenperformance brachten sie die Menge zum Toben. Die charismatische Frontfrau Brittney dominierte die Bühne mit einer Stimme, die sowohl sanfte Melodien als auch kraftvolle Screams mühelos meisterte. Die Band präsentierte einen Querschnitt aus ihren bekanntesten Songs.  Dann fragte Brittney: „Wer hat unser neues Album? – dann könnt ihr jetzt mitsingen“. ‚Ghosts in the Mist‘ ist wohl einer der eingängigsten und schönsten Songs auf dem neuen Album ‚Phantoma‘, welches im vergangenen Jahr in die Top20 der österreichischen Charts stürmte. Die Band stellte ihr neues Album im Februar bereits in Wien vor – einige der Area 53 Besucher hatten also bereits das Vergnügen, die kanadische Band live zu erleben. Besonders die Kombination aus virtuosem Gitarrenspiel und treibendem Schlagzeug sorgte für ein mitreißendes Sounderlebnis, das im Publikum für zahlreiche Moshpits und Headbanging-Momente sorgte. Aber nicht nur im Publikum wurden die Köpfe gekreist – auch die Musiker sparten nicht mit Headbanger Einlagen. Unleash The Archers bewiesen, warum sie international zu den Vorreitern des modernen Power Metals gehören. Ihre Show, die mit der inoffiziellen kanadischen Nationalhymne endete, war ein voller Erfolg und eines der Highlights des Festivalsamstags.

Setlist: 01 Abyss 02 Soulbound 03 Ghosts in the Mist 04 Awakening 05 The Matriarch 06 Tonight We Ride 07 Test Your Metal 08 Ghosts in the Mist 09 Green & Glass 10 Gods in Decay 11 Blood Empress 12 Northwest Passage (Cover)

https://www.facebook.com/UnleashTheArchers



KANONENFIEBER

Kanonenfieber lieferten am Samstagabend eine energiegeladene Show, die vor allem durch eine beeindruckende Pyroshow bestach. Flammen und Funken begleiteten die kraftvollen Klänge der Band und sorgten für eine intensive Atmosphäre vor der Bühne. Das Projekt Kanonenfieber gibt es seit 2020 und es hat in der Musikwelt tatsächlich eingeschlagen, wie eine Kanonenkugel. Bereits das Debutalbum ‚Menschenmühle‘ erregte jede Menge Aufmerksamkeit und der Nachfolger im Jahr 2024 schaffte dann sensationell den Sprung auf Platz 3 der deutschen Albumcharts. Die Thematik der Songs rund um den ersten Weltkrieg waren dann auch bei der Bühnendeko präsent – Stacheldraht, Sandsäcke wie in einem Schützengraben sowie Kanonen säumten die große Bühne. Und immer wieder stieg Feuer auf. Bei einem Song schneite es dann sogar, alles war gut auf die Songs abgestimmt. Kanonenfieber bewiesen mit ihrem kraftvollen Set und der großartigen Pyroshow, warum sie auf Festivals für Begeisterung sorgen. Eine Show, die man so schnell nicht vergisst. Für einige war der Auftritt von Kanonenfieber das Highlight des letzten Tages. Wer mehr von Kanonenfieber sehen mag, muss sich für eine Österreich Show noch bis März 2026 gedulden, dann spielen die Musiker um Sänger und Bandgründer Noise im Orpheum Graz.

Setlist: 01 Menschenmühle 02 Sturmtrupp 03 Der Füsilier I 04 Der Maulwurf 05 Panzerhenker 06 Kampf und Sturm 07 Z-VOR 08 Die Havarie

https://www.facebook.com/Kanonenfieber