DARK TROLL FESTIVAL 2026 – Tag 3 in Bornstedt 16.05.2026
von Lucifera.Noir Lesedauer 12 Minuten
Und schon waren wir am letzten Tag der Jubiläumsausgabe des Dark Troll Festivals angekommen. Dominierte an den ersten Tagen neben dem Bier noch der Glühwein, gönnten sich heute einige Festivalbesucher ein Softeis. Generell war das Speisenangebot für ein Festival dieser Größenordnung wieder extrem gut. Zu den schon bekannten und beliebten Ständen, wie zum Beispiel der Knobibäckerei oder dem Brathahn-Wagen, kam in diesem Jahr noch der vegane Kitchen Riot hinzu, der unter anderem Burritos im Angebot hatte. Wettertechnisch war der Samstag der schönste Tag und auch musikalisch gab es am Abschlusstag noch einige Paukenschläge zu hören.
BARBAROSSA PIPES & DRUMS vs. SCHATTENWELT SUEDHARZ
Ein besonderes Highlight des Dark Troll Festivals 2026 waren zudem die Fabelwesen rund um die Mythen und Sagen des Südharzes, die auf dem Festival lebendig werden. Die Darsteller von Schattenwelt Suedharz streifen über das Gelände und sorgen nicht nur für zusätzliche Atmosphäre, sondern bieten auch beliebte Fotomotive für die Besucher. Außerdem mischten sich die Figuren in den liebevoll gestalteten Masken und Kostümen in diesem Jahr auch unter den Auftritt der Barbarossa Pipes & Drums, die den dritten Festivaltag mit Marsch und Musik einläuteten.
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TYLANGIR
Es gibt Bands, die man musikalisch beschreiben kann – und es gibt Bands, die man erleben muss. Tylangir gehörten beim Dark Troll Festival eindeutig zur zweiten Kategorie. Obwohl die Band bereits seit 2018 ihre ganz eigene Klangwelt zwischen archaischem Folk, brachialem Metal und den düsteren Erzählungen uralter Walliser Sagen kreiert, war das heute für viele Festivalbesucher der erste Livekontakt mit der Schweizer Band.
Mit den Worten „Das ist unser zweites Konzert in Deutschland – und es könnte nicht legendärer sein“ wurde die Begeisterung auf der Bühne direkt spürbar. Besonders auffällig war dabei die enorme Resonanz vor der Bühne. Schon beim Opener des letzten Festivaltages versammelten sich ungewöhnlich viele Zuschauer vor der Bühne, was eindrucksvoll zeigte, wie groß die Neugier auf die Schweizer war. Und diese wurde mehr als belohnt.
Mit gutturalem Gesang in Walliser Mundart, aggressiven Gitarrenriffs und einer beeindruckenden Instrumentenvielfalt aus Bouzouki, Flöte, Harfe, Hackbrett, Rahmentrommeln, Rasseln und Tierhörnern entstand eine Atmosphäre, die sich kaum in klassische Genres einordnen ließ. Vielmehr wirkte die Musik wie ein Ritual – roh, mystisch und gleichzeitig hypnotisch.
Zwischendurch wanderte dann die Band-Flagge durchs Publikum, wodurch die Verbindung zwischen Bühne und Zuschauern weiter verstärkt wurde. Doch neben aller Spielfreude blieb vor allem die Show selbst in Erinnerung. Tylangir lieferten eine spektakuläre Performance ab und brachten genau das mit, was das Dark Troll Jahr für Jahr so besonders macht: dieses gewisse Extra an musikalischer Abwechslung und Bands, die sich bewusst von bekannten Pfaden entfernen.
Songs wie ‚Johannäli Fii‘, der ersten Videosingle der Band oder ‚Quatämbärchind‘ entfalteten ihre ganz eigene Wirkung und zogen das Publikum immer tiefer in die alpine Sagenwelt hinein, bevor ‚Rollibock‘ schließlich für einen kraftvollen Abschluss sorgte. Nach der Show stürmten die Fans den Merchstand der Band und wir mussten feststellen, dass einige Artikel bereits nach kurzer Zeit ausverkauft waren. Das hat wirklich Eindruck hinterlassen und schreit nach einer Wiederholung.
Setlist: 01 Totutanz 02 Ur-Chraft 03 Tylangir 04 Johannäli Fii 05 Quatämbärchind 06 Schmidja 07 Rollibock
https://www.facebook.com/tylangir
SPERE
Beim Dark Troll Festival zeigte sich einmal mehr, dass große Wirkung nicht zwangsläufig eine große Besetzung benötigt. Mit Spere betrat eine Band die Bühne, die mit nur zwei Musikern eine erstaunliche Klanggewalt entfachte und eindrucksvoll bewies, dass Intensität oft eher aus Atmosphäre und Energie als aus der Anzahl der Beteiligten entsteht.
Gegründet von Mitgliedern der deutschen Black-Metal-Bands Horn und Halphas, entstand Spere ursprünglich mit dem Ziel, minimalistischen, kraftvollen und tief frequentierten Black Metal zu erschaffen. Doch mittlerweile entwickelte sich das Projekt weit über klassische Genregrenzen hinaus. Nach dem Debütalbum rückten zunehmend Synthesizer und ungewöhnliche rhythmische Elemente in den Vordergrund und erweiterten den Sound um Einflüsse aus elektronischer Musik, Doom und Heavy Metal.
Was auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen mag, funktionierte live überraschend eindrucksvoll. Trotz der reduzierten Besetzung wirkte der Sound alles andere als leer. Natürlich kam dabei auch der ein- oder andere Ton vom Playback, aber das versteht sich bei dieser Besetzung von selbst. Das Duo entwickelte trotzdem eine enorme Wucht und erzeugte eine dichte Klangwand, die sich schwer und druckvoll über das Publikum legte.
Schon mit ‚Those Rations Came Foul‘ wurde deutlich, dass Spere nicht auf einfache Songstrukturen oder offensichtliche Melodien setzen. Stattdessen dominierten dunkle Atmosphäre, schwere Grooves und eine fast hypnotische Dynamik das Geschehen auf der Bühne. Die Band hat 2025 mit ‚Engine Fire‘ und ‚Boneless Casket‘ zwei Singles veröffentlicht, die es auch heute Nachmittag beim Dark Troll zu hören gab.
Mit ‚Our Days Are Dripping From the Drum‘ fand der Auftritt schließlich einen würdigen Abschluss und ließ ein Publikum zurück, das ein weiteres Beispiel dafür erlebt hatte, wie vielfältig das Dark Troll Festival Jahr für Jahr aufgestellt ist.
Setlist: 01 Those rations came foul 02 Engine fire 03 Slip the oar 04 Bearer 05 Krier 06 Boneless casket 07 Our days are dripping from the drum
https://www.facebook.com/spere.metal
VANAHEIM
Mit Vanaheim betrat eine Band die Bühne, die es versteht, Geschichten nicht nur zu erzählen, sondern sie regelrecht lebendig werden zu lassen. Die Niederländer brachten ihre Mischung aus epischem Pagan Metal und eingängigem Folk Metal zum Dark Troll Festival und sorgten für einen Auftritt, der kaum jemanden stillstehen ließ.
Stürmische Härte, tanzbare Rhythmen und große Melodien prägen den Sound der Band und genau diese Mischung funktionierte live hervorragend. Als Rückkehrer zum Dark Troll Festival war die Band vielen bereits bekannt und man wusste, wie gut das jetzt wird. Mit einem begeisterten „Wollt ihr einen neuen Vanaheim-Song hören?“ wurde die Menge direkt eingebunden. Rhythmisches Klatschen begleitete zunächst die ersten Töne, bevor der Song förmlich explodierte und die Energie vor der Bühne schlagartig nach oben schoss.
Spätestens jetzt herrschte ausgelassene Stimmung auf dem Festivalgelände. Mit einem lauten „Dark Troll – let’s go!“ dauerte es nicht lange, bis sich vor der Bühne ein kleiner Circle Pit bildete und die Zuschauer sichtbar in Bewegung gerieten.
Immer wieder sorgte die Band mit lockeren Ansagen für zusätzliche Stimmung. „Könnt ihr ein bisschen singen?“ wurde ebenso begeistert aufgenommen wie die Frage „Wollt ihr was schnelleres?“, die vom Publikum kaum deutlicher beantwortet werden konnte. Für einen weiteren humorvollen Moment sorgte die Ansage „Jetzt zerstören wir diesen Ort“, die allerdings direkt mit einem Lachen ergänzt wurde: „Natürlich nicht komplett – sonst gibt es das Dark Troll nicht mehr.“ Solche spontanen und sympathischen Momente machten die Verbindung zwischen Band und Publikum umso greifbarer.
Vor allem aber blieb die Musik selbst hängen: große Melodien, treibende Rhythmen und eine Energie, die sich mühelos auf das Publikum übertrug. Tolle Stimmung, viel Bewegung vor der Bühne und eine mitreißende Performance – Vanaheim lieferten einmal mehr eine richtig starke Show ab und bewiesen eindrucksvoll, warum ihre Mischung aus Folk und Pagan Metal live so gut funktioniert.
Setlist: Setlist: 01 Uit Steen Geslagen 02 Reuzenspraak 03 De Overtocht 04 The Dwarven Chant 05 Eendracht Maakt Macht 06 Onbevangen
https://www.facebook.com/VanaheimBand
Die äußere Burgmauer ist ein beliebter Treffpunkt der Festivalbesucher um sich für ein paar Minuten einige Meter abseits der Bühne zu erholen, tolle Gespräche zu führen oder die etwa 50km weite Fernsicht zu genießen.
ZØRZA
Es war inzwischen nach 18 Uhr und das Dark Troll Festival bog langsam auf die Zielgerade ein. Müdigkeit? Fehlanzeige. Die Metalheads standen weiterhin erwartungsvoll vor der Bühne und warteten auf den nächsten Programmpunkt. Als schließlich ZØRZA die Bühne betraten, war schnell klar, dass nun keine gewöhnliche Black-Metal-Show folgen würde.
Die im Sommer 2022 in Polen gegründete Band verfolgte von Beginn an das Ziel, Black Metal bewusst über die bekannten Genregrenzen hinauszuführen. Bereits ihre selbst veröffentlichte EP ‚IEI‘ aus dem Jahr 2023 sorgte für Aufmerksamkeit und führte die Band schließlich zum polnischen Label Godz ov War Productions. Mit dem Album ‚Hellven‘ folgte 2024 der nächste wichtige Schritt und gleichzeitig ein Werk, das sich als prägender Meilenstein für die noch junge Band herausstellte.
Live zeigte sich schnell, worauf der Fokus von ZØRZA liegt: Atmosphäre. Hypnotische und gespenstische Melodien trafen auf melancholische Schwere und rohe Emotionen. Zwischen dunklen Gitarrenwänden und melancholischen Passagen entstand ein Klangbild, das das Publikum regelrecht in eine andere Welt zog. Beim Dark Troll konzentrierte sich die Band allerdings größtenteils auf Material ihres 2024er Albums und präsentierte beinahe das komplette Werk live.
Bereits ‚Western Forest Rites‘ eröffnete den Weg in diese dunkle Klanglandschaft, bevor ‚Night of the Werewolf‘ und ‚Death II‘ die Stimmung weiter verdichteten. Der Auftritt erreichte nun schon fast eine hypnotische Intensität. Am Ende sorgte der Song ‚Danse Macabre‘ für einen würdigen Abschluss.
Aber es lohnt sich auch ein Blick voraus, denn in wenigen Wochen erscheint mit ‚Twilight of the Golden Star‘ bereits das nächste Album der Polen.
Setlist: 01 Western forest rites 02 Night of the werewolf 03 Death II 04 Lunacy of memories 05 The crown with silver thorns 06 Zorza II 07 Death I 08 Under the reign of the black moon 09 Danse macabre
https://www.facebook.com/zorza.pbm
FEJD
Je weiter sich das Dark Troll Festival dem Ende näherte, desto deutlicher wurde, dass die Besucher noch längst nicht an Energie verloren hatten. Als Fejd die Bühne betraten, wartete bereits eine bestens aufgelegte Menge darauf, sich erneut in eine andere Welt entführen zu lassen – und genau das lieferten die Schweden eindrucksvoll ab.
Die Geschichte von Fejd begann bereits 2001, das Debutalbum ließ allerdings bis 2009 auf sich warten. Aber dann legten die Brüder Rimmerfors und ihre Bandkollegen so richtig los – Wacken Open Air, Summer Breeze und Wave Gotik Treffen waren die ersten großen Stationen auf den deutschen Bühnen.
Fejd entwickelten über die Jahre einen unverwechselbaren Sound, der die Band auch heute ausmacht: Die Kraft des Metals trifft auf nordische Melancholie, traditionelle Melodien und eine Atmosphäre, die das Publikum scheinbar in längst vergangene Zeiten versetzt.
Und genau diese besondere Stimmung war bereits ab den ersten Momenten spürbar. Magische Melodien und traditionelle Instrumente verschmolzen zu einem Klangbild, das sich gleichzeitig kraftvoll und verträumt anfühlte. Die Musik wirkte wie ein Tor in eine andere Welt – irgendwo zwischen uralten Sagen, nordischen Landschaften und mittelalterlicher Mystik.
Die Schweden arbeiten derzeit seit fast zwei Jahren an neuem Material und hatten bereits eine erste Kostprobe mit nach Bornstedt gebracht. Die Frage an das Publikum „Mögt ihr die neuen Songs?“ wurde unmittelbar und lautstark mit einem begeisterten „Jaaa!“ beantwortet. Kurz darauf folgte mit einem Schmunzeln die Ansage: „Jetzt spielen wir einen alten.“
Vor der Bühne herrschte währenddessen durchgehend beste Stimmung. Die Haare wurden ununterbrochen geschüttelt und überall vor der Bühne waren begeisterte Gesichter zu sehen.
Songs wie ‚Den Skimrande‘ oder ‚Älvagrimmar‘ entfalteten ihre volle Wirkung und zeigten eindrucksvoll, wie harmonisch Fejd Folk-Elemente und Metal miteinander verbinden. Mit ‚Yggdrasil‘ fand die Reise schließlich ihren passenden Abschluss, der von lautstarkem Applaus begleitet wurde.
Setlist: 01 Bergakungen 02 Gryning 03 Den skimrande 04 Nidhögg 05 Drängen & Kråkan 06 Älvagrimmar 07 Offerrök 08 Svarta tjärn 09 Nifelheim 10 Yggdrasil
https://www.facebook.com/Fejdofficial
NAGLFAR
Weiter ging es beim Dark Troll Festival mit Musik aus Schweden – diesmal allerdings deutlich härter. Was nun auf die Besucher wartete, war nicht einfach nur eine weitere Band im Line-up, sondern eine echte Institution des melodischen Black Metal. Mit Naglfar betrat eine Band die Bühne, die seit Jahrzehnten zu den prägenden Namen des Genres gehört.
Die bereits 1992 gegründeten Schweden stehen seit jeher für eine kompromisslose Verbindung aus melodischer Eingängigkeit und roher Aggression. Mit sieben veröffentlichten Studioalben im Gepäck und unzähligen Jahren Bühnenerfahrung im Rücken feierten Naglfar nun erstmals ihren Einzug in die alten Gemäuer des Dark Troll Festivals – und lieferten genau das ab, was man sich von einer Band dieses Kalibers erhofft.
Von der ersten Minute an entwickelte sich eine enorme Wucht vor der Bühne. Mit ‚Feeding Moloch‘ vom Album ‚Harvest‘ eröffneten die Schweden ihren Auftritt ohne Umwege und machten direkt klar, dass hier keine Zeit für vorsichtigen Aufbau verschwendet werden würde. Rasende Gitarren, präzises Schlagzeugspiel und die charakteristische Mischung aus Melodie und Härte legten sich sofort über das Festivalgelände.
Voller Energie fegte die Musik der Band förmlich über die Köpfe der Fans hinweg. Die dichten Gitarrenwände und die enorme Dynamik entwickelten eine solche Intensität, dass man beinahe glauben konnte, die alten Burgmauern würden langsam beginnen mitzuschwingen.
Naglfar bewiesen heute Abend eindrucksvoll, weshalb sie über so viele Jahre ihren Status als Szenegröße behaupten konnten. Trotz aller Härte verloren die Schweden nie ihre melodische Seite, die ihren Sound seit jeher so unverwechselbar macht. Die Band hatte auch Songs vom 2020er Top40 Album ‚Cerecloth‘ dabei und sorgten für anhaltende Bewegung vor der Bühne. Mit dem Titelsong des 2007er Albums ‚Harvest‘ setzen Naglfar den Schlusspunkt unter einen energiegeladenen Auftritt und waren zweifellos eines der Highlights der Jubiläumsausgabe des Dark Troll Festivals.
Setlist: Setlist: 01 Feeding Moloch 02 The Darkest Road 03 Bring Out Your Dead 4 0Vortex of Negativity 05 And the World Shall Be Your Grave 06 Like Poison for the Soul 07 Horncrowned Majesty 08 Blades 09 Cerecloth 10 A Swarm of Plagues 11 Harvest
https://www.facebook.com/naglfarofficial
Wir möchten zum Abschluss noch Danke sagen. In Fiction Entertainment haben erneut ein unvergessliches Dark Troll Festival organsiert und bei der Bandauswahl ein gutes Gespür gehabt. Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr, wenn die Burg Bornstedt bereits ab 6. Mai die Tore für das schönste Festival des Jahres öffnet.
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