DAS ICH live im Viper Room Vienna 25.02.2026 | Fanal Tour |

von Marko Jakob  & Lucifera Noir Lesedauer 4 Minuten
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Ende Oktober 2025 endete eine lange Durststrecke für die Fans der Kultband Das Ich. Mit ‚Fanal‘ erschien nach fast 20 Jahren der lang ersehnte Nachfolger des Albums ‚Cabaret‘ aus dem Jahr 2006. Ende der 1980er/ Anfang der 1990er Jahre trug die deutsche Band mit Songs wie ‚Gottes Tod‘ und ‚Des Satans neue Kleider‘ maßgeblich zur Geburtsstunde eines neuen Genres bei – der Neuen Deutschen Todeskunst. Die Magie dieser Songs verbreiteten Das Ich über Jahrzehnte auf ausgedehnten, weltweiten Tourneen in Europa, USA, Südamerika und Asien. Und nun war die Zeit gekommen, endlich die neuen Songs vom Album ‚Fanal‘ live zu erleben – Das Ich besuchten Ende Februar 2026 den Viper Room Vienna.



DaGeist

Als Opener des Abends stand das Duo DaGeist aus Lille, Frankreich auf der Bühne – und schaffte es vom ersten Moment an, das Publikum in seinen Bann zu ziehen. Kurz nach 20 Uhr ging es los. Kaum hatten die ersten Töne eingesetzt, lockte DaGeist die Fans direkt vor die Bühne. Der Applaus war zu Beginn noch etwas zaghaft, fast neugierig-abwartend, doch diese Zurückhaltung sollte nicht lange anhalten. Mit jedem Song wuchs die Begeisterung im Raum spürbar. Ein erstes herzliches „Merci“ von der Bühne brach endgültig das Eis. Begleitet wurde die Show von stimmungsvollen Videoprojektionen, die den Songs zusätzliche Tiefe verlieh und die Atmosphäre im Club verdichteten. Spätestens ab dem dritten Song – ‚The Abyss Of Years‘ – wurde nicht mehr nur mitgewippt, sondern getanzt. Je flotter die Songs wurden, desto intensiver bewegte sich die Menge. Ein besonderes Highlight war der Moment, als der Bassist mitten in der Show ein Selfie mit einem Fan in der ersten Reihe machte – ein spontaner Schnappschuss, der die Nähe zwischen Band und Fans perfekt einfing. Kurz darauf folgte der nächste Überraschungsmoment: Beim darauffolgenden Song wagte der Sänger einen Ausflug ins Publikum, sang zwischen den Fans und sorgte damit für unmittelbare Konzertmagie. Gegen Ende der Show kündigte die Band mit den Worten „Danke Wien, das ist jetzt unser letzter Song“ den Abschluss an. Doch von ruhigem Ausklang konnte keine Rede sein: Mit dem Bass ging es hinein ins Publikum, rund um den Bassisten wurde mitgeklatscht, getanzt und gefeiert. Ein Kreis aus Begeisterung, Rhythmus und Energie bildete sich – ein würdiger Abschluss des DaGeist Auftritts.

Setlist: 01 In My City 02 X Dante 03 The Abyss Of Years 04 Stereo 05 Locked In Your Past 06 Trash Disco 07 No One Is Innocent

https://www.instagram.com/dageist_/



DAS ICH

Wenn eine Band seit Jahrzehnten für intensiven Dark-Wave-Sound und theatralische Bühnenpräsenz steht, dann ist es Das Ich. Im Viper Room Vienna wurde schnell klar: Das hier war kein gewöhnlicher Konzertabend, sondern ein hautnahes Livespektakel. Frontmann Stefan Ackermann tänzelte wie eine Ballerina über die Bühne – mal anmutig, mal exzentrisch, stets vollkommen in seiner Rolle aufgehoben. Seine unverwechselbare Gestik und Mimik machten jeden Song zu einer kleinen Inszenierung. Die rollenden Keyboards der Band hatten auf der kleinen Bühne zwar nicht den gewohnten „Auslauf“, sorgten aber dennoch für jede Menge Wirbel und eine ununterbrochen lebendige Show. Trotz der räumlichen Enge entstand eine enorme Dynamik, die den Club vom ersten Moment an elektrisierte. Was diesen Abend besonders machte, war die Nähe. Die Fans standen nur wenige Zentimeter vom Geschehen entfernt. Immer wieder wurde der Mikroständer ins Publikum gehalten – wer wollte und konnte, sang lautstark mit. In einem fast schon intimen Moment dienten Fans sogar als Halter eines Textblattes, während Ackermann am Bühnenrand kniete oder saß und seine Zeilen mit eindringlicher Intensität vortrug. Musikalisch spannte die Band einen Bogen zwischen neuen Songs und altbewährten Klassikern. Besonders ‚Kain und Abel‘ sowie ‚Gottes Tod‘ von der 1990er EP ‚Satanische Verse‘ entpuppten sich als absolute Fanhighlights und wurden frenetisch gefeiert. Auch ‚Die Propheten‘ und ‚Destillat‘ durften natürlich nicht fehlen. Mit der neuen Single ‚Lazarus‘ bewies die Band zudem, dass sie nichts von ihrer Ausdruckskraft verloren hat – ein Song mit echtem Dauerbrenner-Potenzial. Sehr mitreißend dargeboten wurde auch ‚Engel‘ aus dem Jahr 2002, das mit seiner emotionalen Wucht einmal mehr unter die Haut ging. Am Ende blieb das Gefühl, nicht nur ein Konzert erlebt zu haben, sondern Teil einer intensiven, beinahe theatralischen Zeremonie gewesen zu sein. Das Ich bewiesen eindrucksvoll, dass sie auch auf kleinstem Raum eine große, überwältigende Show bieten können.

https://www.facebook.com/Das.Ich.Band


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