HELSINKI DARK ELECTRO FESTIVAL Helsinki On The Rocks 25.10.2019 Tag 1


von Marko Jakob


Schon seit einigen Monaten hatten wir uns darauf gefreut, nach Helsinki zurückzukehren. Die finnische Eventagentur Dark Helsinki feiert in diesem Jahr ihr 5-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass veranstalteten sie in der finnischen Hauptstadt ein Electro Festival der Extraklasse. Hochkarätige Bands aus Finnland, Schweden, Deutschland und Belgien waren am Start, darunter Zuschauermagneten wie In Strict Confidence, Solar Fake und Suicide Commando.

Das Festival fand im wunderschönen Club On The Rocks, ganz in der Nähe vom Bahnhof statt. Im oberen Bereich des Clubs sind schöne Sitzecken und eine große Bar – hier lohnt es sich auch schon ein paar Stunden vor Konzertbeginn den Abend zu starten. Das Konzert fand im Untergeschoss statt. Der Club ist sehr gemütlich eingerichtet und hat eine Empore, von der man einen besonders guten Blick zur Bühne hat. Natürlich gab es unten eine weitere Bar mit einer riesigen Auswahl an Getränken – Wasser gibt es in Finnland sogar gratis.

Am Ersten der beiden Festivaltage standen Vanguard, [:SITD:] und In Strict Confidence auf der Bühne.


Vanguard

Pünktlich 20.10 Uhr standen die Jungs von Vanguard auf der Bühne. Die schwedische Electronic Band wurde 2008 gegründet und veröffentlichte 2012 das erste Album ‚Sanctuary‘. Im März 2019 erschien das vierte Album ‚Manifest‘ – mit diesem sind Jonas und Patrick seit einer Weile live unterwegs. Das Konzert wurde auch gleich mit dem Opener vom neuen Album eröffnet. Der Club war noch nicht ganz gefüllt, aber es kam schon ein bisschen Festivalstimmung auf. Der schöne Electro Pop kam bei den Fans gut an. „Jetzt wird es härter hier“ – sagte Patrick und ‚Hate‘ hatte es wirklich in sich. Das Publikum tanzte inzwischen schon und hatte richtig Spaß. Coole Strahler beleuchteten die ganze Zeit das Geschehen auf der Bühne – dann gab es mal blaues Licht und Nebel. Begleitet von rhythmischen Klatschen folgte ‚A Different Story‘ aus dem Jahr 2017. Die kurzhaarigen Schweden hatten coole Klamotten an und bedankten sich für den Applaus auf finnisch und sagten: „Kiitos“. „Habt ihr eine gute Zeit?“ ergänzte Patrick und die Band spielte mit ‚Save Me‘ einen weiteren Song vom aktuellen Album. „Ihr seid toll. Das ist der letzte Song, ‚Riot‘“ Die Fans gaben bei Tanzen nochmal alles und waren mit dem 35minütigen Auftritt von Vanguard mehr als zufrieden. Das war ein toller Start in das Festivalwochenende.

Setlist Vanguard
01. Higher Grounds
02. Grit
03. I Want To Live
04. Hate
05. A Different Story
06. Save Me
07. Only Lies
08. Riot

[:SITD:]

Als zweite Band war die deutsche Aggrotech Formation [:SITD:] an der Reihe. Die Band aus dem Ruhrgebiet wurde bereits vor über 20 Jahren gegründet und hat schon zahlreiche CD’s veröffentlicht. Das aktuelle Werk ‚Stunde X‘ stammt aus dem Mai dieses Jahres. Nun war es 21.00 Uhr und es ging schon weiter – der Changeover ging sehr zügig. „Wir sind [:SITD:] aus Deutschland“ so begrüßte Sänger Carsten die Fans, die nun zahlreich vor der Bühne standen. Das Publikum stand nicht lange still und machte ordentlich Stimmung. Zwischendurch hat Carsten bei den Ansagen immer mal zwischen deutscher und englischer Sprache geswitcht – er hat bestimmt bei der tollen Stimmung gedacht, er sei in Deutschland. Aber hey auch die Finnen mögen harten Electro und können Party machen – in den ersten Reihen hüpften und sprangen die Leute jetzt sogar richtig. Die Stimmung war jetzt richtig gut und Carsten sagte mehrmals „Danke Helsinki – ihr seid die Größten“ Der Tisch, auf dem das Keyboard aufgebaut war, sah fast aus wie in einem Kinderzimmer – der Laptop war umzingelt von zahlreichen Getränkeflaschen. Dann gab es reichlich Körperkontakt – die Fans in der ersten Reihe wurden fast alle abgeklatscht. Die Band wurde stürmisch gefeiert – „Es ist noch nicht zu Ende“ sagte Carsten nach etwa 50 Minuten – er wünschte aber schon Mal vorab viel Spaß mit In Strict Confidence, die im Anschluss als Headliner des ersten Tages dran waren. Aber vorher ging die Party mit [:SITD:] noch weiter. Bei der Zugabe gab es stampfende Bässe zum Song ‚Snuff Machinery‘. „Zeigt mir eure Hände, Helsinki – Leute, ihr seid verrückt. Danke!“

Das waren 75 Minuten Wahnsinn mit [:SITD:].

Setlist [:SITD:]
01. Intro
02. God’s Blessing
03. Lebensborn
04. Cicatrix
05. Code Red
06. Dunkelziffer
07. Companion
08. Sturmlicht
09. Genesis
10. Olymp
11. Kreuzgang
12. Laughingstock
13. Rot
14. Richtfest
15. Snuff Machinery

In Strict Confidence

Als krönender Abschluss des ersten Tages waren nun In Strict Confidence an der Reihe. Auch In Strict Confidence waren, wie auch die beiden Bands zuvor, als Duo auf der Bühne. Gitarristin Haydee Sparks hat leider die Reise nach Helsinki nicht mit angetreten. Auch die berühmte Mütze von Sänger Dennis war heute nicht mit dabei, aber das lag an den inzwischen hohen Temperaturen im On The Rocks – Publikum und Stimmung hatten den Club im Laufe des Abends ordentlich aufgeheizt.

Aber In Strict Confidence verstanden es auch zu zweit perfekt, die Menge in Bewegung zu bringen. Los ging es wie so oft nach einem Intro mit dem Song ‚My Despair‘. Aber ISC hatten mit ‚Used and abused‘ und ‚Mercy‘ auch Songs vom aktuellen Album ‚Hate2love‘ mit dabei. Nach ‚Set Me Free‘ sagte Dennis: „Danke Helsinki – ist alles ok?“ Oh ja, es war alles ok – und zwar sehr ok. Nicht nur die Musik, auch die Lichtshow war perfekt – wunderschöne Lichtstrahler in weiss oder gelb, bei anderen Songs wiederum in blau und rot. Dann sagte Dennis: „Lasst uns eine kleine Zeitreise machen zurück in das Jahr 1997 – das ist ‚Prediction‘. Nach diesem Song bedankte sich Dennis auf Russisch, da auch einige Fans aus dem finnischen Nachbarland angereist waren. Die Klassiker ‚Engelsstaub‘ und ‚Zauberschloss‘ brachten nochmal richtig Stimmung in den Club. Dann verschwanden die Musiker und es gab ‚Zugabe‘ Rufe auf Deutsch – das hatten die Finnen richtig gut geübt. Dennis entgegnete den Finnen mit den wichtigsten finnische Worten, die man kennen muss: „Hölleken kölleken“ – was umgangssprachlich ‚Prost‘ heisst. Zum Abschluss gab es eine stimmungsvolle Liveversion von ‚Herzattacke‘. Die Russen und Finnen kannten sogar teilweise den deutschen Text und die Stimmung war somit bis zum letzten Ton unbeschreiblich toll – aber die deutschen Fans halfen ebenfalls beim Singen mit. Die Band war von der tollen Stimmung genauso begeistert, wie das Publikum. Das fantastische Konzert endete kurz vor Mitternacht und ließ keine Wünsche offen. Danke, In Strict Confidence.

Setlist In Strict Confidence
01. Intro
02. My Despair
03. Used And Abused
04. Kiss Your Shadow
05. Forbidden Fruit
06. Mercy
07. Seven Lies
08. Set Me Free
09. Morpheus
10. Prediction
11. Engelsstaub
12. Zauberschloss
13. Somebody Else’s Dream
14. Herzattacke

Danach dauerte es keine zwei Minuten und es ging mit Disco Musik weiter. Depeche Mode, And One oder She Past Away sorgten sofort für eine volle Tanzfläche. Man sah überall zufriedene Gesichter – besser hätte das Festival nicht beginnen können.

Gallery Vanguard

Gallery [:SITD:]

Gallery In Strict Confidence