ALBUM DES MONATS: AMON AMARTH – THE ALLFATHER AWAKENS (Metal Blade Records / Sony Music) VÖ 02.10.2026
Wenn die nordischen Götter zum Angriff blasen, bleibt kein Stein auf dem anderen! AMON AMARTH melden sich im Oktober 2026 mit ihrem neuen Studioalbum The Allfather Awakens zurück und zeigen eindrucksvoll, dass sie auch nach Jahrzehnten im Metal-Geschäft nichts von ihrer Durchschlagskraft eingebüßt haben. Die Schweden setzen erneut auf ihre bewährte Kombination aus wuchtigen Gitarren, mächtigen Melodien und jeder Menge nordischer Mythologie. Das Ergebnis ist ein Album, das von der ersten Minute an ordentlich Druck macht und gleichzeitig mit einigen interessanten Überraschungen aufwartet.
Gleich zu Beginn wird mit „Gjallarhorn“ ordentlich Alarm geschlagen. Die erste Singleauskopplung lässt keine Zweifel daran, dass AMON AMARTH ihren charakteristischen Sound weiterhin bestens beherrschen. Massive Riffs treffen auf Johan Heggs markantes Growling, während sich die eingängigen Melodiebögen sofort festsetzen. Ein energiegeladener Einstieg, der geradezu danach schreit, auch live für ausgelassene Stimmung zu sorgen.
Mit „Eight Legs Of Thunder“ geht die Reise anschließend tief hinein in die nordische Sagenwelt. Im Mittelpunkt steht Sleipnir, Odins sagenumwobenes Pferd mit den acht Beinen. Musikalisch wird daraus eine kraftvolle Metal-Hymne, die mit donnernden Gitarren und einer ordentlichen Portion Pathos daherkommt. Genau diese Mischung aus musikalischer Wucht und epischer Erzählkunst macht den besonderen Reiz der Schweden aus.
Auch im weiteren Verlauf bleibt das Niveau erfreulich hoch. „Kvasir’s Blood“ und „We Rule The Waves“ präsentieren sich als zwei weitere starke Nummern, die sich hervorragend in das Gesamtgefüge einfügen. Hier gibt es keine Experimente um jeden Preis, sondern AMON AMARTH in einer Form, in der man sie kennt und schätzt. Trotzdem wirkt das Material keineswegs wie eine Wiederholung früherer Veröffentlichungen. Die Songs besitzen genügend Eigenständigkeit und vermitteln durchgehend den Eindruck einer Band, die nach wie vor mit voller Überzeugung bei der Sache ist.
Eine ganz andere Facette offenbart sich mit „Upphaf“. Hier lassen es die Schweden überraschend ruhig angehen und betreten musikalisches Neuland: Erstmals in ihrer Bandgeschichte findet sich ein vollständig akustisches Stück auf einem Album. Statt donnernder Drums und verzerrter Gitarren stehen diesmal Atmosphäre und Klangfarben im Vordergrund. Das Ergebnis ist ein wunderbar mystischer Moment, der die nordische Seele der Band auf eine völlig neue Art zum Ausdruck bringt. Ein mutiger Schritt, der sich absolut bezahlt macht und dem Album eine zusätzliche emotionale Ebene verleiht. Doch die Ruhepause ist nur von kurzer Dauer.
Mit „Die With A War Cry“ kehrt die Band wieder zu ihrer gewohnten Angriffslust zurück. Spätestens bei „Raven God“ wird dann eines unserer persönlichen Highlights gezündet. Der Song überzeugt mit einer besonders gelungenen Verbindung aus Härte, Melodik und epischer Atmosphäre und hat definitiv das Zeug dazu, sich dauerhaft in den persönlichen Favoritenlisten festzusetzen. Auch der Titeltrack „The Allfather Awakens“, das kämpferische „Oden’s Hunt“ und das abschließende „Ascending Like an Eagle“ wissen zu überzeugen. Langweilig wird es auf dieser Reise durch die Welt der nordischen Götter jedenfalls zu keiner Zeit. Vielmehr gelingt es AMON AMARTH, die Spannung bis zum letzten Ton aufrechtzuerhalten und ein Album abzuliefern, das sowohl eingefleischte Fans als auch Liebhaber melodischer Death-Metal-Klänge begeistern dürfte.
Konstant hohes Niveau scheint bei AMON AMARTH mittlerweile zum Standard zu gehören. Nach mehreren Nummer-1-Alben und sogar einer Goldenen Schallplatte konnten die Schweden ihre Erfolgsgeschichte auch mit „The Allfather Awakens“ fortsetzen. Im deutschsprachigen Raum landete das neue Werk jeweils in den Top 5, in Österreich ging es sogar bis auf Platz 2 nach oben. Ein beachtlicher Erfolg, der einmal mehr zeigt, wie groß die Fangemeinde der Melodic-Death-Metal-Könige nach wie vor ist.
Fazit
Mit The Allfather Awakens liefern AMON AMARTH ein rundum überzeugendes neues Werk ab. Natürlich bleiben die Schweden ihrem unverwechselbaren Stil treu und erfinden den Melodic Death Metal nicht neu. Warum auch, wenn das Zusammenspiel aus brachialen Riffs, hymnischen Refrains und nordischer Mythologie nach wie vor so hervorragend funktioniert? Besonders erfreulich ist, dass neben den gewohnten Metal-Geschossen auch Platz für neue Ideen bleibt. Das akustische „Upphaf“ ist dafür das beste Beispiel und sorgt für einen spannenden Kontrast. Die Scheibe steckt voller starker Songs, weshalb die Wahl eines persönlichen Highlights gar nicht so einfach fällt. Wenn wir uns dennoch festlegen müssten, hätte „Raven God“ wohl die Nase vorne. Der Track ist für uns einer jener Momente, die auch nach mehreren Durchläufen besonders im Gedächtnis bleiben.
Pix666 vergibt 9,5 / 10 Punkte
TRACKLIST
01 Gjallarhorn
02 Eight Legs of Thunder
03 Kvasir’s Blood
04 We Rule the Waves
05 Upphaf
06 Die With a War Cry
07 Raven God
08 The Allfather Awakes
09 Oden’s Hunt
10 Ascending Like an Eagle
Hier geht es zum aktuellen Video:
Cover und Grafik © 2026 Amon Amarth & Metal Blade Records
Tour 2026
03.11.2026 – 🇦🇹 Wien, Gasometer
04.11.2026 – 🇩🇪 Bamberg, Brose Arena
06.11.2026 – 🇨🇿 Prag, O2 Universum
07.11.2026 – 🇩🇪 Berlin, Velodrom
08.11.2026 – 🇩🇪 München, Zenith
10.11.2026 – 🇮🇹 Mailand, Alcatraz
11.11.2026 – 🇨🇭 Zürich (Dübendorf), The Hall






