THE FALL IV – Das Black Metal Festival live in der ((Szene)) Wien 21.03.2026

von Marko Jakob Lesedauer 5 Minuten


In der ((Szene)) Wien zeigte sich einmal mehr, warum das Konzept des The Fall Festivals voll aufgeht: Vom späten Nachmittag bis etwa Mitternacht standen insgesamt fünf Bands auf der Bühne und sorgten für ein dichtes, atmosphärisches Programm. Während drinnen die Musik dominierte, bot der Außenbereich mit seinem erweiterten Merch-Angebot im Gastgarten zusätzliche Möglichkeiten zum Stöbern und Entdecken. Auffällig – und letztlich stimmungsfördernd – waren an diesem Abend auch die vergleichsweise langen Pausen zwischen den Auftritten. Was zunächst wie ein Bruch im Ablauf wirken könnte, entpuppte sich schnell als Gewinn für das Gesamterlebnis: Es blieb mehr Zeit für Gespräche, fürs Durchatmen und natürlich für das ein oder andere Getränk. Genau diese Momente zwischen den Sets verliehen dem Abend ein fast schon klassisches Festivalgefühl – entspannt, kommunikativ und dennoch getragen von der Vorfreude auf das nächste musikalische Gewitter. Die nunmehr bereits fünfte Ausgabe des von TON Music Productions veranstaltetem Festivals war ein voller Erfolg.



MYSTERIVM XARXES

Der Auftritt von Mysterivm Xarxes im Rahmen des The Fall Festival zeigte eindrucksvoll, wie schnell sich eine intensive Live-Atmosphäre aufbauen lässt. Schon zu Beginn war es vor der Bühne in der Szene Wien ordentlich voll – ein klares Zeichen dafür, dass viele Besucher diesem Set entgegen gefiebert hatten. Von der ersten Minute an herrschte eine durchgehend starke Stimmung im Publikum. Die Band nutzte die dichte Kulisse perfekt aus und schuf mit ihrem Auftritt eine packende, beinahe hypnotische Atmosphäre. Unterstützt wurde das Ganze durch ein gelungenes Lichtkonzept, das die düsteren Klanglandschaften visuell unterstrich, sowie einen druckvollen, klaren Sound, der die Intensität der Performance zusätzlich verstärkte. Mit einer Spielzeit von knapp über 30 Minuten blieb keine Zeit für Längen – stattdessen präsentierte sich der Auftritt kompakt, fokussiert und wirkungsvoll. Ein Set, das zwar vergleichsweise kurz war, aber genau dadurch seine Energie bündelte und einen bleibenden Eindruck hinterließ.



GUYOD

Schon bevor Guyod die Bühne betraten, lag ein markanter Räucherstäbchenduft in der Luft, der sich wie ein unsichtbarer Schleier durch die ((Szene)) Wien zog und perfekt zur intensiven, fast schon rituellen Stimmung des Auftritts passte. Musikalisch gingen Guyod das Geschehen etwas gemächlicher an, doch genau dieses reduzierte Tempo verlieh ihrem Set eine besondere Wucht. Die Songs bauten sich langsam auf, entfalteten dabei aber eine enorme Tiefe und Sogwirkung. Spätestens beim vierten Song, als donnernde Drums einsetzten, entlud sich die zuvor aufgebaute Spannung spürbar. Im Publikum schnellten die Fäuste nach oben, begleitet von lautem Gekreische – ein Moment, in dem Bühne und Crowd vollkommen miteinander verschmolzen. Guyod lieferten keinen schnellen, sondern einen intensiven, beinahe beschwörenden Auftritt, der sich langsam entwickelte und gerade dadurch nachhaltig Eindruck hinterließ.



ARS GOATIA

Nun betraten Ars Goatia die Bühne – eine weitere einheimische Band beim The Fall V. Sie bewiesen eindrucksvoll, dass sich die österreichische Szene keineswegs verstecken muss. Schon optisch setzte der Auftritt markante Akzente: Totenköpfe an den Mikrofonständern verliehen der Bühne eine düstere, fast schon kultische Anmutung. Dazu gesellten sich klirrende Gitarren, eindringliche Vocals und flackernde Lichteffekte, die das Gesamtbild perfekt abrundeten. Die Atmosphäre war dicht, beinahe greifbar – ein Zusammenspiel aus Sound und Inszenierung, das sofort fesselte. Das Publikum stand wie gebannt vor der Bühne und war doch vollkommen in den Bann der Musik gezogen. Ein Song nach dem anderen entfaltete seine volle Wirkung und sorgte für intensive Momente, die sich tief ins Gedächtnis einbrannten. Als sich das Set dem Ende näherte, gingen dann alle Hände nach oben, ein kollektives Zeichen der Begeisterung und Anerkennung. Ars Goatia lieferten eine starke, visuell wie musikalisch überzeugende Show, die eindrucksvoll zeigte, wie viel Kraft und Ausdruck in der heimischen Musikzzene steckt.



THY LIGHT

Mit Thy Light erreichte der Abend beim The Fall Festival einen weiteren intensiven Höhepunkt. Die Band baute von Beginn an dichte Klangwände auf, die den Raum vollständig einnahmen und das Publikum in ihren Bann zogen. Visuell blieb es dabei passend reduziert und zugleich wirkungsvoll: Die Bühne lag meist im Dunkeln, durchzogen von wechselnden Lichtfarben – mal ein kaltes Blau, dann wieder ein fahles Gelb oder ein bedrohlich wirkendes Orange-Rot. Diese Lichtstimmungen unterstrichen die Musik perfekt und verstärkten die ohnehin schon fesselnde Atmosphäre zusätzlich. Immer wieder richtete sich die Band mit einem schlichten „Thank you Vienna“ an das Publikum, was mit stürmischem Applaus beantwortet wurde. Mit einer Spielzeit von weit über einer Stunde nahm sich Thy Light die Zeit, ihre Klangwelten voll auszubreiten. Der Sound blieb durchgehend dicht, getragen und emotional packend. Zum Abschluss verabschiedete sich die Band mit einem letzten „Danke Wien, Gute Nacht“, gefolgt von begeistertem Applaus – ein würdiger Ausklang eines Sets, das durch seine Tiefe und Intensität nachhaltig beeindruckte.



DARKENED NOCTURN SLAUGHTERCULT

Mit Darkened Nocturn Slaughtercult fand das Festival seinen krönenden Abschluss. Die Band bewies eindrucksvoll, warum sie seit Jahrzehnten als feste Größe im Black-Metal-Underground gilt – und warum sie an diesem Abend zurecht die Headliner-Position innehatte. Von der ersten Minute an herrschte eine mitreißende Stimmung in der ((Szene)) Wien – die Fans nun dicht gedrängt vor der Bühne, jeder wollte so nah wie möglich am Geschehen dran sein. Die Energie übertrug sich unmittelbar von der Bühne ins Publikum und wieder zurück, wodurch eine dichte, fast schon elektrisierende Atmosphäre entstand. Die Show wirkte dabei gleichermaßen routiniert wie intensiv – eine perfekte Balance aus Erfahrung und roher Ausdruckskraft. Wenn Sängerin Onielar zum mit Blut gefüllten Kelch griff, wussten die Fans genau, was gleich passiert. Das löste natürlich durchgehend Begeisterung aus, die Stimmung blieb konstant auf hohem Niveau und entlud sich immer wieder in lautem Jubel. Darkened Nocturn Slaughtercult lieferten genau das, was man sich von einem Headliner erhofft: Präsenz, Intensität und einen bleibenden Eindruck. Ein mehr als würdiger Abschluss eines Abends voller starker Auftritte – und ein Finale, das dem Festival noch einmal die nötige Wucht mit auf den Weg gab.


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