DARK TROLL FESTIVAL 2026 – Pix666 Festivalbericht

Viel Spaß beim Lesen unseres Festivalberichts vom Dark Troll Festival 2026. Ausführlichte Fotogalerien findest du auf unserer Facebook Seite PIX 666 | Facebook Photos Dark Troll 2026

DARK TROLL FESTIVAL 2026 – Tag 1 in Bornstedt 14.05.2026

von Lucifera.Noir Lesedauer 28 Minuten


Das Dark Troll Festival feierte Jubiläum – und wir waren für euch vor Ort dabei. Bereits zum 15. Mal fand das Festival in den historischen Mauern der Schweinsburg Bornstedt statt.

Als ungefragte Ehrengäste gaben sich in diesem Jahr die Eisheiligen die Ehre. Bonifatius brachte am Donnerstag kühle Temperaturen mit, während die Kalte Sophie am Freitag einige Liter Regen im Gepäck hatte. Nun ja – das Wetter lässt sich bekanntlich nicht auswählen. Dafür war die Musik umso heißer und sorgte dafür, dass die Festivalbesucher schnell auf andere Gedanken kamen.

Doch eingefleischte Metalfans lassen sich von solchen Umständen ohnehin kaum abschrecken – und jeder geht mit solchen Bedingungen auf seine eigene Weise um. Entsprechend vielseitig zeigte sich auch die Kleiderwahl auf dem Festivalgelände: Von freiem Oberkörper und T-Shirt bis hin zu Thermohosen und einem Hauch von Wintergarderobe war alles vertreten. Kein Wunder, denn in den späten Abendstunden sanken die Temperaturen auf gerade einmal fünf Grad.

Aber nun zur Musik, wir waren ab der zweiten Band vor der Bühne.


VÆTTE

Die dänische Folk-Metal-Formation Vætte feierte beim Dark Troll Festival ihre Deutschlandpremiere – und hinterließ dabei einen bleibenden Eindruck. Erst 2022 gegründet, vereinen die Dänen starke, kraftvolle Melodien mit klassischen Folk-Metal-Elementen und atmosphärischen Black-Metal-Klanglandschaften. Eingebettet in nordische Mythologie, dunkle Naturmystik und alte Legenden entstand eine Klangwelt, die perfekt in die alte Burgkulisse des Festivals passte.

Mit ihrer im Dezember erschienenen Debüt-EP ‚Epos‘ präsentierten Vætte bereits einen ersten Vorgeschmack auf ihren Sound. Einige Songs des Abends stammen allerdings bereits aus einer neuen Schaffensphase – Material, das erst auf dem geplanten Debütalbum erscheinen soll. Interessant: Einige Stücke tragen aktuell noch Arbeitstitel und warten noch auf ihre endgültigen Namen.

„Danke Dark Troll – schön, dass ihr hier seid!“  sagte die Band sichtlich erfreut über die erstaunliche Kulisse. Danach folgte direkt neues Material von der aktuellen EP. Die Mischung aus treibenden Rhythmen, eingängigen Melodien und einer sehr authentischen Bühnenpräsenz funktionierte überraschend gut und zog schnell auch die Zuschauer in den hinteren Reihen in ihren Bann.

 „Das nächste ist übers Tanzen – also tanzt!“ Und genau das ließ sich das Publikum nicht zweimal sagen. Zum Abschluss lieferten Vætte mit ‚Midnatsfest‘ noch einmal einen echten Partysong ab, der für ausgelassene Stimmung vor der Bühne sorgte und die Zuschauer ein letztes Mal mitriss.

Mit den Worten „Das war unser erstes Deutschland-Konzert – lasst uns noch ein Foto machen!“ verabschiedete sich die Band sichtbar bewegt von ihrem Publikum.

Setlist: 01 Intro 02 Askeblod 03 Grylas Gryde 04 Jærtegn 05 Bjergfolk 06 Dødedansen 07 Blandet Kryb Og Kravl 08 F.E.S.T. 09 Ellepigens Snare 10 Mørkets Pagt 11 Midnatsfest

https://www.facebook.com/vaette



FRANTIC AMBER

Wenn melodische Eingängigkeit auf brutale Härte trifft , dann sind Frantic Amber nicht weit entfernt. Die 2008 in Stockholm gegründete Band brachte beim Dark Troll Festival eine intensive Mischung aus kraftvollem Melodic Death Metal, aggressiven Growls und jeder Menge Dynamik auf die Bühne.

Bereits seit ihrer ersten EP ‚Wrath of Judgement‘ aus dem Jahr 2010 hat sich die Band kontinuierlich nach vorne gearbeitet. Der TV-Auftritt bei den renommierten P3 Guld-Awards in ihrer Heimat sowie Touren mit Größen wie Six Feet Under machten Frantic Amber früh einem breiteren Publikum bekannt und sorgten dafür, dass sich die Schweden europaweit einen Namen erspielten.

Von der ersten Minute an war klar: Hier würde es keine ruhige Verschnaufpause geben. Fliegende Haare, intensive Bühnenpräsenz und eine enorme Spielfreude bestimmten das Bild auf der Bühne. Trotz der Härte ihres Sounds verlor die Band nie ihre melodische Linie – genau diese Kombination macht Frantic Amber so besonders. Der Schwerpunkt des Sets lag klar auf ihrem aktuellen Album ‚Death Becomes Her‘ aus dem Jahr 2025, dessen Songs live eine enorme Wucht entwickelten. Gleichzeitig gab es mit ‚Lagherta‘ und ‚Ghost‘ auch zwei Stücke aus früheren Schaffensphasen.

Einige technische Probleme sorgten dafür, dass Frantic Amber ihr Set aus Zeitgründen um zwei Songs kürzen mussten. Wirklich aus dem Konzept bringen ließ sich die Band davon jedoch nicht.

Zum Abschluss der Show hallte ein herzliches „Danke Dark Troll“ durch die Burgmauern. Frantic Amber lieferten eine absolut sehenswerte Show ab. Musikalisch kraftvoll, optisch eindrucksvoll und voller Energie – ein Auftritt, der richtig Spaß gemacht hat und definitiv auch etwas fürs Auge war.

Setlist: 01 El Orfanato 02 Jolly Jane 03 Death Becomes Her 04 Hell‘s Belle 05 Black Widow 06 Lagertha 07 Ghost 08 Epitaphium

https://www.facebook.com/franticamber



ONDFØDT

Black Metal bei Tageslicht auf einer Open-Air-Bühne – Ondfødt bewiesen eindrucksvoll, dass intensive Dunkelheit nicht zwingend auf Nachtstunden oder verrauchte Clubs angewiesen ist. Die 2013 gegründete Band aus den finnischen Wäldern brachte beim Dark Troll Festival eine düstere Atmosphäre auf die Burg und zeigte, warum sie sich mit mittlerweile fünf Alben und zwei EPs einen festen Platz in der Szene erspielt hat.

Die Finnen verbinden klassische Black-Metal-Elemente mit modernen Einflüssen und schaffen daraus einen Sound, der gleichermaßen roh und intensiv wirkt. Aggressive Gitarrenriffs, hämmernde Drums und eindringlicher Gesang verschmelzen zu einer Klangwand, die tief in die dunkleren Ecken menschlicher Emotionen eintaucht.

Bereits optisch machten Ondfødt einiges her. Das markante Corpse Paint verlieh der Band eine starke Bühnenpräsenz und unterstrich die finstere Atmosphäre ihres Auftritts perfekt.  Zwischen kurzen Regenschauern und plötzlich wieder hervorbrechenden Sonnenstrahlen entstand während der Show eine besondere Stimmung über der Burganlage.

Speziell die Songs ihres aktuellen 2025er Albums ‚Dimsvall‘ entfalteten live enorme Wirkung. Die neueren Stücke wirkten druckvoll, dynamisch und transportierten genau jene intensive Atmosphäre, für die Ondfødt stehen – Songs wie ‚Bakom Blekna Skuggor‘ oder ‚Svartsyn‘  legten sich wie dunkle Wellen über das Publikum. Spätestens bei ‚Stormin‘ und dem abschließenden ‚Grymhejtins Ansikt‘ war klar: Die Finnen hatten das Publikum längst auf ihre Seite gezogen. Und wer mehr von Ondfødt sehen und hören mag, hat bereits Anfang Juni in Hannover und Berlin die Gelegenheit, die Finnen erneut auf einer deutschen Bühne zu erleben.

Setlist: 01 Födärvis Tid 02 Bakom Blekna Skuggor 03 Tå Do Dör 04 Höstfruktan 05 No Ere Jo Satan 06 Falskhejtins Folk 07 Midnatt 08 Svartsyn 09 Stormin 10 Grymhejtins Ansikt

https://www.facebook.com/Ondfodt


Das Dark Troll Festival ist ein bewusst familiär gehaltenes Event mit rund 1.000 bis 1.200 Besuchern. Der Fokus liegt klar auf Pagan Metal, Folk Metal und Black Metal in all seinen Facetten. Jahr für Jahr gelingt es dem Veranstalter In Fiction Entertainment, mit einem handverlesenen Line-up zu überraschen. Neben spannenden Live-Premieren und interessanten Neuentdeckungen finden sich selbstverständlich auch Bands im Programm, die bereits in der Vergangenheit die Burgmauern zum Beben gebracht haben.

Die Festivalbühne selbst ist direkt in Teile der historischen Ruine eingebettet und von Wald umgeben. Dadurch entsteht eine außergewöhnlich idyllische Kulisse, die besonders in den Abendstunden eine fast mystische Stimmung entfaltet und dem Festival einen ganz eigenen Charakter verleiht.



TROLD

Manchmal scheint ein Bandname wie für ein Festival erschaffen worden zu sein – und im Fall von Trold dürfte das beim Dark Troll Festival wohl kaum besser passen.

Mit ihrem aktuellen Album ‚I Skovens Rige‘ entführen Trold ihre Zuhörer tief in eine Welt, in der Bäume flüstern und uralte Sagen zwischen den Ästen leben. Genau diese Atmosphäre transportierte die Band auch auf die Bühne und verwandelte die Burgmauern für eine gute Stunde in einen nordischen Märchenwald – allerdings einen mit ordentlich Druck auf den Verstärkern.

Gleich beim Opener der Show war klar – jetzt schlug die Stunde der Headbanger vor der Bühne. Von den ersten Takten an herrschte Bewegung im Publikum. Die flotten Songs, eingängigen Melodien und mitreißenden Rhythmen sorgten schnell für ausgelassene Stimmung und die Zuschauer ließen sich bereitwillig auf die Folk-Metal-Reise mitnehmen.

Auch optisch passte das Gesamtbild perfekt zur Musik. Sänger Allen trat barfuß und in einem sackähnlichen Gewand auf und wirkte dabei beinahe wie eine Gestalt direkt aus den nordischen Wäldern oder einer alten Sage entsprungen. Diese Mischung aus Inszenierung und authentischem Auftreten verlieh der Show zusätzlichen Charme.

Doch vor allem wirkte die Band unglaublich sympathisch. Zwischen den Songs transportierten Trold eine lockere und positive Ausstrahlung und brachten genau die Zutaten mit, die eine gelungene Folk-Metal-Party braucht: starke Melodien, viel Energie und jede Menge Spielfreude. Songs wie „Troldmanden“, „Heksen“ oder „Skovfesten“ sorgten immer wieder für Bewegung und gute Stimmung vor der Bühne.

Setlist: 01 I Skovens Rige 02 Med Høtyv Og Fakkel 03 Troldmanden 04havets Bund 05tusind År I Dvale 06 Heksen 07 Utysken 08 Mod Den Endeløse Skov 09 Skovfesten 10 En Kiste Fuld Af Minder 11 Bødlen 12 Til Gilde Under Bøgen 13 Sensommerbålet

https://www.facebook.com/troldband



HAVAMAL

Wenn melodischer Death Metal auf nordische Mythologie und epische Folk-Elemente trifft, entsteht genau die Art von Klanggewalt, für die Festivals wie das Dark Troll geschaffen wurden. Die schwedische Band Havamal brachte ihre Mischung aus Melodic Death und Viking Metal auf die Burg und sorgte mit kraftvollen Songs und einer starken Bühnenpräsenz für einen mitreißenden Auftritt.

Die 2016 gegründete Formation aus Schweden veröffentlichte im vergangenen November mit ‚Age of the Gods‘ bereits ihr drittes Album und präsentierte daraus auch mehrere Songs beim Dark Troll Festival. Von Beginn an wurde deutlich, dass Havamal nicht einfach nur harte Riffs auf die Bühne bringen wollten – hier ging es um Atmosphäre, Melodien und die Erschaffung einer eigenen Welt.

Bereits optisch hinterließ die Band Eindruck. Schwarze Bemalungen im Gesicht und auf dem Körper verliehen den Musikern eine zusätzliche raue, nordische Ausstrahlung und unterstrichen die epische Inszenierung ihrer Performance. Passend dazu erzeugten die dichten Arrangements und orchestralen Elemente immer wieder das Gefühl, sich mitten in einer alten Saga oder auf einem Schlachtfeld vergangener Zeiten zu befinden.

Mit dem Opener ‚Draugers March‘ ging es direkt kraftvoll los. Besonders stark präsentierte sich die Videosingle ‚The Day Of Reckoning‘ vom aktuellen Album, die live enormen Druck entwickelte und vom Publikum entsprechend gefeiert wurde.

Zum Abschluss wartete dann noch ein besonderer Höhepunkt auf die Zuschauer: Mit ‚Berserker‘ vom Debütalbum verabschiedete sich die Band mit einem echten Fan-Favoriten. Der Song, dessen Videoclip mittlerweile fast 200.000 Aufrufe auf YouTube erreicht hat, bildete einen kraftvollen Schlusspunkt und sorgte noch einmal für Bewegung vor der Bühne.

Setlist: 01 Draugers march 02 Sigurd Fafnirsbane 03 Nidhoggr 04 The Day of Reckoning 05 Jotun War 06 Wolfraiders 07 Berserker

https://www.facebook.com/Havamalofficial



SEVEROTH

Manche Auftritte fühlen sich nicht wie gewöhnliche Festivalshows an, sondern eher wie besondere Momente, die man bewusst aufsaugt, weil man nicht weiß, wann sich eine solche Gelegenheit wieder ergeben wird. Genau dazu gehörte der Auftritt von Severoth beim Dark Troll Festival. Mit dieser Verpflichtung gelang dem Veranstalter eine echte Überraschung für die Jubiläumsausgabe, denn Liveshows der Ukrainer waren bisher eine absolute Seltenheit – insbesondere in Westeuropa.

Severoth entwickelten sich über die Jahre zu einer festen Größe im Atmospheric Black Metal. Mit mittlerweile sechs Full-Length-Alben erschuf Bandgründer  Illia Rafalskyi eine Klangwelt, die sich zwischen Naturverbundenheit, Melancholie und fast grenzenlosen atmosphärischen Landschaften bewegt. Für die seltenen Live-Auftritte versammelt er weitere Musiker um sich, um die besondere Magie seiner Kompositionen auf die Bühne zu bringen.

Severoth bauten ihre Show langsam und bewusst auf, erschufen Schicht um Schicht eine dichte, beinahe hypnotische Atmosphäre. Die Verbindung aus atmosphärischem Black Metal und weitläufigen Ambient-Soundscapes wirkte dabei wie ein musikalischer Weg durch unbekannte Landschaften – mal ruhig und majestätisch, dann wieder düster und bedrückend. Der Song ‚Sunrise Will Come‘ eröffnete die intensive musikalische Reise. Die epische und zugleich hypnotische Stimmung zog sich wie ein roter Faden durch den gesamten Auftritt. Statt hektischer Bewegungen oder offensiver Bühnenaktionen stand die Musik selbst im Vordergrund. Gerade diese zurückhaltende Art verlieh dem Auftritt eine besondere Intensität und zog viele Zuschauer spürbar in ihren Bann. Die intensiven Stücke hatten alle eine Spieldauer von über zehn Minuten.

Die Songs des aktuellen Albums ‚Шляхом світла‘ entfalteten live ihre ganze Wirkung.  Mit ‚Far Above the Sky‘ fand der Auftritt schließlich einen würdigen Abschluss, der die Zuschauer beinahe schwerelos zurückließ.

Setlist: 01 Sunrise Will Come 02 Silver Dawns of Spring 03 And Winter in My Heart 04 Far Above the Sky

https://www.facebook.com/severoth



XIV DARK CENTURIES

Wenn es um deutschen Pagan Metal geht, gehören XIV Dark Centuries ohne Zweifel zu den festen Größen der Szene. Seit unglaublichen 28 Jahren stehen die Thüringer für ihren eigenen musikalischen Weg und bewiesen beim Dark Troll Festival eindrucksvoll, weshalb sie über all die Jahre ihren festen Platz behauptet haben. Die Band hat in der Vergangenheit bereits auf der Bühne des Summer Breeze Festivals gestanden, aber auch beim Wave Gotik Treffen waren sie ein gerngesehener Gast. Mit ihrem aktuellen Album ‚Aus uralter Zeit‘, das im vergangenen Dezember erschien, kehrten die Pagan-Pioniere zurück auf die Schweinsburg – mystischer und atmosphärischer denn je.

XIV Dark Centuries eröffneten ihre Dark-Troll-Show direkt mit neuem Material und machten bereits früh deutlich, dass ihre aktuelle Schaffensphase nichts an Intensität verloren hat. Die Songs wirkten kraftvoll und atmosphärisch zugleich und transportierten genau jene mystische Stimmung, für die die Band seit Jahren geschätzt wird.

Doch als wäre die ohnehin schon ausdrucksstarke Performance nicht genug gewesen, wurde dem Publikum noch ein zusätzliches optisches Highlight geboten: Die Fabelwesen der Schattenwelt Südharz gesellten sich zu den Musikern auf die Bühne und sorgten für einen Moment, der sich tief ins Gedächtnis eingebrannt haben dürfte. Die Verbindung aus Musik, Mythologie und visueller Inszenierung funktionierte dabei hervorragend und verlieh dem Auftritt eine beinahe zeremonielle Wirkung.

Spätestens beim Klassiker ‚Teutonentanz‘ erreichte die Stimmung vor der Bühne ihren Höhepunkt. Die Zuschauer gingen sichtbar mit, sangen mit und feierten die Band entsprechend lautstark. Gerade solche Momente zeigen, weshalb XIV Dark Centuries seit Jahrzehnten eine treue Anhängerschaft besitzen und zu einem beliebten Gast beim Dark Troll Festival geworden sind.

Setlist: Setlist: 01 Aus den Nebeln der… 02 Unendlichkeit 03 Aura der Dunkelheit 04 Runibergun 05 Svava 06 Teutonentanz 07 Wo Flüche leis geflüstert 08 Aus kalten Hallen 09 Atme den Wald 10 Skogafulka 11 Bragarful

https://www.facebook.com/xivdarkcenturies


DARK TROLL FESTIVAL 2026 – Tag 2 in Bornstedt 15.05.2026

Beim Festival gab es in diesem Jahr übrigens eine weitere Neuerung: eine zusätzliche Stellfläche für Caravans und Wohnwagen. Diese lag zwar nicht ganz so nah am Festivalgelände wie der beliebte Campground auf dem Sportplatz, der sich nur rund 100 Meter entfernt befindet.  Für die Besucher, die im Ortskern untergebracht waren, stand erneut der beliebte kleine Dark-Troll-Shuttle bereit. Während Festival-Shuttles anderswo meist nach festen Fahrplänen verkehren, setzte man in Bornstedt auf eine deutlich persönlichere Lösung: Ein kurzer Anruf beim Fahrer genügte – und schon machte sich das Fahrzeug auf den Weg, um die Fans direkt bis vor den Eingang zu bringen. Ein großartiger Service, der vielen die berüchtigten 96 Stufen vom Dorf hinauf zur Burg ersparte.

Wir selbst waren am Freitag ab der dritten Band vor Ort.


HELGRINDUR

Die Pagan-Metal-Formation Helgrindur aus Solingen hat sich in den vergangenen Jahren mit unermüdlicher Live-Präsenz und energiegeladenen Auftritten eine immer größere Fangemeinde erspielt. Nach Shows auf renommierten Festivals wie dem Ragnarök oder dem Aaargh Festival bewiesen die Musiker auch auf der Bühne des Dark Troll Festivals eindrucksvoll, weshalb ihr Name in der Szene zunehmend an Gewicht gewinnt. Mit ihrer Mischung aus Pagan Metal, durchzogen von Einflüssen aus Death und Black Metal, brachten sie eine intensive und zugleich atmosphärische Darbietung auf die Bühne.

Von Beginn an war deutlich zu spüren, dass die Band bestens aufgelegt war. Bereits früh suchte Frontmann den Kontakt zum Publikum und begrüßte die Besucher mit den Worten: „Ich merke, ihr habt Bock“ . Die Resonanz ließ nicht lange auf sich warten. Vor der Bühne herrschte vom ersten Moment an ausgelassene Stimmung auch angesteckt von den kopfkreisenden Musikern. Zahlreiche Besucher ließen sich mitreißen und verwandelten den Burgplatz in eine wogende Masse aus fliegenden Haaren und erhobenen Fäusten.

Musikalisch überzeugte Helgrindur mit einer druckvollen Mischung aus harten Riffs, eingängigen Melodien und der für die Band typischen epischen Atmosphäre. Songs wie ‚Fernweh‘,  oder ‚Herr des Waldes‘ entfalteten live eine enorme Wirkung und wurden vom Publikum begeistert aufgenommen. Dabei wirkte die Performance stets lebendig und voller Spielfreude. Ein besonderes Highlight der ohnehin starken Show war ohne Zweifel der Gastauftritt von Obscuritys Agalaz bei ‚Bergisches Land‘.

Mit ‚Zur Ewigkei‘ fand ein durchweg gelungener Auftritt seinen Abschluss. Helgrindur präsentierten sich als Band, die nicht nur musikalisch überzeugt, sondern auch eine starke Verbindung zum Publikum aufbauen kann. Die Mischung aus Härte, Atmosphäre und echter Leidenschaft funktionierte an diesem Nachmittag hervorragend und machte den Auftritt zu einem starken Pagan-Metal-Moment des Festivals.

Setlist: 01 An der Mühle 02 Fernweh 03 Aufbruch 04 Golem 05 Herr des Waldes  06 Mädchen 07 Ein Sturm 08 Bergisches Land feat Agalaz 09 Zur Ewigkeit

https://www.facebook.com/Helgrindur



LUCIFER’S COLD EMBRACE

Die Melodic-Blackened-Death-Metal-Band aus den Niederlanden begann ursprünglich als Soloprojekt von Gitarrist und Sänger Martin van Beek.  Mit orchestralen Elementen, scharfen Riffs und einem starken melodischen Kern entstand ein eigener Stil, der seit 2025 durch weitere erfahrene Musiker verstärkt wurde. Mit Joost Westdijk, Jory Hogeveen und Bas Wijnbergen bekam Lucifer’s Cold Embrace zusätzliche Live-Power und eine neue Dynamik.

Die 2018er Songs wie ‚Angels of the Bottomless Pit‘  oder ‚The Elegy of Lilith‘  zeigten eindrucksvoll, wie gut sich die Mischung aus melodischer Eingängigkeit und aggressiver Härte auf der Bühne umsetzen lässt.

Allerdings meinte es das Wetter während ihres Auftritts nicht besonders gut mit den Niederländern. Regen und wechselhafte Bedingungen sorgten dafür, dass sich ein großer Teil der Zuschauer lieber unter den schützenden Dächern der Bierstände oder unter den großen Bäumen rund um die Bühne sammelte. Der Atmosphäre schadete das allerdings überraschend wenig – vielmehr verlieh die Situation dem Auftritt fast noch eine zusätzliche düstere Note. Und trotz dieser äußeren Umstände lieferte die Band ein beeindruckend starkes Set ab. Auch das bereits zehn Jahre alte Stück  ‚Black Death‘ sorgte für druckvolle Momente.

Und dann kam der vielleicht erstaunlichste Fakt des gesamten Auftritts: Es handelte sich tatsächlich um die allererste Liveshow der Niederländer überhaupt. Nach diesem Auftritt stellten sich beinahe automatisch zwei Fragen: Warum habt ihr die Fans so lange auf diese erste Show warten lassen – und wie habt ihr es geschafft, eure Premiere derart souverän und eingespielt auf die Bühne zu bringen?

Mit dem unveröffentlichten Song ‚Ripples‘ und einem atmosphärischen Outro beendeten Lucifer’s Cold Embrace ein beeindruckendes Live-Debut.

Setlist: 01 Intro 02 Angels of the Bottomless Pit 03 The Witches‘ Mark 04 The Elegy of Lilith 05 Black Death 06 The Gift of Life 07 Legion 08 Ripples 09 Outro

https://www.facebook.com/luciferscoldembrace



HEIMDALLS WACHT

Wenn eine Band seit mehr als zwei Jahrzehnten auf der Bühne steht, spürt man oft schon nach wenigen Minuten, warum sie sich über so viele Jahre eine treue Fangemeinde erspielen konnte. Heimdalls Wacht lieferten beim Dark Troll Festival 2026 eine Show ab, die eindrucksvoll zeigte, weshalb sie zu den festen Größen der deutschen Pagan- und Black-Metal-Szene zählen.

Bereits beim Blick vor die Bühne wurde klar, dass die Band an diesem Abend zu den Publikumsmagneten gehörte. Vor der Bühne drängten sich zahlreiche Zuschauer, die sich diesen Auftritt nicht entgehen lassen wollten. Den Startschuss gab ‚Scyomantia‘, ein mittlerweile zehn Jahre alter Song, der jedoch nichts an seiner Wucht und Wirkung eingebüßt hat und das Publikum direkt auf Betriebstemperatur brachte.

Auch optisch wusste die Band zu überzeugen. Die markanten Bemalungen der Musiker verliehen dem Auftritt eine zusätzliche düstere Note und passten perfekt zur Atmosphäre ihrer Musik. Besonders lebendig wurde die Show aber durch die Bühnenpräsenz selbst: Immer wieder suchten die Musiker die Nähe zum Publikum, traten an den vorderen Bühnenrand und kamen sogar unter dem kleinen Bühnenvordach hervor – ganz nah zu den Fans. Genau solche Momente machen eine Liveshow greifbar und sorgen für eine besondere Verbindung zwischen Band und Publikum.

Die gesamte Performance von Heimdalls Wacht wirkte unglaublich lebendig und abwechslungsreich. Statt statisch ihre Songs herunterzuspielen, war ständig Bewegung auf der Bühne, was die Energie des Auftritts zusätzlich verstärkte. Unterstützt wurde das Ganze durch eine starke Lichtshow, die besonders durch die Wetterbedingungen noch einmal an Wirkung gewann. Denn während leichter Nieselregen über das Festivalgelände zog, bohrten sich die Lichtstrahlen durch die feuchten Luftschichten und erschufen eine fast magische Kulisse vor der Bühne. Die Kombination aus Musik, Licht und Wetter verlieh dem gesamten Auftritt eine zusätzliche Intensität.

Songs wie ‚Wir sind die Wächter‘ oder ‚Jeder Abschied atmet den Tod‘ sorgten für weitere starke Momente, bevor  der 20 Jahre alte Klassiker ‚Des Nordens Stern‘ einen würdigen Abschluss einer sehr starken Heimdalls Wacht Show bildete.

Setlist: 01 Scyomantia 02 Ekte Westfäölske Svatte Metall 03 Geheimbund 04 Wir sind die Wächter 05 Alles ist grau  06 Jeder Abschied atmet den Tod 07 Des Nordens Stern

https://www.facebook.com/heimdallswacht


Die Fans hatten eine unermüdliche Energie in sich. Mit erhobenen Fäusten und wehenden Haaren boten die Dark Troll Besucher den Bands eine Stimmung wie aus dem Märchenbuch – das war einfach wundervoll.



OBSCURITY

Wenn über die deutsche Death- und Viking-Metal-Szene gesprochen wird, fällt der Name Obscurity seit vielen Jahren nahezu automatisch. Die Bergischen Löwen gehören längst zu den Vorreitern des Genres und haben sich über die Jahre zur deutschen Speerspitze in diesem Bereich entwickelt. Mit mittlerweile acht Studioalben, zahllosen Festivalauftritten und einer beeindruckenden Bühnenhistorie zählen sie zu den festen Größen der Szene – und auch beim Dark Troll Festival gehören sie längst zum vertrauten Inventar.

Bereits 2009, als das Festival noch unter dem Namen Black Troll Festival stattfand, standen Obscurity auf der Bühne der Schweinsburg. Umso schöner wirkte ihre Rückkehr, denn die Verbindung zwischen Band und Festival ist über die Jahre sichtbar gewachsen. Gleichzeitig steht für die Band selbst ein besonderes Kapitel bevor: Im kommenden Jahr feiern Obscurity bereits ihr 30-jähriges Bestehen – und von Alterserscheinungen war auf der Bühne absolut nichts zu bemerken.

Ganz im Gegenteil: Mit ihrem Anfang 2026 veröffentlichten Album ‚Ascheregen‘ gelang der Band ein fulminanter Sprung in die deutschen Albumcharts und gleichzeitig der nächste Beweis dafür, dass die Band weiterhin voller Energie und Ideen stecken.

Den Auftakt ihres Sets gestalteten Obscurity äußerst kraftvoll. Mit ‚Wodanaz Kriger‘ vom Vorgängeralbum wurde direkt die Marschrichtung vorgegeben, ehe ‚Schicksal der Götter‘ unmittelbar nachlegte und vor der Bühne für Bewegung sorgte. Die Mischung aus melodischen Passagen, druckvollen Riffs und den markanten, hymnischen Strukturen funktionierte dabei wie gewohnt hervorragend.

Überhaupt wirkte die Band einmal mehr eingespielt und routiniert und transportierte genau jene Energie, die sie seit Jahrzehnten zu einer festen Live-Größe macht. Songs wie ‚Rùnar Vig‘,  oder ‚Ketzerjagd‘ sorgten immer wieder für starke Reaktionen im Publikum.

Natürlich durfte auch Material vom aktuellen Album nicht fehlen. Der Titelsong ‚Ascheregen‘ bewies eindrucksvoll, warum die aktuelle Veröffentlichung so viel Aufmerksamkeit erhalten hat und fügte sich nahtlos in das Set ein.

Den kraftvollen Schlusspunkt setzten die Musiker schließlich mit ‚Bergischer Hammer‘ – einem echten Klassiker aus dem Jahr 2010, der wie so oft für einen würdigen und energiegeladenen Abschluss sorgte. Nach einem stürmischen Beifall gab es für die euphorischen Fans sogar noch eine Zugabe.

Setlist: Setlist: 01 Wodanaz Kriger 02 Schicksal der Götter 03 Rùnar Vig 04 Schwur 05 Glod en Isa 06 Ketzerjagd 07 Ascheregen 08 Bergischer Hammer 09 Naglfar

https://www.facebook.com/obscuritybergischland



SKYFORGER

Wenn über Pagan Metal gesprochen wird, gehören Skyforger seit Jahrzehnten zu den Namen, die weit über ihre Landesgrenzen hinaus Bedeutung erlangt haben. Die lettische Formation zählt nicht nur zu den bekanntesten Metal-Exporten ihres Heimatlandes, sondern gilt seit vielen Jahren auch als eine der prägenden Bands des gesamten Genres. Beim Dark Troll Festival brachten die Musiker ihre einzigartige Mischung aus traditioneller lettischer Volksmusik, historischen Erzählungen und kraftvollem Metal auf die Bühne – und verwandelten die Burgmauern in eine Reise durch vergangene Jahrhunderte.

Inspiriert von der Geschichte ihrer Vorfahren, alten Legenden und den Geschichten der Semigallier entwickelte sich über die Jahre jener unverwechselbare Stil, der Skyforger heute ausmacht. Und genau diese Authentizität war während des gesamten Auftritts spürbar. Die Musik wirkte nie wie eine bloße Aneinanderreihung folkloristischer Elemente, sondern wie eine lebendige Reise durch die Geschichte Lettlands. Zwischen kraftvollen Gitarrenriffs, traditionellen Einflüssen und hymnischen Passagen entstand eine Atmosphäre, die zugleich kämpferisch, mystisch und emotional wirkte. Dabei schafften Skyforger mühelos den Spagat zwischen harter Metal-Energie und traditionellen Melodien.

Man spürte, dass die Fans sehnsüchtig auf diesen speziellen und auch durch die lettische Sprache etwas extravaganten Auftritt gewartet hatten. Gerade Stücke wie ‚Gada Īsākā Nakts‘,  oder ‚Migla Migla, Rasa Rasa‘ sorgten immer wieder für intensive Momente und ließen das Publikum sichtbar in diese besondere Welt eintauchen.

Mit ‚Zirgi Zviedza fand der Auftritt schließlich einen würdigen Abschluss und hinterließ das Gefühl, nicht nur ein Konzert, sondern eine musikalische Reise erlebt zu haben.

Setlist: Setlist: 01 Latviešu Strēlnieki 02 Ķēves Dēls 03 Rex Semigalliae 04 Kauja Garozas Silā. 1287 05 Esat Kā Vīri 06 Gada Īsākā Nakts 07 Kauja Pie Saules. 1236 08 Velnakmens 09 Pelīte 10 Migla Migla, Rasa Rasa 11 Zirgi Zviedza

https://www.facebook.com/skyforgerofficial



GROZA

Mit Groza folgte am Freitagabend einer jener Auftritte, die bereits im Vorfeld als besondere Highlights gehandelt wurden – und die Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, sondern eher noch übertroffen. Groza lieferten ein finsteres Meisterwerk zwischen den Burgmauern und gehörten auch zu unseren Festivalfavoriten. Die deutsche Black-Metal-Band hatte bereits Ende 2025 mit ihrer ‚Nadir over Europe‘-Tour quer über den Kontinent einen bleibenden Eindruck hinterlassen und unterstrich beim Dark Troll Festival eindrucksvoll, warum sie inzwischen zu den spannendsten Vertretern des modernen Black Metal gehören.

Seit der Gründung als Ein-Mann-Projekt von Sänger und Multiinstrumentalist P.G. im Jahr 2016 entwickelte sich Groza kontinuierlich weiter. Inzwischen stehen mehr als 120 Konzerte in über 20 Ländern auf der Liste der Deutschen – und genau diese Live-Erfahrung war auf der Bühne deutlich zu spüren.

Das aktuelle Material brachte der Band zudem endgültig den Sprung auf ein neues Level. Das neueste Album erreichte sowohl in Deutschland als auch in Österreich starke Chartplatzierungen und etablierte Groza endgültig als internationale Größe innerhalb des Genres.

Schon optisch wurde die Bühne unmittelbar in die typische düstere Groza-Welt verwandelt. Der inzwischen schon berühmte Mikrofonständer und die Musiker, gehüllt in schwarze Kapuzen und Lederwesten, inszenierten ihren Auftritt bewusst geheimnisvoll und erschufen zwischen den alten Burgmauern eine beinahe beklemmende Atmosphäre. Es wirkte weniger wie ein gewöhnliches Konzert und mehr wie ein bewusst inszeniertes Ritual.

Mit „Soul : Inert“ begann die Reise zunächst atmosphärisch, bevor mit „Asbest“ – dem Opener des aktuellen Albums – die Intensität sofort deutlich anzog. Klirrende Gitarren, aggressive Dynamik und die markante Stimme durchdrangen die Nacht und zogen das Publikum augenblicklich in ihren Bann.

Der Sound von Groza lebt dabei von starken Gegensätzen. Wut und Traurigkeit treffen auf sengende Melodien, rasende Blast Beats auf melancholische Gitarrenlinien und ruhige Passagen auf eruptive Ausbrüche. Gerade diese Dynamik verlieh dem Auftritt eine enorme Intensität.

Zu den Höhepunkten des Sets gehörte ohne Zweifel ‚Elegance Of Irony‘, dessen Videoclip bereits an der Marke von einer halben Million Aufrufen kratzt. Live entwickelte der Song eine enorme Kraft und wurde entsprechend gefeiert. Einen völlig anderen, aber ebenso intensiven Moment bot ‚Dysthymian Dreams‘, dessen ruhiger Mittelpart eine beinahe hypnotische Stimmung erzeugte und das Publikum für kurze Zeit spürbar in eine andere Welt versetzte. Den fulminanten Schlusspunkt setzte die Band schließlich mit der 2024 veröffentlichten Single ‚Daffodils‘. Ein würdiger Abschluss eines Auftritts, der vor allem eines hinterließ: Gänsehaut.

Setlist: 01 Soul : Inert 02 Asbest 03 Ouroboros 04 Elegance Of Irony 05 The Redemptive End 06 Equal. Silent. Cold. 07 Dysthymian Dreams 08 Unified In Void 09 Deluge 10 Daffodils

https://www.facebook.com/grozaband


DARK TROLL FESTIVAL 2026 – Tag 3 in Bornstedt 16.05.2026

Und schon waren wir am letzten Tag der Jubiläumsausgabe des Dark Troll Festivals angekommen. Dominierte an den ersten Tagen neben dem Bier noch der Glühwein, gönnten sich heute einige Festivalbesucher ein Softeis. Generell war das Speisenangebot für ein Festival dieser Größenordnung wieder extrem gut. Zu den schon bekannten und beliebten Ständen, wie zum Beispiel der Knobibäckerei oder dem Brathahn-Wagen,  kam in diesem Jahr noch der vegane Kitchen Riot hinzu, der unter anderem Burritos im Angebot hatte. Wettertechnisch war der Samstag der schönste Tag und auch musikalisch gab es am Abschlusstag noch einige Paukenschläge zu hören.


BARBAROSSA PIPES & DRUMS vs. SCHATTENWELT SUEDHARZ

Ein besonderes Highlight des Dark Troll Festivals 2026 waren zudem die Fabelwesen rund um die Mythen und Sagen des Südharzes, die auf dem Festival lebendig werden. Die Darsteller von Schattenwelt Suedharz streifen über das Gelände und sorgen nicht nur für zusätzliche Atmosphäre, sondern bieten auch beliebte Fotomotive für die Besucher. Außerdem mischten sich die Figuren in den liebevoll gestalteten Masken und Kostümen in diesem Jahr auch unter den Auftritt der Barbarossa Pipes & Drums, die den dritten Festivaltag mit Marsch und Musik einläuteten.

https://www.facebook.com/barbarossa.pipes
https://www.facebook.com/SchattenweltSuedharz



TYLANGIR

Es gibt Bands, die man musikalisch beschreiben kann – und es gibt Bands, die man erleben muss. Tylangir gehörten beim Dark Troll Festival eindeutig zur zweiten Kategorie. Obwohl die Band bereits seit 2018 ihre ganz eigene Klangwelt zwischen archaischem Folk, brachialem Metal und den düsteren Erzählungen uralter Walliser Sagen kreiert, war das heute für viele Festivalbesucher der erste Livekontakt mit der Schweizer Band.

Mit den Worten „Das ist unser zweites Konzert in Deutschland – und es könnte nicht legendärer sein“ wurde die Begeisterung auf der Bühne direkt spürbar. Besonders auffällig war dabei die enorme Resonanz vor der Bühne. Schon beim Opener des letzten Festivaltages versammelten sich ungewöhnlich viele Zuschauer vor der Bühne, was eindrucksvoll zeigte, wie groß die Neugier auf die Schweizer war. Und diese wurde mehr als belohnt.

Mit gutturalem Gesang in Walliser Mundart, aggressiven Gitarrenriffs und einer beeindruckenden Instrumentenvielfalt aus Bouzouki, Flöte, Harfe, Hackbrett, Rahmentrommeln, Rasseln und Tierhörnern entstand eine Atmosphäre, die sich kaum in klassische Genres einordnen ließ. Vielmehr wirkte die Musik wie ein Ritual – roh, mystisch und gleichzeitig hypnotisch.

Zwischendurch wanderte dann die Band-Flagge durchs Publikum, wodurch die Verbindung zwischen Bühne und Zuschauern weiter verstärkt wurde. Doch neben aller Spielfreude blieb vor allem die Show selbst in Erinnerung. Tylangir lieferten eine spektakuläre Performance ab und brachten genau das mit, was das Dark Troll Jahr für Jahr so besonders macht: dieses gewisse Extra an musikalischer Abwechslung und Bands, die sich bewusst von bekannten Pfaden entfernen.

Songs wie ‚Johannäli Fii‘, der ersten Videosingle der Band oder ‚Quatämbärchind‘ entfalteten ihre ganz eigene Wirkung und zogen das Publikum immer tiefer in die alpine Sagenwelt hinein, bevor ‚Rollibock‘ schließlich für einen kraftvollen Abschluss sorgte. Nach der Show stürmten die Fans den Merchstand der Band und wir mussten feststellen, dass einige Artikel bereits nach kurzer Zeit ausverkauft waren. Das hat wirklich Eindruck hinterlassen und schreit nach einer Wiederholung.

Setlist: 01 Totutanz 02 Ur-Chraft 03 Tylangir 04 Johannäli Fii 05 Quatämbärchind 06 Schmidja 07 Rollibock

https://www.facebook.com/tylangir



SPERE

Beim Dark Troll Festival zeigte sich einmal mehr, dass große Wirkung nicht zwangsläufig eine große Besetzung benötigt. Mit Spere betrat eine Band die Bühne, die mit nur zwei Musikern eine erstaunliche Klanggewalt entfachte und eindrucksvoll bewies, dass Intensität oft eher aus Atmosphäre und Energie als aus der Anzahl der Beteiligten entsteht.

Gegründet von Mitgliedern der deutschen Black-Metal-Bands Horn und Halphas, entstand Spere ursprünglich mit dem Ziel, minimalistischen, kraftvollen und tief frequentierten Black Metal zu erschaffen. Doch mittlerweile entwickelte sich das Projekt weit über klassische Genregrenzen hinaus. Nach dem Debütalbum rückten zunehmend Synthesizer und ungewöhnliche rhythmische Elemente in den Vordergrund und erweiterten den Sound um Einflüsse aus elektronischer Musik, Doom und Heavy Metal.

Was auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen mag, funktionierte live überraschend eindrucksvoll. Trotz der reduzierten Besetzung wirkte der Sound alles andere als leer. Natürlich kam dabei auch der ein- oder andere Ton vom Playback, aber das versteht sich bei dieser Besetzung von selbst. Das Duo entwickelte trotzdem eine enorme Wucht und erzeugte eine dichte Klangwand, die sich schwer und druckvoll über das Publikum legte.

Schon mit ‚Those Rations Came Foul‘ wurde deutlich, dass Spere nicht auf einfache Songstrukturen oder offensichtliche Melodien setzen. Stattdessen dominierten dunkle Atmosphäre, schwere Grooves und eine fast hypnotische Dynamik das Geschehen auf der Bühne. Die Band hat 2025 mit ‚Engine Fire‘ und ‚Boneless Casket‘ zwei Singles veröffentlicht, die es auch heute Nachmittag beim Dark Troll zu hören gab.

Mit ‚Our Days Are Dripping From the Drum‘ fand der Auftritt schließlich einen würdigen Abschluss und ließ ein Publikum zurück, das ein weiteres Beispiel dafür erlebt hatte, wie vielfältig das Dark Troll Festival Jahr für Jahr aufgestellt ist.

Setlist: 01 Those rations came foul 02 Engine fire 03 Slip the oar 04 Bearer 05 Krier 06 Boneless casket 07 Our days are dripping from the drum

https://www.facebook.com/spere.metal



VANAHEIM

Mit Vanaheim betrat eine Band die Bühne, die es versteht, Geschichten nicht nur zu erzählen, sondern sie regelrecht lebendig werden zu lassen. Die Niederländer brachten ihre Mischung aus epischem Pagan Metal und eingängigem Folk Metal zum Dark Troll Festival und sorgten für einen Auftritt, der kaum jemanden stillstehen ließ.

Stürmische Härte, tanzbare Rhythmen und große Melodien prägen den Sound der Band und genau diese Mischung funktionierte live hervorragend. Als Rückkehrer zum Dark Troll Festival war die Band vielen bereits bekannt und man wusste, wie gut das jetzt wird. Mit einem begeisterten „Wollt ihr einen neuen Vanaheim-Song hören?“ wurde die Menge direkt eingebunden. Rhythmisches Klatschen begleitete zunächst die ersten Töne, bevor der Song förmlich explodierte und die Energie vor der Bühne schlagartig nach oben schoss.

Spätestens jetzt herrschte ausgelassene Stimmung auf dem Festivalgelände. Mit einem lauten „Dark Troll – let’s go!“ dauerte es nicht lange, bis sich vor der Bühne ein kleiner Circle Pit bildete und die Zuschauer sichtbar in Bewegung gerieten.

Immer wieder sorgte die Band mit lockeren Ansagen für zusätzliche Stimmung. „Könnt ihr ein bisschen singen?“ wurde ebenso begeistert aufgenommen wie die Frage „Wollt ihr was schnelleres?“, die vom Publikum kaum deutlicher beantwortet werden konnte. Für einen weiteren humorvollen Moment sorgte die Ansage „Jetzt zerstören wir diesen Ort“, die allerdings direkt mit einem Lachen ergänzt wurde: „Natürlich nicht komplett – sonst gibt es das Dark Troll nicht mehr.“ Solche spontanen und sympathischen Momente machten die Verbindung zwischen Band und Publikum umso greifbarer.

Vor allem aber blieb die Musik selbst hängen: große Melodien, treibende Rhythmen und eine Energie, die sich mühelos auf das Publikum übertrug. Tolle Stimmung, viel Bewegung vor der Bühne und eine mitreißende Performance – Vanaheim lieferten einmal mehr eine richtig starke Show ab und bewiesen eindrucksvoll, warum ihre Mischung aus Folk und Pagan Metal live so gut funktioniert.

Setlist: Setlist: 01 Uit Steen Geslagen 02 Reuzenspraak 03 De Overtocht 04 The Dwarven Chant 05 Eendracht Maakt Macht 06 Onbevangen

https://www.facebook.com/VanaheimBand


Die äußere Burgmauer ist ein beliebter Treffpunkt der Festivalbesucher um sich für ein paar Minuten einige Meter abseits der Bühne zu erholen, tolle Gespräche zu führen oder die etwa 50km weite Fernsicht zu genießen.



ZØRZA

Es war inzwischen nach 18 Uhr und das Dark Troll Festival bog langsam auf die Zielgerade ein. Müdigkeit? Fehlanzeige. Die Metalheads standen weiterhin erwartungsvoll vor der Bühne und warteten auf den nächsten Programmpunkt. Als schließlich ZØRZA die Bühne betraten, war schnell klar, dass nun keine gewöhnliche Black-Metal-Show folgen würde.

Die im Sommer 2022 in Polen gegründete Band verfolgte von Beginn an das Ziel, Black Metal bewusst über die bekannten Genregrenzen hinauszuführen. Bereits ihre selbst veröffentlichte EP ‚IEI‘ aus dem Jahr 2023 sorgte für Aufmerksamkeit und führte die Band schließlich zum polnischen Label Godz ov War Productions. Mit dem Album ‚Hellven‘ folgte 2024 der nächste wichtige Schritt und gleichzeitig ein Werk, das sich als prägender Meilenstein für die noch junge Band herausstellte.

Live zeigte sich schnell, worauf der Fokus von ZØRZA liegt: Atmosphäre. Hypnotische und gespenstische Melodien trafen auf melancholische Schwere und rohe Emotionen. Zwischen dunklen Gitarrenwänden und melancholischen Passagen entstand ein Klangbild, das das Publikum regelrecht in eine andere Welt zog. Beim Dark Troll konzentrierte sich die Band allerdings größtenteils auf Material ihres 2024er Albums und präsentierte beinahe das komplette Werk live.

Bereits ‚Western Forest Rites‘ eröffnete den Weg in diese dunkle Klanglandschaft, bevor ‚Night of the Werewolf‘ und ‚Death II‘ die Stimmung weiter verdichteten. Der Auftritt erreichte nun schon fast eine hypnotische Intensität. Am Ende sorgte der Song ‚Danse Macabre‘ für einen würdigen Abschluss.

Aber es lohnt sich auch ein Blick voraus, denn in wenigen Wochen erscheint mit ‚Twilight of the Golden Star‘ bereits das nächste Album der Polen.

Setlist: 01 Western forest rites 02 Night of the werewolf 03 Death II 04 Lunacy of memories  05 The crown with silver thorns 06 Zorza II 07 Death I 08 Under the reign of the black moon 09 Danse macabre

https://www.facebook.com/zorza.pbm



FEJD

Je weiter sich das Dark Troll Festival dem Ende näherte, desto deutlicher wurde, dass die Besucher noch längst nicht an Energie verloren hatten. Als Fejd die Bühne betraten, wartete bereits eine bestens aufgelegte Menge darauf, sich erneut in eine andere Welt entführen zu lassen – und genau das lieferten die Schweden eindrucksvoll ab.

Die Geschichte von Fejd begann bereits 2001, das Debutalbum ließ allerdings bis 2009 auf sich warten. Aber dann legten die Brüder Rimmerfors und ihre Bandkollegen so richtig los – Wacken Open Air, Summer Breeze und Wave Gotik Treffen waren die ersten großen Stationen auf den deutschen Bühnen.

Fejd entwickelten über die Jahre einen unverwechselbaren Sound, der die Band auch heute ausmacht: Die Kraft des Metals trifft auf nordische Melancholie, traditionelle Melodien und eine Atmosphäre, die das Publikum scheinbar in längst vergangene Zeiten versetzt.

Und genau diese besondere Stimmung war bereits ab den ersten Momenten spürbar. Magische Melodien und traditionelle Instrumente verschmolzen zu einem Klangbild, das sich gleichzeitig kraftvoll und verträumt anfühlte. Die Musik wirkte wie ein Tor in eine andere Welt – irgendwo zwischen uralten Sagen, nordischen Landschaften und mittelalterlicher Mystik.

Die Schweden arbeiten derzeit seit fast zwei Jahren an neuem Material und hatten bereits eine erste Kostprobe mit nach Bornstedt gebracht. Die Frage an das Publikum „Mögt ihr die neuen Songs?“ wurde unmittelbar und lautstark mit einem begeisterten „Jaaa!“ beantwortet. Kurz darauf folgte mit einem Schmunzeln die Ansage: „Jetzt spielen wir einen alten.“

Vor der Bühne herrschte währenddessen durchgehend beste Stimmung. Die Haare wurden ununterbrochen geschüttelt und überall vor der Bühne waren begeisterte Gesichter zu sehen.

Songs wie ‚Den Skimrande‘ oder ‚Älvagrimmar‘ entfalteten ihre volle Wirkung und zeigten eindrucksvoll, wie harmonisch Fejd Folk-Elemente und Metal miteinander verbinden. Mit ‚Yggdrasil‘ fand die Reise schließlich ihren passenden Abschluss, der von lautstarkem Applaus begleitet wurde.

Setlist: 01 Bergakungen 02 Gryning 03 Den skimrande 04 Nidhögg 05 Drängen & Kråkan 06 Älvagrimmar 07 Offerrök 08 Svarta tjärn 09 Nifelheim 10 Yggdrasil

https://www.facebook.com/Fejdofficial



NAGLFAR

Weiter ging es beim Dark Troll Festival mit Musik aus Schweden – diesmal allerdings deutlich härter. Was nun auf die Besucher wartete, war nicht einfach nur eine weitere Band im Line-up, sondern eine echte Institution des melodischen Black Metal. Mit Naglfar betrat eine Band die Bühne, die seit Jahrzehnten zu den prägenden Namen des Genres gehört.

Die bereits 1992 gegründeten Schweden stehen seit jeher für eine kompromisslose Verbindung aus melodischer Eingängigkeit und roher Aggression. Mit sieben veröffentlichten Studioalben im Gepäck und unzähligen Jahren Bühnenerfahrung im Rücken feierten Naglfar nun erstmals ihren Einzug in die alten Gemäuer des Dark Troll Festivals – und lieferten genau das ab, was man sich von einer Band dieses Kalibers erhofft.

Von der ersten Minute an entwickelte sich eine enorme Wucht vor der Bühne. Mit ‚Feeding Moloch‘ vom Album ‚Harvest‘ eröffneten die Schweden ihren Auftritt ohne Umwege und machten direkt klar, dass hier keine Zeit für vorsichtigen Aufbau verschwendet werden würde. Rasende Gitarren, präzises Schlagzeugspiel und die charakteristische Mischung aus Melodie und Härte legten sich sofort über das Festivalgelände.

Voller Energie fegte die Musik der Band förmlich über die Köpfe der Fans hinweg. Die dichten Gitarrenwände und die enorme Dynamik entwickelten eine solche Intensität, dass man beinahe glauben konnte, die alten Burgmauern würden langsam beginnen mitzuschwingen.

Naglfar bewiesen heute Abend eindrucksvoll, weshalb sie über so viele Jahre ihren Status als Szenegröße behaupten konnten. Trotz aller Härte verloren die Schweden nie ihre melodische Seite, die ihren Sound seit jeher so unverwechselbar macht. Die Band hatte auch Songs vom 2020er Top40 Album ‚Cerecloth‘ dabei und sorgten für anhaltende Bewegung vor der Bühne. Mit  dem Titelsong des 2007er Albums ‚Harvest‘ setzen Naglfar den Schlusspunkt unter einen energiegeladenen Auftritt und waren zweifellos eines der Highlights der Jubiläumsausgabe des Dark Troll Festivals.

Setlist: Setlist: 01 Feeding Moloch 02 The Darkest Road 03 Bring Out Your Dead 4 0Vortex of Negativity 05 And the World Shall Be Your Grave 06 Like Poison for the Soul 07 Horncrowned Majesty 08 Blades 09 Cerecloth 10 A Swarm of Plagues 11 Harvest

https://www.facebook.com/naglfarofficial


Wir möchten zum Abschluss noch Danke sagen. In Fiction Entertainment haben erneut ein unvergessliches Dark Troll Festival organsiert und bei der Bandauswahl ein gutes Gespür gehabt. Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr, wenn die Burg Bornstedt bereits ab 6. Mai die Tore für das schönste Festival des Jahres öffnet.

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