MAYHEM live in der SimmCity Wien 19.02.2026 | Death Over Europe Tour |
von Marko Jakob Lesedauer 5 Minuten
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Ein besseres Package an Bands kann man sich als Black- und Deathmetal Fan kaum vorstellen, dementsprechend groß war die Vorfreude und die Tickets waren schnell vergriffen. Der Dreierpack aus Immolation, Marduk und Mayhem lieferte eine intensive, kompromisslose Extreme-Metal-Show und wird in diesem Jahr nur schwer zu toppen sein.
IMMOLATION
Bereits um 19.00 Uhr eröffneten Immolation den Abend in der Simmeringer Szene-Location SimmCity und machten vom ersten Moment an klar, dass dieser Konzertabend kein sanftes Warm-up kennen würde. Die 1986 gegründete amerikanische Death-Metal-Institution zählt seit Jahrzehnten zur Speerspitze der New Yorker Szene und bewies eindrucksvoll, warum ihr Name noch immer mit Ehrfurcht ausgesprochen wird. Im April 2026 erscheint ihr neues Album ‚Descent‘ über Nuclear Blast und Wien bekam bereits jetzt einen intensiven Vorgeschmack darauf. „Hallo Wien! Macht Lärm!“, forderte Frontmann Ross Dolan das Publikum auf – und die SimmCity ließ sich nicht zweimal bitten. Schon zu Beginn war die Halle gut gefüllt, in den ersten Reihen ging sofort ordentlich die Post ab. Headbanging, erhobene Fäuste, lange wehende Haare – von vorne bis hinten nickten die Köpfe im Takt. Drinnen war nichts vom Winter zu spüren; stattdessen herrschte eine brodelnde Hitze aus Schweiß und purer Energie. Die Band machte ihrem Ruf alle Ehre und heizte der Halle kompromisslos ein. Zwischen wuchtigen Klassikern streuten Immolation immer wieder neue Songs ein. „Wir spielen alte und neue Songs“, kündigte Dolan an, „Jetzt was Neues, es heißt ‚Adversary‘“. Der starke, finstere Song entfaltete sofort seine Wirkung: komplexe Riffs, bedrohliche Dynamik und diese unverkennbare düstere Atmosphäre, die bereits jetzt große Lust auf das kommende Album ‚Descent‘ macht. Überhaupt war die Stimmung von einer eindringlichen Dunkelheit geprägt. Spärliches blaues und rotes Licht, kaum Frontlicht. Zum Abschluss kündigte die Band das letzte Stück an: ‚The Age of No Light‘ an. Noch einmal bündelte sich die Energie im Raum, bevor Immolation nach rund 40 kompromisslosen Minuten mit einem schlichten „Gute Nacht“ die Bühne verließen. Immolation lieferten einen kraftvollen Auftakt, der die Messlatte für den restlichen Abend hoch ansetzte.
Setlist: 01 An Act of God 02 Swarm of Terror 03 Majesty and Decay 04 Adversary 05 Dawn of Possession 06 Blooded 07 Higher Coward 08 Rise the Heretics 09 Nailed to Gold 10 The Age of No Light
MARDUK
Mit ihrem 2023 erschienenen Album ‚Memento Mori‘ haben Marduk einmal mehr bewiesen, warum sie seit Jahrzehnten als Könige des schwedischen Black Metal gelten. Die Platte stürmte die Charts im gesamten deutschsprachigen Raum – und live zeigte sich in Wien eindrucksvoll, dass diese Band nichts von ihrer Durchschlagskraft eingebüßt hat. Ihre Show in der ausverkauften SimmCity eröffneten sie mit ‚Frontschwein‘, gefolgt vom über 30 Jahre alten ‚Wolves‘ – eine wuchtige Brücke zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Schon nach den ersten Minuten war klar: Hier würde es kein Halten geben. Spätestens beim rasend schnellen ‘Throne of Rats’ kochte der vollgestopfte Raum über, und laute ‚Marduk‘-Sprechchöre hallten durch die Halle. Die Stimmung war gewaltig. Zwischen Bühne und Publikum entwickelte sich ein mitreißendes Wortgefecht: „Vienna – Yeah!“, rief Frontmann Mortuus – dreimal hintereinander, jedes Mal eine Stufe lauter, bis die Menge geschlossen zurückbrüllte. Weiter ging es mit Musik und die Fans waren nun richtig in Fahrt „Hey hey hey!“ – alle Hände schnellten nach oben und unmittelbar danach öffnete sich der erste Moshpit des Abends. Mitten in der Woche machten die Metal-Fans die Nacht zum Tag. „Das nächste heißt ‚The Black…‘ vom Album ‚Dark Endless‘“, kündigte die Band an, bevor sie mit einem weiteren Old-School-Angriff nachlegten. Kurz darauf rollte die ‘Panzer Division Marduk’ unerbittlich durch die SimmCity und hinterließ nichts als pure musikalische Verwüstung im besten Sinne. Die Mischung aus gnadenloser Geschwindigkeit, eiskalten Melodien und brutaler Präzision sorgte für eine Dynamik, die keine Verschnaufpause zuließ. „Wir haben noch eins – ‚The Blond Beast‘“, hieß es schließlich gegen Ende des rund 50-minütigen Sets. Marduk präsentierten ein abwechslungsreiches Programm quer durch ihre lange Karriere und zeigten sich dabei spielfreudig und energiegeladen. Man merkte ihnen den Spaß am Livespielen deutlich an. Marduk stellten einmal mehr unter Beweis, warum ihr Ruf als kompromisslose Live-Macht absolut gerechtfertigt ist.
Setlist: 01 Frontschwein 02 Wolves 03 Throne of Rats 04 Shovel Beats Sceptre 05 Cloven Hoof 06 Sulphur Souls 07 On Darkened Wings 08 Infernal Eternal 09 The Black… 10 Panzer Division Marduk 11 The Blond Beast
MAYHEM
Mit ihrem brandneuen Album ‚Liturgy of Death‘ katapultierten sich die norwegischen Extreme-Metal-Legenden von Mayhem nahezu an die Chartspitze. In Österreich erreichte das Werk sensationell Platz 3, auch in Deutschland stürmte die Band souverän in die Top 10. Entsprechend hoch waren die Erwartungen, als in der Wiener SimmCity schließlich die Lichter für den Headliner ausgingen. Die Bühne entfaltete nun ihre volle Pracht, eine gewaltige Videoprojektion spannte sich im Hintergrund auf und verlieh dem Setting eine monumentale, fast sakrale Dimension. Die Spannung im Publikum war greifbar – ein kollektives Innehalten, bevor der Sturm losbrach. Mayhem traten ohne klassisches Corpse Paint auf. Sänger Attila Csihar erschien zu Beginn in einem prächtigen Kostüm, das stark an ein päpstliches Gewand erinnerte. Mit dem neuen Stück „Realm of Endless Misery‘ eröffnete die Band ihr Set. Druckvoll, finster und episch – der Sound traf die Ohren der Fans mit voller Wucht. Attila wirkte wie aufgedreht und nutzte die Bühne mit seiner intensiven Präsenz voll aus. Er sang zwischenzeitlich auch von einem erhöhten Podest am hinteren Bühnenrand. Neben zahlreichen neuen Songs vom aktuellen Album durften selbstverständlich auch die Klassiker nicht fehlen. Bei ‚Freezing Moon‘ verwandelte sich die Halle in ein Meer aus erhobenen Armen, während ‚Deathcrush‘ die Menge endgültig zum Kochen brachte. Die Fans verschmolzen zu einer einzigen, ekstatischen Einheit – eine feiernde Masse, die jeden Ton in sich aufsog und mit tosendem Applaus nach den Songs absolute Zufriedenheit zeigte. Mayhem wurden stürmisch gefeiert und setzten mit dem beinahe 40 Jahre alten ‚Pure Fucking Armageddon‘ den furiosen Schlusspunkt unter einen intensiven Abend. Ein Finale, das an die Wurzeln der Band erinnerte und zugleich die ungebrochene Relevanz von Mayhem unter Beweis stellte – kompromisslos, eindrucksvoll und absolut headlinerwürdig. Ton Music Productions hat als Veranstalter ein echtes Konzerthighlight zu uns nach Wien geholt und den Metalfans einen unvergesslichen Abend beschert.
Setlist: 01 Realm of Endless Misery 02 Buried by Time and Dust 03 Bad Blood 04 Life Is a Corpse You Drag 05 Ancient Skin 06 Psywar 07 To Daimonion 08 View From Nihil 09 Whore 10 Freezing Moon 11 Chimera 12 Cursed in Eternity 13 From the Dark Past 14 Weep for Nothing 15 Deathcrush 16 Chainsaw Gutsfuck 17 Carnage 18 Pure Fucking Armageddon
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