QUICKIE DER WOCHE: Das Kurzinterview mit Gael Augier (Last Addiction)

von Marko Jakob


Pix666: Hey Gael. Danke für Deine Zeit. Wie geht es Dir zur Zeit, bist du gesund und munter? Wie geht es den anderen Jungs von Last Addiction?

Gael: Gut und lebendig, aber müde von der Situation, die sich seit mehr als 1 Jahr hinzieht. Den Jungs geht es auch gut, aber wir können uns nicht regelmäßig treffen, also keine Party, kein Bier, keine Musik, kein Live, keine Proben…


Pix666: Bitte stelle den Lesern deine Band mal in ein paar kurzen Sätzen vor. Welche Art von Musik macht Last Addiction?

Gael: Die Band wurde 2016 in der Nähe von Lyon gegründet, seit 2020 und der Entstehung des Albums, sind wir 5 Musiker. Es ist nicht so einfach, ein Etikett auf unsere Musik zu kleben, aber sagen wir mal, dass wir auf einer Heavy-Metal-Basis einige leichte Anflüge von Metalcore, Postrock/Black einfließen lassen, aber immer von einer melodischen Priorität geleitet. Der Gesang ist hoch und sauber, unterstützt von wütendem Geschrei, das für viel Kontrast sorgt. Normalerweise benutzen wir den Begriff “Postcore”, um diesen Stil zu definieren, aber man kann es auch anders ausdrücken. Die Einflüsse sind vielfältig und zahlreich, manchmal erstaunlich, weil nicht spezifisch in der Metalwelt.


Pix666: Was war deine Inspiration, Musiker zu werden? Was sind deine Lieblingsbands?

Gael: Als ich noch sehr jung war (10/11 Jahre) war es wahrscheinlich das Spiel “Guitar Hero” (lol) und ich habe mir dann eine Gitarre gewünscht und angefangen, selbst zu spielen.  Dann habe ich Motorhead in Lyon gesehen, als ich 13 war, ich wusste, dass das mein Weg ist! Dann fing ich an, Metallica, Bullet for my Valentine, Trivium, Bring me the Horizon zu hören, und entdeckte auch die extremeren Bands, wie Behemoth. Das erklärt die vielen Einflüsse in meiner Musik.


Pix666: Du bist jetzt seit etwa 5 Jahren bei Last Addiction. Was waren bisher die besten oder verrücktesten Erlebnisse mit der Band, die du nie vergessen wirst?

Gael: Das ist mit Sicherheit mit dem Leben verbunden. Wir haben an einem Tag auf einer riesigen Bühne gespielt, und am nächsten in einer kleinen Kneipe, mit dem gleichen Vergnügen! Dann haben wir letztes Jahr erfahren, dass wir für das französische Finale des WACKEN OPEN AIR 2020 antreten würden! leider wurde es verschoben, nun zum 2. Mal…



Pix666: Ihr habt 2019 eure erste EP veröffentlicht. Wie entstehen eure Songs, gibt es eine feste Aufteilung, wer ist für was zuständig?

Gael: Ich bin keine Riffmaschine, ich sammle keine Riffs an. Die Entstehung ist eher emotional, die Melodien kommen ausschließlich aus Momenten, Orten, einem Gemütszustand oder dem, was ich im Kopf habe und was am Verstärker rauskommt, das geht mir in den Bauch. Ohne dieses Gefühl kann eine Komposition mehrere Monate im Aufbau bleiben. Dann nehme ich ganz klassisch ein komplettes Demo auf, das ich an die Gruppe schicke, und nach deren Rückmeldung bringen wir die notwendigen Änderungen ein.


Pix666: Jetzt geht ihr den nächsten Schritt. Vor kurzem ist euer Debütalbum ‘Inner Abyss’ erschienen. Wie schwierig war es für euch, dieses Album in Bezug auf die Corona-Restriktionen, aber auch finanziell zu realisieren?

Gael: Für das Album hat aufgrund des Covid jeder von uns alleine mit den Demos gearbeitet, bevor wir es bei den Proben zur Fertigstellung zwischen zwei Lockdowns spielen konnten. Finanziell haben wir uns entschieden, das komplette Budget für das gesamte Projekt aufzubauen. Wir haben nicht nach einer Beteiligungsfinanzierung gefragt. Wir hoffen also, dass die Fans dieses Album kaufen, um uns zu helfen, auch in Zukunft neue Alben machen zu können!


Pix666: In welchen Versionen können die Fans Euer Album kaufen und vor allem, wo?

Gael: Auf allen digitalen Plattformen (itunes, spotify, etc..) und auf vielen spezialisierten Webseiten in Frankreich und Europa, unter anderem im ‘The Season of Mist’ Shop.


Pix666:  Eure neue Single wurde zusammen mit einem Videoclip veröffentlicht. Wo habt ihr den Clip gedreht? Wer war Teil des Teams und gab es irgendwelche lustigen Momente während des Drehs?

Gael: Da es in der Single um den Aokigahara-Wald in Japan geht, wurde der Dreh in einem tiefen Wald wenige Kilometer von unserem Zuhause entfernt realisiert (kein Budget, um nach Japan zu reisen :-)) Für alle unsere Videos arbeiten wir jetzt mit demselben professionellen Regisseur. Während des Drehs gab es lustige Momente, weil in diesen Wald einige Leute spazieren gingen, die ziemlich überrascht waren, eine Metal-Band zu sehen und zu hören!


Pix666: Eure Videos haben mehrere tausend Aufrufe auf YouTube. Wie zufrieden seid ihr damit? Bist du ein Statistik-Fan, schaust du dir so etwas überhaupt an? Weißt du, in welchen Ländern Last Addiction am meisten gehört wird?

Gael: Musiker wollen, dass ihre Musik gehört wird, also ja, das ist befriedigend! Die Verwendung von Statistiken hilft uns, ein Publikum zu definieren, wenn wir eine Werbekampagne in den sozialen Netzwerken erstellen wollen. Wir brauchen Tools, um herauszufinden, wo und wer unsere Musik hört. Die letzte Single wurde hauptsächlich in Europa geteilt (zuerst in Frankreich) und dann in den USA! Deutschland kommt als nächstes!



Pix666: Während des Lockdowns habt ihr ein Cover eines Tokio Hotel Songs gemacht. Wie haben die Metal-Fans darauf reagiert und welche anderen verrückten Dinge habt ihr während des ersten Lockdowns gemacht?

Gael: Die Reaktionen waren durchweg positiv, auch wenn wir glaubten, dass “wahre Metal-Fans” das nicht gut finden würden, weil das Tokio Hotel ist. Aber das war uns egal, es ist auch heute noch ein toller Song. Wir hatten dann leider keine Gelegenheit, während des Lockdowns an anderen zu arbeiten, wir haben hauptsächlich gegrillt!


Pix666: Die Pandemie hat uns leider immer noch im Griff, in Deutschland sind wir sogar wieder teilweise in einem Lockdown. Plant Last Addiction trotzdem schon einige Konzerte oder Festivals für 2021?

Gael: Im Moment ist die Situation in Frankreich die gleiche, also ist nichts geplant, weil wir nicht wissen, wann und wie die Konzerthallen wieder geöffnet werden. Wir planen es hauptsächlich für 2022.


Pix666: Wie ist die aktuelle Situation in Frankreich und vor allem die Stimmung in der Bevölkerung?

Gael: Es ist jetzt mehr als ein Jahr, dass wir zu Hause eingeschlossen sind und wir haben das Gefühl, dass die Situation immer noch nicht unter Kontrolle ist! Wir können die Grenze zwischen der Realität und den Lügen nicht erkennen! also ist die Stimmung momentan so, dass die Leute die Nase voll haben, müde sind, und wir fühlen, dass der Druck steigt!


Pix666: Als Musiker verbringst Du sicherlich die meiste Zeit damit, Musik zu machen – aber was machst Du sonst in Deiner Freizeit, wenn Du Dich ablenken willst – gibt es irgendwelche interessanten Hobbys, denen Du nachgehst 😊?

Gael: Zuerst haben wir alle einen Job, wir sind Profimusiker! aber ja, alle von uns haben Hobbys neben der Musik! einige von uns mit Videospielen, Mechanik, aber meistens vermissen wir Momente mit Freunden in Restaurants, Kneipen, wir vermissen Kontakt.


Pix666: Hast du noch andere Neuigkeiten, die du mit den Fans teilen möchtest?

Gael: Wir arbeiten an 2 neuen Musikvideos, von denen eines vor dem Sommer und eines im September veröffentlicht wird. Also bleibt dran!


Pix666: Vielen Dank für die interessanten Antworten – Viel Erfolg mit dem Album und bleibt gesund!!!

Gael: Vielen Dank für die tolle Arbeit und das Interview und Grüße an die deutschen Metalheads!


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https://www.youtube.com/channel/UCAQhJnXpXUMRB0Ivk2j2oiA

Fotos © Last Addiction