AREA 53 FESTIVAL 2026 – TAG 2 – LEOBEN 17.07.2026
von Lucifera.Noir Lesedauer 9 Minuten
Am zweiten Festivaltag des Area 53 Festivals 2026 fanden sich schon zur Mittagszeit erstaunlich viele Besucher auf dem Infield, das ist ja nicht immer so, da viele noch gegen die Nachwirkungen der ersten langen Partynacht ankämpfen. Auch die kleine Festivalmeile vor dem eigentlichen Gelände präsentierte sich nun in voller Pracht. Waren am Vortag noch nicht alle Stände aufgebaut, herrschte hier inzwischen reges Treiben. Schmuck, Schallplatten, Band-Merchandise und der Stand von Sea Shepherd luden zum Stöbern ein. Eine Besonderheit war in diesem Jahr ein mobiles Tattoostudio für bleibende Andenken an das Festival. Natürlich war auch für das leibliche Wohl bereits bestens gesorgt, noch bevor man das Festivalgelände betrat. Wir waren für euch bereits ab der zweiten Band vor Ort – und das frühe Erscheinen hat sich definitiv ausgezahlt.
THE DEVASTATION
Wir begleiten The Devastation nun schon seit fast einem Jahr und erlebten beim Area 53 Festival bereits unsere sechste Show der Band. Eines können wir dabei inzwischen mit voller Überzeugung sagen: Von einer Schülerband oder bloßen Nachwuchshoffnung sind The Devastation längst meilenweit entfernt. Den Auftritt in Leoben hatte sich das Quartett einige Monate zuvor mit dem Sieg des Bandcontests verdient – und genau diese Chance nutzten die vier eindrucksvoll. Von der ersten Minute an präsentierte sich die Band selbstbewusst, spielfreudig und bestens eingespielt. Über die vergangenen Monate war die Entwicklung kontinuierlich zu beobachten, doch die Performance auf der großen Festivalbühne markierte nochmals einen deutlichen Schritt nach vorne. Von Lampenfieber war nichts zu spüren. Vor allem Sängerin Demetra bewies eindrucksvoll ihre Bühnenpräsenz. Sie verstand es mühelos, auch das Publikum eines großen Metal-Open-Airs mitzureißen und animierte die Fans zu Circle Pits, die zeitweise sogar größer ausfielen als bei einigen der später auftretenden Bands.
Neben den mittlerweile etablierten Live-Favoriten wie ,Leviathan‘ präsentierten The Devastation auch neue Songs, die erst vor Kurzem ihre Livepremiere gefeiert hatten. Ein weiterer Höhepunkt war die erstmals eingesetzte Pyrotechnik – ebenfalls Teil des Gewinnpakets des Bandcontests. Sie verlieh der ohnehin energiegeladenen Show zusätzlich eine eindrucksvolle visuelle Note. Für einen Auftritt zu dieser frühen Festivalzeit war die Stimmung außergewöhnlich. Tosender Applaus begleitete die Band nach ihrem letzten Song von der Bühne und machte deutlich, dass The Devastation heute wieder viele neue Fans hinzugewonnen haben.
Doch damit war der Tag noch nicht zu Ende. Im Anschluss absolvierte die Band ihre erste Autogrammstunde überhaupt. Mit wunderschönen Autogrammkarten und viel Zeit für ihre Fans meisterten die vier auch diese Premiere mit bemerkenswerter Souveränität. Alle, die diesen grandiosen Auftritt verpasst haben, sollten die Chance Ende August nutzen. Next stop: Metal Escalation Festival 29.08.2026 15.20 Uhr
Setlist: 01 Intro (Blanck Mass – The Hole) 02 Woman in the Black Veil 03 Leviathan 04 Omen in the Making 05 Persephony’s Descent Into Hades 06 Pyromancer and His Embrace of Fire 07 Glitch
https://www.facebook.com/thedevastationofficial
ALL WILL KNOW
Mit All Will Know folgte moderner Melodic Death Metal aus Deutschland. Die 2010 gegründete Band kann mittlerweile auf fünf Studioalben zurückblicken, auch wenn der letzte Longplayer bereits einige Jahre zurückliegt. In Leoben präsentierten sich die Saarländer dennoch in bestechender Form. Druckvolle Riffs, eingängige Gitarrenharmonien und ein präzise abgestimmter Sound sorgten für einen überzeugenden Auftritt. Frontmann und Band verstanden es, das Publikum bereits am frühen Nachmittag mitzureißen und die Stimmung vor der Bühne spürbar anzuheizen. Ein gelungener Festivalauftritt, der Lust auf neues Material machte.
https://www.facebook.com/ALLWILLKNOW
TEMPTATIONS FOR THE WEAK
Mit ihrem auffälligen, farbenfrohen Backdrop mit den beiden Schlangenköpfen lockten Temptations For The Weak aus Belgien nach der kurzen Umbaupause erneut zahlreiche Metalfans vor die Bühne. Die Band hat erst vor Kurzem ihr viertes Studioalbum ‚The Venom Inside‘ veröffentlicht. Der neue Longplayer gilt als ihr bislang ausgereiftestes und abwechslungsreichstes Werk – und genau das spiegelte sich auch in der Liveshow wider. Die Belgier kombinierten modernen Metalcore mit eingängigen melodischen Refrains und kraftvollen Thrash-Metal-Einflüssen. Präzise gespielt, voller Energie und mit großer Spielfreude präsentierte sich die Band als eingespielte Live-Formation. Der starke Auftritt machte deutlich, wie konsequent sich Temptations For The Weak in den vergangenen Jahren weiterentwickelt haben und sich damit ihren Platz in der europäischen Metalcore-Szene erarbeitet haben.
https://www.facebook.com/Temptationsfortheweak
KONTRUST
Trachtenoutfits auf einem Metalfestival – passt das überhaupt? Kontrust lieferten beim Area 53 Festival die eindeutige Antwort: und wie! Mit ihrer einzigartigen Mischung aus Rock, Metal und alpinen Volksmusik-Einflüssen sorgte die österreichische Crossover-Band für einen der abwechslungsreichsten und unterhaltsamsten Auftritte des Tages.
Seit mittlerweile 25 Jahren stehen Kontrust auf den Bühnen Europas und haben in dieser Zeit fünf Studioalben veröffentlicht. Mit ihrem aktuellen Longplayer ‚Madworld‘ gelang der Band sogar der Sprung auf Platz 4 der österreichischen Albumcharts. Seit 2022 steht Sängerin Julia Ivanova am Mikrofon und verleiht der Formation eine kraftvolle neue Stimme.
Musiker in Tracht, jede Menge Spielfreude, ansteckende gute Laune und ein Publikum, das von Beginn an begeistert mitging – Kontrust bewiesen eindrucksvoll, dass Gegensätze sich nicht nur anziehen, sondern auf einer Festivalbühne hervorragend funktionieren. Ihr energiegeladener Auftritt sorgte für ausgelassene Stimmung und blieb als einer der unterhaltsamsten Momente des zweiten Festivaltages in Erinnerung.
https://www.facebook.com/kontrust
VOIVOD
Mit den kanadischen Progressive-Metal-Legenden Voivod wurde es anschließend deutlich experimenteller. Die bereits 1982 gegründete Band genießt seit Jahrzehnten Kultstatus und gilt als eine der einflussreichsten Formationen ihres Genres. In Leoben präsentierten sich die Kanadier mit einer intensiven und musikalisch anspruchsvollen Performance, die vor allem durch ihr perfektes Zusammenspiel und ihre außergewöhnlichen Songstrukturen beeindruckte. Dennoch wirkte ihre atmosphärische Show fast noch besser für eine düstere Clubbühne geeignet – wie etwa wenige Tage zuvor in der Arena Wien. Neben zahlreichen Klassikern hatte die Band auch mehrere Songs ihres 2023 erschienenen Albums ‚Morgöth Tales‘ im Gepäck. Der Longplayer erreichte damals die Top 40 der deutschen Albumcharts und unterstrich einmal mehr die anhaltende Kreativität der Kanadier.
Voivod beschränken sich jedoch nicht nur auf die Musik. Mit ‚Voivod: The Nuclear Warrior‘ entstand sogar ein eigenes Videospiel, das Liebhaber von Videospielen, sowie natürlich auch Fans der Band unbedingt ausprobieren sollten. Darüber hinaus wurden die Musiker für ihr über vier Jahrzehnte andauerndes künstlerisches Schaffen sowie ihr Engagement für ihre Heimatregion Saguenay mit der Ehrendoktorwürde der Université du Québec ausgezeichnet – eine außergewöhnliche Würdigung für eine Metalband.
Setlist: 01 Rise 02 Obsolete Beings 03 Ravenous Medicine 04 Tribal Convictions 05 Nanoman 06 Nuclear War 07 Fix My Heart 08 Astronomy Domine (Pink Floyd cover) 09 Voivod
https://www.facebook.com/Voivod
SELF DECEPTION
Danach übernahmen Self Deception aus Schweden die Bühne. Mit ihrer Mischung aus modernem Metal, eingängigen Pop-Hooks und jeder Menge Live-Energie sorgte die Band vom ersten Moment an für beste Stimmung. Gleich zum Auftakt zündeten die Schweden mit dem Titelsong ihres aktuellen Albums ‚One Of Us‘ ein echtes Ausrufezeichen und brachten das Publikum sofort in Bewegung. Die mitreißende Performance überzeugte mit viel Spielfreude, kraftvollen Gitarren und einer beeindruckenden Bühnenpräsenz. Unterstützt von einer effektvollen Pyroshow lieferten Self Deception den perfekten Soundtrack für den Übergang in die Abendstunden. Natürlich durfte auch die im Mai 2026 veröffentlichte Single ‚Break!‘ nicht fehlen, die vom Publikum begeistert aufgenommen wurde. Den krönenden Abschluss bildete schließlich der wohl bekannteste Song der Band: ‚Fight Fire With Gasoline‘ verwandelte das Festivalgelände noch einmal in einen Hexenkessel und sorgte für ausgelassene Stimmung auf und vor der Bühne.
Setlist: 01 One Of Us 02 Time’s Up 03 The Scandinavian Dream 04 Matthew Mcconaughey 05 Goddamn Me 06 Hell And Back 07 Don’t Belong 08 The Wedding 09 Break! 10 Psycho 11 Fight Fire With Gasoline
https://www.facebook.com/selfdeceptionsthlm
DIRKSCHNEIDER
Kurz vor Einbruch der Dunkelheit war die Zeit für eine echte Legende gekommen. Udo Dirkschneider, der über Jahrzehnte die Anfangszeit der deutschen Metal-Institution Accept geprägt hatte, übernahm als Co-Headliner die Bühne und sorgte vom ersten Ton an für Begeisterung auf dem Festivalgelände. Ganz in seinem gewohnt markanten Outfit mit Tarnjacke und weißen Handschuhen präsentierte Dirkschneider in Leoben ein wahres Feuerwerk an Accept-Klassikern. Bereits bei den ersten Songs stimmten die Fans lautstark mit ein, sodass Udo den Gesang stellenweise fast dem Publikum überlassen konnte. Spätestens bei ‚Princess of the Dawn‘ (1982) verwandelte sich das Gelände in einen riesigen Fanchor. Auch die Hymnen ‚Midnight Mover‘ und ‚Balls to the Wall‘ sorgten mit ihren lautstark mitgesungenen Refrains für echte Gänsehautmomente. Nach mehreren Jahren ohne Österreich-Auftritt zeigte Dirkschneider eindrucksvoll, dass er nichts von seiner Ausstrahlung verloren hat. Das Festivalgelände war fast bis auf den letzten Platz gefüllt, die Stimmung kochte und die Fans feierten jede einzelne Nummer. Genau so muss ein Auftritt einer Metal-Legende aussehen.
https://www.facebook.com/UdoDirkschneiderOfficial
ARCH ENEMY
Gespannt warteten die Fans auf den Auftritt des Headliners. Mit einigen Minuten Verspätung war es schließlich so weit: Der große Vorhang mit der Aufschrift ‚Pure Fucking Metal‘ fiel und gab den Blick auf Arch Enemy frei. Für die schwedischen Melodic-Death-Metal-Giganten war das Area 53 Festival zugleich die erste Europashow mit ihrer neuen Sängerin Lauren Hart. Die Frontfrau dürfte vielen Metalfans bereits von ihren Gastauftritten mit Kamelot bestens bekannt sein – spätestens beim Gedanken an den Song ‚Phantom Divine‘ werden sich viele an ihre beeindruckende Stimme erinnern.
Natürlich ist es keine leichte Aufgabe, das Erbe von Fanliebling Alissa White-Gluz anzutreten. Doch Lauren Hart meisterte diese Herausforderung mit Bravour. Stimmlich überzeugte sie auf ganzer Linie und bewies vom ersten Moment an eine starke Bühnenpräsenz. Mit einigen Ansagen auf Deutsch sammelte sie zusätzlich Sympathiepunkte beim Publikum und zeigte, dass sie sich auf der großen Festivalbühne sichtlich wohlfühlte. Schon kurz vor dem Ende des zweiten Songs ‚The World Is Yours‘ wurde die Show jedoch jäh unterbrochen. Ein technischer Defekt legte die Anlange mit einem lauten Knall lahm und zwang die Band zu einer rund 15-minütigen Pause. Nachdem das Problem behoben worden war, kehrten Arch Enemy auf die Bühne zurück – allerdings ohne die geplante Pyroshow. Der Stimmung tat das keinen Abbruch. Bei ‚My Apocalypse‘ forderte Lauren die Fans auf, ihre Mobiltelefone in die Höhe zu halten und den Nachthimmel zu erleuchten. Tausende Lichter sorgten für eine beeindruckende Atmosphäre und wurden zu einem kleinen Ersatz für die ausgefallene Pyroshow. Neben den unzähligen Klassikern durfte natürlich auch aktuelles Material nicht fehlen. Mit ‚Blood Dynasty‘, dem Titeltrack des in Österreich auf Platz 1 gecharteten Albums, sowie der aktuellen 2026er-Single ‚To The Last Breath‘ hatten Arch Enemy zwei Kracher im Gepäck, die auch das Zeug dazu haben, zu Klassikern zu werden.
Trotz der unerwarteten technischen Probleme ließ sich die Band nicht aus der Ruhe bringen und spielte ihren Auftritt souverän zu Ende. Die Fans feierten jede einzelne Nummer lautstark mit und machten den Headliner-Auftritt zu einem würdigen Abschluss eines hervorragend organisierten und abwechslungsreichen zweiten Festivaltages beim Area 53 Festival.
Setlist: 01 Yesterday Is Dead and Gone 02 The World Is Yours 03 War Eternal 04 My Apocalypse 05 Blood Dynasty 06 To the Last Breath 07 The Eagle Flies Alone 08 No Gods, No Masters 09 Dead Bury Their Dead 10 We Will Rise 11 Snow Bound 12 Nemesis 13 Fields of Desolation
https://www.facebook.com/archenemyofficial





















































































