SCHATTENWELT FESTIVAL 2026 – DAS GOTHIC UND ELECTRO EVENT FEIERT EIN GRANDIOSES COMEBACK
von Lucifera.Noir Lesedauer 10 Minuten
Nach dem gelungenen Auftakt im Replugged Vienna ging das Schattenwelt Festival 2026 am Samstag in die zweite Runde. Schauplatz des Finaltages war diesmal die Kultlocation ((Szene)) Wien, die sich einmal mehr als perfekter Treffpunkt für die Gothic- und Dark-Music-Szene erwies. Eine kleine Änderung im Timetable gab es allerdings kurzfristig: Seelennacht mussten ihren Auftritt leider absagen. Eine Autopanne machte Marc und René die Weiterreise nach Wien unmöglich. An dieser Stelle schicken wir ganz liebe Grüße an die beiden und hoffen, euch schon bald wieder in Wien begrüßen zu dürfen! Abseits der Bühne hatte der Schattenwelt Verein ebenfalls einiges auf die Beine gestellt. Merchandising gab es sowohl im Innen- als auch im Außenbereich und eine eigens eingerichtete Photocorner bot zahlreiche Möglichkeiten für Erinnerungsfotos. Besonders der Vereinsfotograf durfte sich über jede Menge toll gestylter Motive freuen. Die entstandenen Bilder gibt es übrigens auf der Website https://schattenwelt.at/ zu bestaunen. Musikalisch sollte es an diesem Abend wieder ordentlich abwechslungsreich werden. Melodischer Dark Rock, treibender Dark Electro und eine geballte Ladung Industrial standen auf dem Programm. Fünf Bands sorgten schließlich für einen würdigen Abschluss der siebten Ausgabe des Schattenwelt Festivals.
DEEPER YOU
Den musikalischen Startschuss am Samstag gaben Deeper You aus Hollabrunn. Mit ihrem melodischen Dark Rock und Synth-Rock sorgten sie gleich zu Beginn für eine angenehm harmonische Atmosphäre. Gefühlvolle Gesangspassagen, schöne Melodien und abwechslungsreiche Songs kamen beim bereits versammelten Publikum bestens an und wurden mit entsprechendem Applaus honoriert. Auch neues Material hatten die Niederösterreicher mitgebracht. „Der nächste Song ist von unserer kommenden EP, die am 4. Dezember erscheint“, kündigte Sänger Nick an. Mit „Off The Edge“ gab es daraufhin einen vielversprechenden Vorgeschmack auf das kommende Release mit dem Titel „Alles wird gut“. Anschließend wurde es mit einem rockigen Depeche-Mode-Cover noch einmal besonders interessant. Leider machte der Technikgott den Musikern anschließend einen Strich durch die Rechnung. Eine technische Panne an einem Instrument ließ sich nicht mehr beheben und so musste die Band ihren Auftritt bereits nach dem fünften Song vorzeitig beenden. Schade, denn der Auftakt hatte durchaus Lust auf mehr gemacht!
SIVA SIX
Hat jemand etwas gesehen? Wir nicht! Und dem Sänger schien es gleich zu Beginn ähnlich zu gehen, denn beinahe wäre es zu einem unfreiwilligen Abgang von der Bühne gekommen. Ein kleiner Schreckmoment, der glücklicherweise glimpflich ausging. Das griechische Dark-Electro-Duo präsentierte sich in der ((Szene)) Wien beinahe unsichtbar – doch im Zuschauerbereich spielte sich längst ein Spektakel ab. Die treibenden Beats und düsteren elektronischen Klänge ließen die Besucher förmlich explodieren. In der Location wurde getanzt, getanzt und nochmals getanzt. Die Fans hatten sichtlich Spaß und verwandelten den Bereich vor der Bühne in eine einzige große Tanzfläche. Siva Six lieferten damit den perfekten Beweis, dass eine mitreißende Show nicht unbedingt von großen Bühnenaktionen abhängig ist. Manchmal reichen die richtigen Beats, um einen ganzen Club in Bewegung zu versetzen.
SCHRAMM
Nach der eher mysteriösen Bühnenpräsenz von Siva Six wurde es mit Schramm wieder deutlich visueller. Die deutsche Industrial-Band betrat die Bühne und machte von der ersten Minute an ordentlich Druck. Für Schramm war es bereits der zweite Auftritt beim Schattenwelt Festival und die Freude über die Rückkehr nach Wien war den Musikern deutlich anzumerken. Mit Schlagzeug, Gitarre und Keytar wurde eine kraftvolle Mischung aus Industrial und elektronischen Elementen geboten. Besonders interessant waren die zusätzlichen Theremin-Einlagen, die einigen Songs eine ganz eigene, beinahe mystische Klangfarbe verliehen. Auch optisch gab es einiges zu sehen. Der Gitarrist nutzte einer Ventilator auf der Bühne geschickt, um seine Haare passend zu den mitreißenden Rhythmen durch die Luft wehen zu lassen. Dazu eine bestens aufgelegte Band und ein Publikum, das lautstark mitklatschte und die Musiker ordentlich anfeuerte. Einer der Höhepunkte des Sets war zweifellos „Schreie“, bei dem die Stimmung noch einmal deutlich anzog. „Schön, wieder hier zu sein – nach acht Jahren!“, freute sich die Band über ihre Rückkehr. Doch lange wollte man sich nicht mit Erinnerungen aufhalten. „Unser letzter Song – gebt noch mal alles!“ Und genau das wurde anschließend auch umgesetzt. Ein energiegeladener Auftritt, der Schramm sicherlich einige neue Fans und Freunde im Publikum beschert haben dürfte.
IN STRICT CONFIDENCE
Ein echtes Highlight des Abends stand mit In Strict Confidence auf dem Programm. Ganze elf Jahre waren seit dem letzten Wien-Auftritt vergangen, doch von irgendwelchen Anlaufschwierigkeiten war bei Dennis Ostermann und seinem Mitstreiter nichts zu merken. Mit „My Despair“ legte die Band gleich einen kraftvollen Einstieg hin. Begleitet von passenden Videoprojektionen entwickelte sich rasch die gewohnte ISC-Atmosphäre. „Wien, geht’s euch gut?“, wollte Dennis wissen, bevor es mit „Set Me Free“ weiterging. Spätestens bei „Morpheus“ waren dann auch die Fans bis in die hinteren Reihen in Bewegung. Dennis hatte eine ganze Reihe seiner Klassiker mit nach Wien gebracht und so fühlte sich diese erste Show nach über einem Jahrzehnt beinahe so vertraut an, als wäre der letzte Auftritt erst gestern gewesen. Auch ein bekanntes Depeche-Mode-Cover durfte natürlich nicht fehlen. Anschließend ging es auf eine musikalische Zeitreise: „Der nächste Song stammt aus dem Jahr 1998“, kündigte Dennis an, bevor „Industrial Love“ erklang. Bei „Engelsstaub“ wurde das Tempo wieder ordentlich angezogen und die Tanzfraktion bekam erneut reichlich Gelegenheit, sich auszutoben. Weiter ging es quer durch drei Jahrzehnte ISC Diskographie: „Der Song verfolgt uns auch schon seit 26 Jahren und hat auf noch keiner Show gefehlt.“ Natürlich war damit „Zauberschloss“ gemeint! Doch damit war noch lange nicht Schluss. „Habt ihr noch ein paar Minuten? Könnt ihr noch?“, fragte Dennis in die Runde. Die Antwort fiel eindeutig aus. Mit „Herzattacke“ verabschiedeten sich In Strict Confidence schließlich von ihrem Wiener Publikum. „Danke an alle – Wien, es war fantastisch mit euch!“ Ein fulminanter Auftritt, bei dem einfach alles zusammenpasste. Dennis Ostermann zeigte sich wie gewohnt sympathisch, gesprächig und bestens aufgelegt. Nach elf Jahren Wartezeit war das Wiedersehen mit In Strict Confidence definitiv eines der Highlights des diesjährigen Schattenwelt Festivals.
SITD
Für den krönenden Abschluss der siebten Ausgabe des Schattenwelt Festivals sorgten schließlich SITD. Auch die deutsche Electro-Industrial-Formation war in der Vergangenheit bereits beim Schattenwelt Festival zu Gast und wusste natürlich genau, wie man das Wiener Publikum auf Betriebstemperatur bringt. Mit „Brother Death“ fiel der Startschuss und die ersten Besucher waren sofort wieder in Bewegung. Als nächstes folgte die neue Single der Band, die erst in der Vorwoche in Barcelona ihre Livepremiere feierte und damit heute Abend in Wien zum zweiten Mal überhaupt live gespielt worden war. Mit „Cicatrix“ ging es anschließend weiter und die Begeisterung im Publikum war längst nicht mehr zu übersehen. „Vielen Dank, Wien! Es ist gut, wieder hier zu sein“, ließ Sänger Carsten wissen. Stillstehen war mittlerweile ohnehin keine Option mehr. Bei „Brieselang“ wurde nicht nur getanzt, sondern auch kräftig im Takt mitgeklatscht. Und als anschließend „Amnesia“ angekündigt wurde, gab es von der Bühne gleich die passende Aufforderung: „Es darf getanzt werden, Wien!“ Die Stimmung war mittlerweile auf dem Höhepunkt angekommen. Carsten zeigte sich sichtlich begeistert: „Es macht so viel Spaß bei euch! Dankeschön, Freunde!“ Für den endgültigen Schlusspunkt durfte natürlich der wohl bekannteste und erfolgreichste Song der Band nicht fehlen. Bei „Snuff Machinery“ legte Carsten noch einmal einen Gang zu, wirbelte über die Bühne und suchte immer wieder den direkten Kontakt zu den Fans – mit den Besuchern in der ersten Reihe wurde sogar abgeklatscht, bevor ein rundum begeistertes Publikum die Band verabschiedete. Ein würdiger und stimmungsvoller Abschluss eines abwechslungsreichen Festivalabends!
SCHATTENWELT FESTIVAL 2026 – EIN GELUNGENES WIEDERSEHEN!
Zwei Abende, zwei Locations und jede Menge musikalische Vielfalt: Das Schattenwelt Festival hat mit seiner siebten Ausgabe eindrucksvoll bewiesen, dass die österreichische Gothic- und Dark-Music-Szene auch nach vier Jahren Pause nichts von ihrer Begeisterung verloren hat. Während am Freitag im Replugged Vienna die musikalischen Gegensätze von Piano über Dark Rock bis hin zu mystischem Electro im Mittelpunkt standen, verwandelte sich die ((Szene)) Wien am Samstag in einen pulsierenden Treffpunkt für Industrial- und Electro-Fans. Von den melodischen Klängen von Deeper You über die tanzbaren Beats von Siva Six und die energiegeladene Industrial-Show von Schramm bis hin zu den mit Spannung erwarteten Auftritten von In Strict Confidence und SITD wurde den Besuchern einiges geboten. Ein großes Kompliment geht natürlich an den Schattenwelt Verein, der mit viel Engagement und Liebe zum Detail ein Festival auf die Beine gestellt hat, das nicht nur musikalisch, sondern auch abseits der Bühne zu überzeugen wusste. Und eines wurde an diesem Wochenende einmal mehr deutlich: Die dunkle Szene lebt, sie tanzt und sie feiert – und das am liebsten gemeinsam! Wir hoffen auf eine nächste Ausgabe des Schattenwelt Festivals – danke schön, das hat Spaß gemacht!























































