QUICKIE DER WOCHE: Das Kurzinterview mit Suzy Pointinger (Autumn Bride)

von Marko Jakob


Pix666: Hallo Suzy. Danke für deine Zeit. Geht es dir gut und bist du gesund? Wie geht es den anderen Jungs von Autumn Bride?

Suzy: Hallo, vielen Dank auch an euch für das Interview. Wir sind zum Glück alle vier wohlauf und gesund. Ich hoffe euch geht es ebenso.


Pix666: Bitte stell deine Band mal kurz vor, woher seid ihr und welche Art von Musik macht ihr?

Suzy: Wir sind Autumn Bride aus Wien und machen Melodie Metal. Das wären Alex an der Gitarre, Max am Schlagzeug, Ben am Bass und ich am Gesang. Wir sind alle schon viele Jahre befreundet, was uns zusätzlich sehr verbindet und zusammenschweißt.


Pix666: Du bist ja nun schon seit ein paar Jahren mit der Band unterwegs. Was waren denn für dich persönlich die bisher schönsten Erlebnisse mit der Band? Gab es vielleicht auch total lustige, die man nicht wieder vergisst?

Suzy: Ich muss sagen es gab viele schöne Momente. Angefangen vom aller ersten mal im Proberaum, in dem es diesen magischen Moment des ersten Songs gab, wo wir sofort auf einer Wellenlänge waren und wussten – DAS ist es! – bis hin zu den Gigs. Aufgrund von Corona hatten wir leider allerdings nicht so viele Konzerte in den letzten zwei Jahren, aber besonders der Auftritt auf dem Innrock Reloaded, sowie in Tschechien waren meine Favoriten. Großartiges Publikum und Glücksgefühl pur. Das Feeling währenddessen und danach – unbeschreiblich!


Pix666: Im vergangenen Jahr habt ihr euer Debutalbum veröffentlicht – wie zufrieden seid ihr mit dem Ergebnis und wie waren die Reaktionen der Fans auf ‚Undying‘?

Suzy: Ehrlichgesagt waren wir von der Resonanz überwältigt. Wenn man Musik macht, die einem so wichtig ist, dann ist es eigentlich sogar eine recht intime Sache, sie zu veröffentlichen. Die Reaktionen waren durchwegs positiv und es hat uns vor allem sehr gefreut, dass die Lyrics im Zusammenspiel mit der Musik als genau so emotional wahrgenommen wurden, wie sie auch gemeint sind.


Pix666: Die ersten beiden Singles habt ihr bereits 2019 und 2020 veröffentlicht. Warum hat es letztendlich so lange gedauert, bis das Album komplett fertig war bzw. veröffentlicht wurde?

Suzy: Nun die Aufnahmen des Albums gestalteten sich 2020 als eher schwierig, zumal wir viele Lockdowns hatten und aufgrund der Verordnungen entweder gar nicht oder nur einzeln ins Studio konnten. Die Singles haben wir aber trotzdem schon vorab released, weil es uns einfach wichtig war, ein Lebenszeichen von uns zu geben. Was „Guardian Angels“ (2019) betrifft, kam es als erster Song einzeln raus, da wir uns damit „vorstellen“ wollten kann man so sagen. Es brennt einem bei jedem Song unter den Fingern, wenn man ihn neu erschafft.



Pix666: Konntet ihr in der letzten Zeit eigentlich einige Konzerte spielen und das Album den Fans live präsentieren?

Suzy: Es waren leider nicht viele, was sehr schade ist, da es für mich einfach nichts schöneres gibt, als das Erschaffene live darzubieten. Vergleichbar mit einem Euphorie geladenen Stromstoß, der alle Glieder durchfährt. Auch im Frühjahr 2022 zittern wir wieder ob die Konzerte im Frühling stattfinden können.


Pix666: In diesem Jahr seid ihr beim Nova Rock Festival dabei, welches eines der bekanntesten Festivals in Österreich ist. Wie groß ist die Vorfreude auf dieses Event und welche Träume hast du für die Zukunft. Wo würdest du am liebsten mal auftreten?

Suzy: Ehrlichgesagt, kann ich es kaum erwarten. Als wir davon erfahren haben, hatte ich sogar kurz feuchte Augen. Es ist immer wie eine Treppe die man erklimmt. Eine neue Stufe, ein neues Etappenziel. Wo ich am liebsten auftreten möchte? Nun Wacken, Hellfest, Rock am Ring, alle Festivals mit attraktiver Besucherzahl sind natürlich Ziele. Schreibt man eigene Musik, gibt es nichts Schöneres, als sie live „erhallen“ lassen zu dürfen.

Mein eigentlicher Traum ist es aber selbst zu touren und Konzerte zu geben, zu denen die Menschen wegen unserer Musik kommen. Mehr Erfüllung gibt es nicht für einen Musiker. Jedesmal wenn ich mir ansehe, wie meine Lieblingsbands vor teilweise Zehntausenden Menschen spielen, frage ich mich immer, wie unfassbar genial muss das sein? So viele Menschen, die deine Musik lieben. Unsere Musik mit so vielen Menschen wir möglich zu teilen, das wäre mein Traum. Denn je mehr man etwas teilt, desto schöner wird es.


Pix666: Wie wird eure Band in eurem Heimatland wahrgenommen. Werden eure Songs z.B. auch im Radio gespielt und schafft man es in Österreich mit Melodic-/Symphonic Metal in die Charts?

Suzy: Wir werden mittlerweile auf täglich im Radio gespielt, vor allem 88.6 hat uns sehr oft im Programm und das gleich mit 3 unserer Songs (‚Fear and Devotion‘, ‚Guardian Angels‘ und ‚Undying‘) was uns wirklich sehr freut und viel bedeutet. Am stolzesten sind wir aber, dass wir, als das Album raus kam in der ersten Woche, in den österreichischen Album Charts waren. Das ist für eine Metalband in Österreich schon etwas sehr Besonderes, auch wenn es „nur“ Platz 58 war. Dafür möchten wir uns vor allem bei den Fans nochmal herzlich bedanken, die unsere Alben so zahlreich gekauft haben. Von Herzen DANKE!!!



Pix666: Gibt es bei Autumn Bride eigentlich einen fixen Plan, wie die Songs entstehen und wer wofür verantwortlich ist?

Suzy: Es gibt eigentlich keinen fixen Plan. Es ist alles sehr intuitiv. Die Songs schreiben Alex und ich. Bei den meisten Songs hat er schon vorher Ideen und spielt es dann vor und ich suche mir dann eine Gesangslinie und schreibe den Text dazu. Oder ich singe ihm eine neue Songidee vor und er findet dann die passende Gitarren- und Bassbegleitung dazu. Im Proberaum schließlich steuert Max dann seine Drums noch nach seiner Vorstellung bei. Das Schöne ist, dass Alex und ich uns beim Songwriting wirklich blind verstehen und genau wissen, was der andere uns musikalisch sagen will.


Pix666: Mit welcher Thematik beschäftigen sich eure Songs bzw. Lyrics – gibt es da einen ‚roten Faden‘?

Suzy: Schlicht gesagt: Mit dem Leben – mit menschlichen Emotionen. Die Texte sind sehr persönlich und entstehen aus den Situationen, die das Leben mit sich bringt. Ich schreibe über Dinge, die mich bewegen, die mir selber passiert sind, die ich beobachte oder die in meinen Träumen passieren. Menschliche Emotionen sind so unglaublich spannend. Für mich persönlich die Emotionen von allen Lebewesen generell. Alles in den Schatten stellende Liebe, Großzügigkeit, Zorn, Eifersucht, Mitleid, sich verloren fühlen, sich selbst wieder finden, sich in Traumwelten versetzen, in andere Rollen schlüpfen und sich in Phantasien wiegen. All das sind wir und all das macht uns aus. Ich packe alles in die Texte, das mich je bewegt oder beflügelt hat. Trauriges sowie Positives, Spirituelles und Träumerisches.


Pix666: Das Internet ist heutzutage so gut wie unverzichtbar – auch für Bands und Musiker. …aber gerade die Sozialen Medien und auch das Musikstreaming sind sowohl ein Segen als auch Fluch für Bands. Was sind aus deiner Sicht die Vor- und Nachteile dieser Entwicklung für eine Band. Wie sehr nutzt ihr die sozialen Medien und wo seid ihr überall vertreten?

Suzy: Ich gehörte als Metalfan selber eher zu der Oldschool Abteilung in Sachen musikalischer Informationsbeschaffung und hatte bis vor einigen Jahren immer nur einen Facebook Account wo ich eben ab und an etwas gepostet habe, was für mich schon mehr als ausreichend war. Haha. Aber mit Autumn Bride merke ich erst, wie wichtig Social Media in der heutigen Zeit ist.

Wie Du sagst, es ist Fluch und Segen zugleich, da man am besten jeden Tag irgendwelche News haben sollte, um es nicht „still“ werden zu lassen. Doch manchmal bedarf es auch einiger Zeit der „Ruhe“ um sich zB auf das neue Songwriting zu konzentrieren. Es kann sich auch nicht immer etwas tun. Das ist ja unnatürlich. Andererseits kann man immer mal kurz ein paar Infos einwerfen, die einem selbst vielleicht nicht so mitteilungswürdig erscheinen, aber ein paar Fans durchaus freuen. Spotify, Facebook, Youtube und Instagram gehören da mittlerweile zu den Basics. Mit Twitter, TikTok oder Snapchat habe ich aber ehrlichgesagt immer noch nichts am Hut.

Ich bin ja noch in meinen 30ern aber da hab ich teilweise schon das Gefühl eine Metal-Omi zu sein haha. Andersrum freu ich mich aber selbst als Fan aber auch, wenn es bei Iron Maiden, Nightwish oder einer meiner anderen Lieblingsbands im Netz immer wieder kleine neue Infos gibt.



Pix666: Hast du vorher schon in anderen Bands gesungen oder musikalische Erfahrungen gesammelt und was machst du sonst so, wenn du dich nicht mit Musik beschäftigst?

Suzy: Ich singe in Bands seit ich 14 bin. Generell schon seit der Volksschule, da sang ich als kleines Knöpfchen im Schulchor und durfte das ‚Ave Maria‘ solo in der Kirche trällern. Ganz stolz wars die Mami haha (übrigens selbst Musikerin – Sängerin und Pianistin). Musik war und ist immer noch lebensessenziell für mich. Ich stehe mit der Musik auf und geh mit der Musik schlafen. Seit ich mit meinem Vater 1999 beim Aerosmith Konzert in Linz war, wusste ich DAS will ich später auch mal machen!!!! Es war grandios. Seither war ich immer in Bands und hab immer Musik gemacht. Unter anderem seit ca. 17 Jahren mit meiner Iron Maiden Tribute Band.

Die Musik ist zwar allgegenwärtig, aber wenn ich mal was anderes mach, geh ich gern wandern und bin generell gern in der Natur unterwegs, mache besonders in der letzten Zeit gerne Sport und verbringe Zeit mit Freunden und der Familie und unseren zwei Katzen. Zur Zeit habe ich ausserdem einen Wohnungs-Renovierfimmel. Haha


Pix666: Gibt es noch was, was du den Fans mit auf den Weg geben möchtest, vielleicht ein paar zusätzliche, neue Infos über Autumn Bride?

Suzy: Danke an unsere Fans für eure Unterstützung und euer Wohlwollen! Ich darf leider noch nicht zu viel verraten aber es wird von Autumn Bride noch einiges zu hören und sehen geben. Viel Liebe für alle von euch und bleibt alle gesund! Und vielen Dank für dieses Interview 🙂


Pix666: Vielen Dank für die interessanten Antworten und viel Erfolg weiterhin – Bleib gesund!


https://www.facebook.com/AutumnBrideBand

https://www.autumn-bride.com/

Fotos © Pascal Riesiger & Tamas Küensztler