GRAUSAME TÖCHTER live im Viper Room Vienna 01.02.2026
von Marko Jakob Lesedauer 6 Minuten
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Mit ihrem achten Album ‚Get Your Overdose‘ im Gepäck kehrten Grausame Töchter in den Viper Room Vienna zurück. Der Schattenwelt Verein hat es wie schon Anfang 2024 geschafft, die Kultband aus Berlin in die österreichische Hauptstadt zu holen – und wieder hiess es ‚Volles Haus‘. Das aktuelle Album stand am 01. Februar 2026 im Mittelpunkt der Show. ‚Get Your Overdose‘ wird als provokant, ironisch und explosiv beschrieben und vereint Industrial und Dark Electro mit avantgardistischem Flair. Es enthält 22 Tracks, von denen es am Sonntagabend einige zu hören gab.
Ǝ.N.D
Der Local Support des Abends kam überraschend nicht aus Österreich: Den Auftakt machten Ǝ.N.D aus Ungarn. Pünktlich um 20:15 Uhr legte das EBM-Trio los – mit kühlen Synths, treibenden Beats und markanter Präsenz zog die Band das Publikum sofort auf ihre Seite. Die drei Musiker hatten keinerlei Mühe, die ersten Tanzbewegungen im Saal auszulösen. Ǝ.N.D hatten auch Unterstützung aus der Heimat mitgebracht, was zusätzlich zur guten Stimmung beim Support Act beitrug. Frontmann misantropX suchte immer wieder die Nähe zum Publikum. Er filmte die Fans nicht nur von der Bühne aus, sondern drehte kurzerhand selbst eine Runde durch die Menge mit einer Handvoll Bandaufklebern, die während eines Songs verteilt wurden. Eine simple, aber effektive Idee, die für zusätzliche Begeisterung sorgte. Das Bühnenbild wirkte minimalistisch und vertraut zugleich: ein großer Keyboard-Tisch, teils mit Tarnnetz versehen. Später bemerkte misantropX, dass inzwischen ja Februar sei und der ‚EBM Day‘ am 24.02. bereits in Sichtweite ist – passend dazu folgte eine besonders schnelle, kompromisslose Nummer, die den Dancefloor in Bewegung brachte. Nach rund 35 Minuten war der Auftritt von Ǝ.N.D dann vorbei – die Band hat ihren Job richtig gut erledigt und die Besucher im Viper Room Vienna auf den Headliner des Abends eingestimmt.
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GRAUSAME TÖCHTER
Grausame Töchter sind weit mehr als eine normale Band. Das Projekt von Aranea Peel vereint Musik, Theater, visuelle Kunst und Performance zu einem Gesamtkunstwerk. Schon vor dem ersten Ton lag Spannung in der Luft. Ein Countdown tickte in der Dunkelheit des Viper Room Vienna unaufhaltsam Richtung Null. Die besten Plätze waren längst besetzt, der Club bis fast zum Merch-Bereich gefüllt. Als schließlich die ersten Klänge durch den Raum schwebten, entlud sich die Erwartung in einer spürbaren Welle aus Energie. Aranea Peel betrat die Bühne in einer langen gelben Hose und einem durchsichtigen schwarzen Langarmtop – und zog sofort alle Blicke auf sich. Ihre Präsenz war wie magnetisch – die Blicke des Publikums folgten ihr auf Schritt und Tritt: Mimik und Gestik intensiv, der Ausdruck kompromisslos, die Stimme durchdringend. Mit jeder Zeile zog sie ihre Fans tiefer in die düstere, provokante Welt der Grausamen Töchter. Von Beginn an verschwammen die Grenzen zwischen Konzert und theaterähnlicher Bühnenshow. Die visuelle Ebene spielte eine zentrale Rolle: BDSM-inspirierte Kostüme, Fetisch-Ästhetik und punktuell eingesetzte Nacktheit waren Teil des künstlerischen Konzepts der Band. Freiheit, Sexualität, Macht und Selbstbestimmung zogen sich als roter Faden durch die gesamte Performance. Musikalisch spannte die Band einen weiten Bogen. 23 Songs umfasste das Set, mit einem deutlichen Fokus auf das aktuelle Album ‚Get Your Overdose‘, ergänzt durch zahlreiche ältere Fan-Favoriten. Der Sound überzeugte auf ganzer Linie – besonders bemerkenswert für einen so kleinen Club. Einer von unzähligen Höhepunkten am heutigen Abend war die sogenannte Annika-Trilogie: „Annika nimmt Drogen“, „Annika wird Filmstar“ und „Annika geht in den Knast“. Mit jedem Song veränderte sich die Szenerie, Accessoires und Performance-Elemente wurden gezielt eingesetzt und verstärkten die jeweilige Erzählung. Das Publikum folgte gebannt. Grausame Töchter und Wien – das passt wirklich richtig gut zusammen. Die Band freute sich auf jeden Fall, endlich wieder hier zu sein.
Inzwischen verwandelte sich der Raum in ein Meer aus Bewegung. Song um Song intensivierte sich die Verbindung zwischen Bühne und Publikum, jeder Moment fühlte sich wie ein sinnlicher Ausnahmezustand an. Gegen Mitte der Show folgte ein ganzes Paket an neuen Songs, jeweils detailverliebt in Szene gesetzt – die Atmosphäre blieb stabil elektrisierend. Als fixer Bestandteil der Grausame Töchter-Shows durfte auch diesmal der 80er-Jahre-Klassiker Goldener Reiter nicht fehlen – das Publikum hat textsicher mitgesungen und kollektiv gefeiert. Der letzte reguläre Song ließ keine Zweifel offen: ‚Ich darf das‘ forderte Band und Publikum noch einmal alles ab. Doch der Jubel verlangte nach mehr – und das Publikum bekam, was es wollte. Für alle, die an diesem Abend dabei waren, bleibt das Konzert der Grausamen Töchter im ausverkauften Viper Room Vienna ein unvergessliches Erlebnis. Und viele dürften bereits jetzt hoffen, dass Aranea Peel und ihr einzigartiges Projekt bald wieder vom Schattenwelt Verein in die österreichische Hauptstadt gelockt wird.
Setlist 01 BDSM for Satisfaction 02 Göttin & Miststück 03 Flip 04 Nothing More To Say 05 Arroganz Muss man sich leisten können 06 Annika nimmt Drogen 07 Annika wird Filmstar 08 Annika geht in den Knast 09 Banana Split 10 Shark 11 Ratten 12 Optikfick 13 Feuerhexe 14 Hund 15 Head up, do it! 16 Fickstück 17 Fette Katzen 18 Mein Messer 19 Passiert ist passiert 20 Zuckerwatte 21 Goldener Reiter 22 Ich darf das 23 Annika ist tot
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