QUICKIE DER WOCHE: Das Kurzinterview mit Christian Präauer (LOARVNMACHER)

Pix666: Hallo Chris, danke für deine Zeit für ein kleines Interview. Wie geht es dir?

Chris: Grüß dich, Marko. Sehr, sehr gerne. Mir geht es so weit sehr gut, danke der Nachfrage. Ich hoffe, dir auch. Nachdem 2025 von sehr vielen Umbrüchen geprägt war, starte ich mit meinem neuen Projekt motiviert ins neue Jahr.


Pix666: Mir geht es auch gut, danke. Im Mittelpunkt deines neuen Projektes Loarvnmacher steht ja eine Maske, die du der Öffentlichkeit bereits vor einigen Monaten im Internet präsentiert hast. Vielleicht solltest du den Lesern kurz erklären, was ein Loarvnmacher ist und macht und was die Maske darstellt und welche Bedeutung sie hat?

Chris: Die Idee zu dem Projekt Loarvnmacher gibt es eigentlich schon seit ca. Oktober 2019. Jedoch war es eher ein musikalisches Gedankenspiel, um mir mehr kreativen Freiraum zu verschaffen. Natürlich nicht unter diesem Namen, aber das Konzept begann sich zu formen. Nachdem ich im Jahr 2024 einen Schnitzkurs für Krampus Masken absolvierte, um etwas aus dem Alltag vor dem Bildschirm zu entfliehen, begann diese Idee wieder in meinem Kopf zu arbeiten. Die Überlegung war, wie ich mein Interesse zu alten Mythen, Sagen und Bräuchen sowie deren historischen Kontext unter einem neuen kreativen Dach vereinen kann. Ich widme mich unter anderem dem Schnitzen von Krampus- und Perchtenmasken, wollte mich aber darauf nicht beschränken und auch Musik als wesentlichen Bestandteil integrieren. Nach dem Ende der Band Krankheit Anfang 2025 wurde dem Projekt Loarvnmacher dann diese weitere Facette hinzugefügt. Gemeinsam mit Musiker und Produzent Timo Rotten (OCEANS, ex-VARG, Inhaber Rotten Audio) entstand die erste Single ‚Schnabelpercht‘.

Das Wort Loarvnmacher vereint mehrere sprachliche und historische Bedeutungen: Es leitet sich vom österreichischen Begriff Loarvn ab, der auf Larve beziehungsweise Maske zurückgeht und seine Wurzeln im lateinischen larva (Gespenst) hat. Ergänzt wird es durch das deutsche Wort Macher, in Anlehnung an den Mäusemacher – eine Tätigkeit, die zur Zeit der Hexenverfolgungen der Hexerei zugeschrieben wurde und als eines der typischen Verbrechen der Dämonologie galt, dass man als Hexen oder Zauberern beschuldigten Menschen anlastete. Die Maske selbst ist inspiriert von alten Perchten–Darstellungen, die nicht unbedingt mit Hörnern bestückt waren. Ich wollte der ‚Figur‘ Loarvnmacher ein Gesicht bzw. ein eigenes Erscheinungsbild verpassen. Und was eignet sich dafür besser als eine eigene Maske?



Pix666: Du hast also diese beeindruckende Maske selbst gemacht – wer hat dir dieses Handwerk beigebracht und wie lange dauert die Fertigstellung eines solchen prachtvollen Stückes?

Chris: Ja, habe ich. Es werden auch noch weitere Masken entstehen. Krampus Masken an sich haben mich schon als Kind fasziniert. Sie wurden gezeichnet und aus Karton gebastelt. Als ich etwas größer war, habe ich dann sogar meine eigene von einem Schnitzer aus meiner Gegend bekommen. Wie lange es dauert, kommt natürlich sehr auf die Übung an. Für die erste Maske im Kurs haben wir eine Woche gebraucht. Die Maske des Loarvnmachers war ein Prozess von drei Tagen.


Pix666: Vor etwa einem Monat ist deine erste Single ‚Schnabelpercht‘ samt Videoclip erschienen. Wie lange hat die Arbeit daran gedauert – von der ersten Idee, über die Umsetzung und kreative Phase bis hin zum fertigen Produkt – sowohl visuell, als auch musikalisch?

Chris: Der erste Entwurf des Songs war damals 2023 sogar als möglicher neuer Track für Krankheit gedacht, jedoch wusste ich da schon, dass der Song, so wie ich ihn mir vorgestellt habe, niemals mit der Band umgesetzt werden konnte. Der komplette Titel an sich existiert schon seit November 2024, jedoch hat die tatsächliche Produktion erst im Frühjahr 2025 begonnen. Dann wurde eigentlich das ganze Jahr über daran gearbeitet. Für das Video habe ich mir meinen Kollegen Johannes Hagn (Vagant Werbefilm) mit an Bord geholt. Er war der Kameramann bei den Krankheit-Videos von ‚Mammon‘, ‚Zerberus‘ und ‚Kommunikation‘. Auch visuell habe ich wieder mit meinem Freund und Fotografen des Vertrauens, Andreas Boldt, zusammengearbeitet.


Pix666: Worum genau geht es in dem Song? Ach ja, vielleicht hast du ja gleich den Link zum Streamen oder Video anschauen für uns 😊

Chris: Der Song handelt von den Schnabelperchten. Mit einem schaurig gurgelnden „Ga! Ga! Ga!“ ziehen sie in den Raunächten bei uns von Haus zu Haus.
Die Schnabelperchten übernehmen eine Kontroll- und Rügefunktion. Sie klopfen an Fenster und Türen und fordern mit penetrantem Gegacker Einlass. Früher galt: Finden sie Unordnung oder Schmutz in einer Stube, wird dieser zusammengekehrt, der Besitzer symbolisch mit der Schere „bestraft“, sprich der Bauch aufgeschnitten, und der Unrat zusammen mit Stroh, Mist und Steinen in den Bauchkorb gelegt. Dieser wird anschließend mit Nadel und Faden wieder verschlossen. Der Bauch wurde hierbei keineswegs zufällig gewählt. Er galt zu früheren Zeiten als der Sitz des Lebens und symbolisierte das Gefäß der irdischen Bedürfnisse. Die Beseitigung von Dreck und die Reinigung des Geistes bieten natürlich auch einiges an zusätzlichem Interpretationsspielraum.

Hier der Link zum Video: https://youtu.be/8CD5ySEpAXE?si=aWJkVaLv7cZNvMDs



Pix666: Hast du für die Entstehung der Songs Unterstützung durch weitere Bandkollegen?

Chris: Eine Band gibt es aktuell nicht. Wie schon erwähnt, arbeite ich mit Timo Rotten zusammen. Er schreibt die Musik, ich die Texte. Natürlich stehen wir in engem Austausch, was die Themen und das Konzept der Songs angehen. Mix und Mastering werden ebenfalls von Timo in seinem Studio finalisiert.


Pix666: Arbeitet ihr bereits an weiteren Songs und können sich die Fans deiner Musik vielleicht bald auf ein ganzes Album freuen?

Chris: Ja. Wir arbeiten gerade aktiv an zwei weiteren Songs. Einer davon könnte eventuell schon diesen Herbst erscheinen. Aktuell ist kein Album geplant, da ich mir hierfür noch ein passendes Konzept überlege und es logistisch auch umsetzbar sein muss. Ich möchte vorerst kontinuierlich Musik digital veröffentlichen. Natürlich kann man sich dann überlegen, eine gewisse Anzahl an Songs als Album physisch zu bannen. Die Zeit wird zeigen, ob und in welcher Form das in Zukunft geschehen wird.


Pix666: Hast du geplant, mit Loarvnmacher in Zukunft Liveshows zu spielen?

Chris: Witzigerweise gab es schon eine Anfrage für ein Festival in Berlin. Ich würde mich sehr freuen, den Loarvnmacher auch einmal live zu präsentieren. Ich kann mir das sehr gut vorstellen. Erste Gespräche laufen bereits.


Pix666: Wow das wäre super, da wären wir bei der Livepremiere gern dabei. Das soll es fürs Erste dann auch schon gewesen sein, wir wollen ja nicht, dass du gleich alle Geheimnisse des Loarvnmachers verrätst. Wir wünschen viel Spaß und Erfolg – wir werden dem Loarvnmacher auf jeden Fall auf den Fersen bleiben.

Chris: Das freut mich! Vielen Dank für das Interview und bis bald.


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Fotos und Grafiken © Loarvnmacher


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