QUICKIE DER WOCHE: Das Kurzinterview mit Faith Federica Sciamanna (THE SHIVER)


von Marko Jakob

Pix666: Hallo und danke, dass du dir die Zeit für einen ‚Quickie‘ genommen hast. Als erstes möchte ich dir die Frage nach deinem Namen ‚Faith‘ stellen. Ist das ein Nickname oder Künstlername, und wenn ja, wie bist du darauf gekommen oder wer hat ihn dir gegeben?

Faith:
Hallo! Es ist mir ein Vergnügen, mit dir, lieber Marko, “digital” hier zu sein!

Nun, ich bin ein großer Fan von The Cure, und der Name Faith wurde vom 1981 veröffentlichten The Cure Album inspiriert. Ich habe meine Teenagerzeit damit verbracht, ihnen zuzuhören, neben vieler anderer Musik, kann ich sagen, dass ich auf Alternative Rock, aber auch Doom und Black Metal stand. Dann beachte auch, dass mein Name Fede(rica) auf Englisch ‚Faith‘ bedeutet.


Pix666: Deine Band The Shiver gibt es jetzt seit über zehn Jahren. Wenn eine Band so lange zusammen ist, gab es bestimmt auch Höhen und Tiefen – was war das beste und das schlechteste Erlebnis mit der Band?

Faith: Ahah, ich fühle mich jetzt wirklich alt! Ja, die Band gibt es seit 2006 oder vielleicht sogar noch ein bisschen länger. Die Sache ist die, ich bin das Gründungsmitglied, zusammen mit Finch (dem Schlagzeuger). Dann hatten wir viele verschiedene Gitarristen und Bassisten, die in diesem Projekt gespielt haben. Wir sind immer noch mit einigen befreundet, als wären wir Brüder, und sie sind glücklich über alles, was wir in dieser Zeit getan haben. Jetzt denke ich endlich, dass wir unsere wahre Formation gefunden haben: Morris als Bassist und Jack als Gitarrist. Wir sind wie eine Familie und wir genießen unsere gemeinsame Zeit auf der Bühne und auch außerhalb.

Die Erlebnisse auf Tour oder im Studio sind immer zu vielfältig, aber ein bemerkenswertes Ereignis war die Tour 2016. Wir waren Opener für meine Lieblingsband, Dead Letter Circus aus Australien auf deren Europatournee, und unser Van hatte in Großbritannien einen Schaden. Wir spielten die Gigs weiter und jeder Tag war eine härtere Herausforderung. Ich habe immer noch das Bild von Morris und mir vor Augen, als wir nachts den Van-Wassertank auf dem britischen Highway auffüllten, und den Trucks die sehr schnell an uns vorbeifuhren. Nach dieser Tour hatten wir eine weitere Tour als Opener auf der Theatertour von Tarja Turunen. Wir trafen auf der Tour einen verrückten Fahrer, der versuchte, uns in Frankreich umzubringen. Ich musste die ganze unglaubliche Geschichte aufschreiben und jetzt ist daraus ein ganzes Buch namens “Tour Stories” geworden. Das Buch kann man hier bestellen: https://www.scatoleparlanti.it/forme/tour-stories/


Pix666: Ihr habt bisher 4 Alben veröffentlicht. Vor einigen Jahren habt ihr zu den Singles auch wunderschöne Videoclips gedreht. Warum gab es in letzter Zeit keine Videos mehr und sind für die Zukunft wieder Videoclips geplant?

Faith: Ja, wir waren immer sehr vorsichtig mit unseren Videos und wir wollen nur die beste Qualität. Die Wahrheit ist, wie ich schon sagte, dass Flinch und ich bis 2017 alleine waren und wir in den letzten 6 Jahren einen großen Teil unserer Energie in die Entwicklung unserer Musikschule ‚Backstage Academy‘ gesteckt haben. (https://www.facebook.com/backstageacademyofficial/?ref=br_rs) Wir hätten also gute Videopartner finden müssen, die sich um unsere Videoclips und deren Inhalte hätten kümmern müssen – und das ist nicht passiert. Jetzt, da unsere ‚Familie‘ aus 4 vertrauenswürdigen und kompetenten Leuten besteht, planen wir große Dinge für das nächste Album (wir schreiben es gerade!) und ich verspreche, wir werden euch damit überraschen!


Pix666: Vor kurzem habt ihr 5 Shows zusammen mit der berühmten finnischen Band The Rasmus in ausverkauften Hallen gespielt. Wie kam es zum Kontakt mit The Rasmus und welchen Stellenwert haben diese Konzerte in deiner Karriere?

Faith: Nun, wir spielten 28 Shows mit ihnen, diese Tour war großartig! Die Veranstaltungsorte auf dieser Tour waren die bekanntesten Locations in Europa und ich konnte es kaum erwarten, dort aufzutreten.

Unser Manager (k2 music managent) hat es arrangiert und wir sind sehr dankbar dafür.

Das erste, was man von so etwas bekommt, ist ERFAHRUNG. Wir waren schon immer eine Live-Band und in den letzten Jahren haben wir nur auf sehr großen Bühnen gespielt, das gab uns viel mehr Bühnenpräsenz und das Bewusstsein, wie verrückt man das Publikum machen kann!

Und zweitens: Mehr Fans und Leute, die unsere Musik mögen. Ich möchte jedem einzelnen von ihnen für seine Unterstützung, Wärme und Liebe danken.

Während unserer Tournee haben wir uns entschieden, ein Video zu drehen, um uns an das erstaunliche Gefühl, am Leben zu sein, zu erinnern: https://www.youtube.com/watch?v=Ky2PJEnvOVE


Pix666: Auch in der Vergangenheit waren The Shiver schon mit international bekannten Bands zusammen unterwegs – z.B. Papa Roach, Misfits oder Tarja. Seid ihr nun selbst auch bereit für den nächsten Schritt – für eine eigene größere Headliner Tour?

Faith: Ehrlich gesagt, wir sind noch nicht bereit. Ich will, dass es perfekt ist. Ich möchte das beste Album aller Zeiten machen, damit die Leute in unserem Sound versinken, und dann werden wir darauf vorbereitet sein.

Im Jahr 2020 werden wir wieder auf Tour kommen! Seid ihr bereit????


Pix666: Vor kurzem hattet ihr einen Festivalauftritt in Deutschland, beim Autumn Moon Festival. Ihr wurdet von den deutschen Fans stürmisch gefeiert. Wie sehr unterscheiden sich Stimmung und Publikum, wenn ihr bei einem Gothic Festival spielt, oder als Support von Bands, die teilweise dem Mainstream angehören?

Faith
: Ha! Die Gothic Szene ist meine Szene, ich gehöre seit Ewigkeiten zu dieser Welt. Ich habe das Autumn Moon Festival geliebt. Ich wünschte, ich wäre jedes Jahr dort! Danke an alle, die da waren.

In den Mainstream zu gehen, ist immer ein soziales Experiment. Der erste große Unterschied ist, dass ich gelernt habe, was ich auf der Bühne machen kann oder was ich lieber nicht tun sollte. Ich bin viel zu energisch auf der Bühne und ich liebe es, mich in die Menge zu stürzen – um die Leute zu begeistern und zusammen in höchsten Gefühlen durchzudrehen. Nun, ich musste das bei einem Mainstream-Publikum einschränken, weil sie Angst zu haben schienen!

Zweitens…. Mainstream-Fans sorgen sich sehr um dich. Ich war auf der Tour krank und sie brachten mir Medikamente! Viele Leute haben viel geschrieben und wollten mehr über mich und die Band wissen – aber nicht auf lästige Art und Weise! Ich habe mich sogar mit einigen von ihnen angefreundet.

Überlegungen: Jeder Mensch ist wertvoll und einzigartig. Und ich liebe es, Menschen zu treffen, Energien und Erfahrungen auszutauschen, auch wenn sie so anders sind, als ich.

Du kannst leicht in einen Stereotyp verfallen, auch wenn du mit den seltsamen, alternativen Leuten unterwegs bist, also sei immer DU SELBST!


Pix666: Gibt es schon Pläne für die Zukunft? Ein nächstes Album, eine Tour? Ich glaube, Deutschland ist bereit für euch!

Faith: Ich glaube schon! Ich veröffentliche bald mein erstes Soloalbum, also werde ich auch mit diesem Projekt (Electro/Ambient/Newwave) auf Tour gehen und natürlich muss ich wieder zurück nach Deutschland kommen. Das neue The Shiver-Album wird eine kleine Herausforderung werden. Wir arbeiten mit Kim Benzie vom Dead Letter Circus als Produzent zusammen, also muss alles perfekt sein. Nachdem das Album fertig ist, kommen wir wieder nach Norden und können es kaum erwarten. Seid bereit, denn das neue Zeug klingt unglaublich heiß!

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Xoxo

Faith


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