LORD OF THE LOST, UNZUCHT Hamburg Markthalle 07.12.2019

von Marko Jakob

10 Jahre Lord of the Lost – der Ticketverkauf zu diesem Highlight der Bandgeschichte der Hamburger Band begann bereits vor über einem Jahr. Schnell wurde klar, dass die Tickets nicht für alle Fans reichen werden – so wurde also für die Rock-Show und die Ensemble-Show jeweils eine zusätzliche Veranstaltung angesetzt. Das bedeutete, dass Lord Of The Lost im Dezember an 4 aufeinanderfolgenden Tagen in der Hansestadt spielen werden.

Für die 4 Events gab es jeweils unterschiedliche Konzepte, bzw. Support Acts und Gäste.
Am Samstag fand das zweite der vier Jubiläumsevents statt. An diesem Tag waren als Support die guten Freunde von LotL, die Unzucht zu Gast.

Unzucht

Unzucht begannen überpünktlich, um kurz vor 19 Uhr ihren Auftritt. Die Markthalle war gleich zu Beginn komplett voll und so entwickelte sich ein stimmungsvoller Auftritt der sympathischen Band.
Unzucht hatten einige ihrer Klassiker mit dabei, von denen auch die Lord Of The Lost Fans die Texte auswendig kannten.

Aber natürlich hatten sie auch den Vorboten vom kommenden Album mit nach Hamburg gebracht.
Der Videoclip des Titels ‚Nein‘ wurde kurz vorm Konzert bei YouTube veröffentlicht. Es wird der 7. Titel des 11-Track Albums ‚Jenseits der Welt‘ werden. Das Lied mit seinen treibenden Drums lässt auf ein tolles, neues Album hoffen.
Die Tourdaten für die ‚Jenseits‘ Tour im März und April 2020 stehen auch schon fest. Wir sind gespannt.

Unzucht waren ein toller Auftakt des langen Konzertabends und bekamen für ihren Auftritt stürmischen Applaus.

Lord Of The Lost

Nach kurzer Pause waren nun endlich die ‚Geburtstagskinder‘ von Lord Of The Lost nach einer tollen Ansage und Ansprache von Dr. Mark Benecke an der Reihe. Es wurden auch zahlreiche Gäste/Gastsänger angekündigt. Die Fans waren sehr gespannt und es wurde getuschelt, wer denn alles so dabei sein könnte.

Zum ersten Song kamen anfangs nur Chris und Pi, begleitet von stürmischem Jubel, auf die Bühne und begannen mit ‚Raining Stars‘ -gleich zu Beginn einer meiner absoluten LotL Lieblingssongs.
Etwas später betraten dann auch die anderen drei Bandmitglieder die Bühne, und nochmals brandete Applaus auf.
Chris sagte nach ‚Loreley, dass er heute auch Ansprachen an die Fans in englischer Sprache machen wird, da zu den Jubiläumskonzerten überdurchschnittlich viele ausländische Besucher anwesend waren. Das war schon etwas kurios in der Heimatstadt der Band, aber natürlich durchaus verständlich.
Zu ‚Kill It With Fire‘ war dann der erste Gast mit auf der Bühne – Rupert Keplinger von der Band Eisbrecher. Mit der zusätzlichen Gitarre auf der Bühne klang der Sound noch fetter und heavier.
Nun ging es Schlag auf Schlag mit den Gästen und Freunden der Band. Als nächstes war Matteo von der Band Hell Boulevard mit auf der Bühne. Matteo ist auch als Videoregisseur von LotL bekannt, er hat schon weit über 10 Videos der Band gedreht. Mit ihm zusammen sang Chris ‚Do You Wanna Die Without A Scar‘ – diesen Titel hatten Hell Boulevard vor einigen Jahren für die Lord Of The Lost CD ‚From The Rain Into The Fire‘ gecovert.
Es folgte Hit auf Hit und die Stimmung kannte keine Grenzen. Bei ‚Epiphany‘ wurde dann absolut rhythmisch mitgeklatscht, als wäre es vorher einstudiert gewesen.
Nun war die Zeit von Scarlet Dorn gekommen. Die Geburt ihrer Band hat auch unmittelbar mit Chris Harms zu tun und die beiden haben in der Vergangenheit schon öfter mal zusammen auf einer Bühne gestanden. ‚Black Oxide‘, ‚Holy F.‘ und ‚I Love The Way You Say My Name‘ sangen die beiden heute Abend zusammen.
Und weiter ging es – der nächste Gast war Eric Fish von Subway To Sally.

Besonders cool war dann im Anschluss der Auftritt von Dero Goi von der Band Oomph! Zwei Songs sangen die beiden Herren zusammen, wobei das Lied ‚Europa‘, dass Chris auch auf dem Oomph! Album ‚Ritual‘ zusammen mit Dero singt, einer der absoluten Kracher des Abends war.

Nun war die Zeit der Lieblings-Coversongs von Lord Of The Lost gekommen.
Die Songs von Roxette, Amy MacDonald, The Ark und Lady Gaga gingen in ihren speziellen LotL Versionen total unter die Haut. Bei ‚The Most Radical Thing To Do‘ spielte Pi ein total cooles Gitarrensolo.
Für die letzte Coverversion holte sich Chris Verstärkung auf die Bühne – ‚Everybody‘ von den Backstreet Boys performte er zusammen mit Faderhead.

Der nächste Gast schien nicht so richtig zu wollen und wurde deshalb mit einer Kette und Handfesseln auf die Bühne gezogen. Diese spaßige Aktion passte total zu Joachim Witt, der scheinbar für jeden Spaß zu haben ist. Joachim Witt sang einen Song, den Chris Harms für ihn geschrieben hat – ‚1000 Seelen‘ – eines der vielen Highlights am heutigen Abend

Zeit für den nächsten Freund und Gast der Band. Erk von Hocico sang ‚Marching Into Sunset‘.
Danach durfte er gleich auf der Bühne bleiben und bekam noch Daniel von Unzucht als Unterstützung dazu – die beiden sangen zusammen mit Chris eine spanische Version von ‚La Bomba‘.

Inzwischen hatte sich Chris seine coole Gitarre mit den LED’s umgehängt und sagte, dass wie immer aus Zeitgründen auf Zugabe-Rufe und Schreien verzichtet wird und es unverzüglich weitergeht – mit der Zugabe. Bei ‚Drag Me To Hell‘ warfen sich Niklas und Gared eine Weile die Drumsticks über die gesamte Bühnenbreite zu, und ich muss sagen, nur wenige sind auf den Boden gefallen. Profis! 😊

Vor dem letzten Song bedankte sich Chris ausführlich bei Fans, Crew und Gästen. Außerdem sagte er, dass nicht alle 1.200 Fans zur Autogrammstunde kommen sollen und die, die schon hunderte Autogramme haben, den anderen den Vortritt lassen sollen, die z.B. eine weite Anreise hatten.

Nun wurde der letzte Song des Abends angekündigt, der die Ära vonLord Of The Lost einleitete.
‚Dry The Rain‘ wurde 2007 von Chris in Berlin geschrieben und ist auf den Konzerten noch immer ein Dauerbrenner.

Mit diesem Song endete eines der längsten Lord Of The Lost Konzerte aller Zeiten. 135 Minuten dauerte das Jubiläumskonzert am 07.12.2019.
Jetzt wurde es nochmal richtig voll auf der Bühne – alle Künstler, die am heutigen Abend Teil der Show waren versammelten sich zu einem tollen Abschiedsfoto, während als Outro ‚L.O.T.L.‘ durch die Lautsprecher schallte.
Das war ein wirklich unvergesslicher Abend, auf den viele Fans schon seit vielen Monaten sehnsüchtig gewartet haben.
Vielen Dank, Lord Of The Lost – und viel Glück für die nächsten 10 Jahre.

Setlist Lord Of The Lost

Raining Stars
Loreley
Kill It With Fire
Six Feet Underground
Do You Wanna Die Without A Scar
Black Lolita
Die Tomorrow
Epiphany
Undead Or Alive
Black Oxide
Holy F
I Love The Way You Say My Name
Sin
The Love Of God
Abracadabra
Europa
Sleeping In My Car
This Ist He Life
The Most Radical Thing To Do
Bad Romance
Everybody
1000 Seelen
Marching Into Sunset
La Bomba
Drag Me To Hell
Dry The Rain

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