QUICKIE DER WOCHE: Das Kurzinterview mit Jaani Peuhu (Mercury Circle)

von Marko Jakob


Pix666: Hallo Jaani. Die wichtigste Frage gleich zu Beginn. Geht es dir gut und bist du gesund?

Jaani: Hallo! Ja, mir geht es gut und ich denke, ich bin jetzt gesünder als vor dem Beginn der Pandemie. Ich hatte kein soziales Leben, also verbringe ich mehr Zeit mit allen Arten von Sport und in der Natur.


Pix666: 2019 hast du die Band Mercury Circle gegründet und die einzelnen Bandmitglieder vorgestellt. Ihr habt alle schon vorher in bekannten Bands gespielt. Wie habt ihr euch kennengelernt und was war der ausschlaggebende Punkt, eine neue Band zu gründen?

Jaani: Ich hatte nicht wirklich vor, eine neue Band zu gründen, aber die Dinge sind einfach so passiert. Ich habe nach den StS- und Hallatar Tourneen angefangen, neue Songs zu schreiben und diese Songs klangen einfach nicht wie Material, das ich mit Iconcrash aufnehmen könnte und sie klangen zu sehr nach Bandmusik, als sie unter meinem eigenen Namen aufzunehmen.

Alle Bandmitglieder sind Leute aus meinem Freundeskreis und ich habe sie alle schon viele Male auf der Bühne gesehen. Ich wollte ein Line-Up mit Leuten haben, die ich als Menschen wirklich mag, und alle diese Jungs haben mich auf der Bühne aus unterschiedlichen Gründen beeindruckt. Sie sind alle sehr talentierte Musiker, aber auch super nette Typen und die Stimmung in dieser Band ist einfach unglaublich. Alles fühlt sich so einfach an und wir scheren uns einen Dreck um irgendwelche Regeln in der Musik oder auf der visuellen Seite. Wir wollen etwas Neues und Frisches erschaffen, also ermutigen wir uns gegenseitig immer wieder mit verrückten Ideen.


Pix666: Im Juli 2020 wurde eure Single ‘The Beauty Of Agony’ inklusive Videoclip veröffentlicht. Das Video hat innerhalb weniger Monate über 57.000 Views. Wie zufrieden bist du mit der Resonanz auf das Video und wie kompliziert war es, einen Videoclip unter ‘Corona-Bedingungen’ zu drehen?

Jaani: Das Feedback auf die ersten Songs, die wir veröffentlicht haben, war erstaunlich. Ich bin sehr überrascht, wie viele Leute unsere Musik bereits gefunden haben, obwohl wir diese Reise gerade erst beginnen und die Dinge mit DIY-Attitüde angehen.

Wir haben mit unseren vorherigen/anderen Bands Major-Labels gehabt, aber jetzt fühlt es sich so gut an, alle Fäden in der eigenen Hand zu haben. Wir haben ein fantastisches neues kleines Label für uns gefunden (Noble Demon) und sie helfen uns bei der Veröffentlichung und der Promotion, aber wenn es um die Musik geht, machen wir die ganze Produktion selbst und greifen eigentlich nur beim Mastering auf profis zurück.

Wir haben die ersten beiden Videos mit Toni von Jussis anderer Band Hanging Garden gedreht und wir haben gerade auch das erste Video für das kommende Album mit ihm gedreht. In diesem Video wird man dann auch endlich die ganze Band in Aktion sehen.



Pix666: Einen Monat später wurde die EP ‘The Dawn Of Vitriol’ und ein weiterer Videoclip veröffentlicht. Wie viele Songs sind auf der EP enthalten und in welchen Versionen ist sie erhältlich?

Jaani: 5 Songs sind drauf und es wurde digital veröffentlicht, aber ‚Vinyl Division‘ veröffentlichte es dann auch auf Vinyl und CD.


Pix666: Wie hast du dieses Jahr aus der Sicht einer Band erlebt? Mussten die Pläne, vor allem zeitlich betrachtet, an die jeweilige Situation angepasst werden? Hattet ihr schon die Gelegenheit, die neuen Songs live vor Publikum zu spielen?

Jaani: Nun, Corona zwang Swallow the Sun dazu, alle Touren und Festivalauftritte abzusagen, also gab es mir die Möglichkeit, mit der Arbeit an unserem Album etwas früher zu beginnen, als ich ursprünglich geplant hatte. Wir hatten noch nicht geplant, 2020 irgendwelche Shows mit Mercury Circle zu spielen, also hat es uns nicht so beeinflusst und mit dem Album haben wir versucht, so viel wie möglich virtuell und ferngesteuert zu arbeiten.

Es war lustig, dass an einem Tag unsere Albumtracks gleichzeitig in 6 verschiedenen Städten aufgenommen wurden. Ich arbeitete in meinem eigenen Heimstudio, Jussi nahm Sachen in seinem Heimstudio auf, Juppe nahm seine Gitarren mit Juho Räihä in Kouvola auf und die Harfenspuren wurden in Paris aufgenommen und die Backing Vocals in Thessaloniki und Köln.

Wir haben unsere ersten Gigs für Februar gebucht, aber es sieht so aus, als ob wir sie verschieben werden.


Pix666: Ihr arbeitet auch an eurem ersten Full-Lenght-Album. Wie geht die Arbeit voran. Wann wird das Album veröffentlicht? Hat das Album schon einen Namen?

Jaani: Wir sind fast fertig mit dem Album. Wir hatten schon einen Veröffentlichungstag geplant, aber den verschieben wir jetzt, weil wir zur Veröffentlichung kene Gigs spielen können.

Es hat schon einen Namen und das Frontcover fertig, aber das werden wir ein bisschen später enthüllen.



Pix666: Du kommst aus Finnland – wie ist die allgemeine Stimmung im Lande in Bezug auf die Corona-Krise im Moment?

Jaani: Unsere Regierung hat die Krise sehr gut gemeistert und wir nehmen die Sicherheit hier sehr ernst. Ich denke, die allgemeine Stimmung ist hier überraschend positiv. Die Musikindustrie hat finanziell einen wirklich großen Schlag erlitten, aber trotzdem ist mein Herz mehr bei den Krankenschwestern und Ärzten, die wirklich ihr Leben aufs Spiel setzen, um diesen ‚Krieg‘ für uns alle zu kämpfen.


Pix666: Hast du weitere Neuigkeiten über Mercury Circle, die du mit den Fans teilen möchten?

Jaani: Nun, wir veröffentlichen diesen Freitag 18.12. etwas Verrücktes, um unsere Fans und Freunde zu begrüßen. Wir haben eine kleine Pause von den Album-Sessions genommen und hatten etwas Spaß… Ihr werdet sehen.


Pix666: Vielen Dank für die interessanten Einblicke – bleib Sie gesund!

Jaani: Vielen Dank für das Interview und pass auf dich auf!


https://www.facebook.com/mercurycircleofficial/
https://mercurycircle.bandcamp.com/
https://www.instagram.com/mercurycircleband

Foto © Laureline Tilkin-Franssens