QUICKIE DER WOCHE: Das Kurzinterview mit Alexander Helfer und Sebastian Schaffert (Path of Destiny)

von Marko Jakob


Pix666: Hallo Alexander, hi Sebastian. Danke für deine Zeit. Geht es dir gut und bist du gesund? Wie geht es den anderen Jungs aus der Band?

Alexander: Moinsen! Sehr gerne doch. J Ja, soweit ist alles bei mir in bester Ordnung. Ich bin schon seit einer Weile im Home Office, also alles safe. Den anderen geht es auch soweit gut. Wir haben uns jedoch als gesamte Band zuletzt im Oktober 2020 in natura gesehen. Das ist schon seltsam.

Sebastian: Hi PIX666 – auch bei mir ist Homeoffice angesagt, aber das war bei mir auch vor Corona schon so (IT-JOB) – das hilft auf jeden Fall auch sich vor jeglichen Ansteckungen zu schützen – also mir geht es soweit auch gut und soweit ich das beurteilen kann dem Rest der Bande auch!


Pix666: Erzählt doch mal kurz, wie ihr euch kennengelernt habt, wie die Idee zur Bandgründung zu Stande kam und wer eure musikalischen Vorbilder und Inspirationen waren und sind.

Alexander: Aaalso zu 100 % könnte dies unser Bassist Christoph erklären, da er das letzte verbliebene Gründungsmitglied aus 2007 ist. Ich kann mich jedoch an einer Rekonstruktion versuchen. 😉

Path of Destiny entstand zunächst aus einem anderen Projekt namens „Spalter“. Die Idee für den Bandnamen hatte eine gute Freundin der Band (Grüße an Peggy an der Stelle). Wir wollten gerne die etwas düstere, aber auch etwas mystischere Seite unserer Musik irgendwie zusammenfassen. Damals war auch der „Dimmu Borgir-Anteil“ auch noch etwas höher. Nach und nach stießen dann in den Jahren Chris (2008), meine Wenigkeit (2010), Sebastian (2012) und unser Session-Drummer Jonas (2019) dazu. Natürlich gab es in der Zwischenzeit auch etliche Besetzungswechsel an beinahe allen Positionen. An Inspirationen kann ich denke ich eine ganze Menge an Bands aufzählen, u.a. Dimmu Borgir, Hypocrisy, Kataklysm, Behemoth, alte In Flames, Gates of Ishtar fallen mir da ein. Innerhalb der Band gibt es da aber sicherlich noch viele weitere Einflüsse.

Sebastian: Wie Alex schon erwähnt hat bin ich 2012 durch einen seltsamen Zufall zur Band gestoßen. Ein Bekannter erzählte mit von 2 Bands die momentan auf der Suche nach einem Sänger waren. Ich hatte mir beide Bands reingezogen und für „gut“ befunden… also ran an den Hörer und die Leute angerufen, von denen ich der Meinung war, dass sie rein logistisch am besten zu mir passen würden (die Musik beider Bands fand ich ziemlich geil) … am Ende meines Telefonats stellte sich jedoch heraus, dass ich das ganze verwechselt hatte und gerade im Gespräch mit der logistisch unpassenderen Band im Gespräch war … ich sagte mir aber egal, jetzt hast du einmal mit den Leuten gesprochen , jetzt kannst du auch dort vorsingen… und paar Wochen später war ich dann der neue Sänger von Path Of Destiny


Pix666: Eure Band gibt es jetzt seit weit über 10 Jahren und ihr habt bisher einige Alben und Videoclips veröffentlicht. Was waren denn für euch die bisher schönsten Erlebnisse mit eurer Band Path of Destiny?

Alexander: Puh, eine wie immer gar nicht so leicht zu beantwortende Frage. Da für mich Auftritte generell mit das Schönste im Bandleben sind, denke ich da an unsere sämtlichen Gigs auf dem Gößnitz Open Air, vor allem an 2018. Da waren in der prallen Nachmittagshitze um die 400 Leute vor der Bühne, welche wir dann ordentlich in Wallung bringen konnten. Auch unser Headliner-Auftritt auf dem Field Invasion Open Air 2018, als die gesamte Meute nochmal alles gab, trotz vorherigen Gewitterregen, war klasse.

Sebastian: Für mich persönlich  sind die Momente am intensivsten, wenn ich mit meinen Jungs auf der Bühne stehe und das ganze drum herum vollkommen egal wird, weil man nur noch die eigene Musik bis ins tiefste innere transportiert … wenn man dann noch mitbekommt, dass es dem Rest der Bande gerade ganz genau so geht, dann ist das ein vollkommener Moment für mich.

Auch ziemlich geil waren unsere Video-Drehtage … man ist bei so etwas einfach nochmal etwas intensiver zusammen und möchte da „fett“ abliefern, wenn da alle „Feuer und Flamme“ sind dann ist das echt genial und zählt für mich mit zu den geilsten Momenten bei Path Of Destiny.



Pix666: Vor kurzem ist eure Single ‚From Heaven They Fall‘ samt Videoclip erschienen. In welcher coolen Landschaft habt ihr denn diesen Clip gedreht und wie waren bisher die Reaktionen der Fans auf den Song und den Clip?

Alexander: Das Video wurde im Juli 2020 an 2 Tagen zusammen mit einem weiteren Clip in einem Steinbruch bei uns in der Nähe an der A9 gedreht. Dieser wird auch noch aktiv bewirtschaftet, weshalb wir uns zunächst mit der dortigen Firma abstimmen mussten. Auf jeden Fall ein sehr spannendes Erlebnis. Bisher haben wir ausschließlich positives Feedback erhalten. Viele freuen sich, dass wir weiterhin Top-Mukke abliefern und feiern den neuen Song enorm ab. Wir haben ja dann doch auch viele langjährige Fans und Wegbegleiter, die sich dann natürlich melden, das Album bestellen möchten und ihren Zuspruch ausdrücken.

Sebastian: nothing to add


Pix666: Der Clip hatte innerhalb der ersten 3 Tage seit Veröffentlichung über 15.000 Views auf YouTube . Wie zufrieden seid ihr damit und schaut man als erfahrene Band überhaupt auf solche Statistiken?

Alexander: Also ich für meinen Teil bin enorm zufrieden und freue mich darüber. Natürlich haben wir das u.a. auch der Unterstützung unseres Labels zu verdanken. Auf jeden Fall schauen wir uns solche Sachen genau an, da sind wir recht hinterher. Man misst sich ja selbst auch gerne an gewissen Zahlen, vergleicht mit ähnlich großen, oder befreundeten Bands etc.

Sebastian: Ich hinke, was unsere Social Media-Kanäle angeht, für gewöhnlich etwas hinterher (kein FB Account etc. ) aber wenn wir etwas Neues veröffentlichen, dann schaue ich schon öfter mal nach was denn für Kommentare kommen und wie das Ganze von den Leuten angenommen wird. Diesbezüglich ist natürlich auch meine Freude groß, was die Resonanz auf unser neues Video betrifft.


Pix666: Welchen Stellenwert hat denn für eure Band generell ‚Social Media‘ – das kann ja Fluch und Segen zu gleich sein?

Alexander: Ich finde, er hat einen recht hohen. Man erreicht seine Fans schnell und zumeist kostenlos (lassen wir jetzt mal die beschnittene Reichweite bei Facebook z.B. weg). Man muss heutzutage schon auf Social Media präsent sein und regelmäßig Lebenszeichen geben, da man ansonsten Gefahr läuft, in Vergessenheit zu geraten. Teilweise, wenn auch nicht ganz, ersetzt dies auch eine Website, welche wir aber dennoch führen. Ich finde Social Media auch eine interessante Möglichkeit, um Außenstehenden auch einmal etwas direktere Einblicke in den Bandalltag zu ermöglichen.

Sebastian: Ich stehe der ganzen Sache etwas zwiegespalten gegenüber… klar ist es für die Interaktion mit unseren Fans eine riesige Bereicherung und eine geile Möglichkeit sich selbst zu vermarkten und zu präsentieren. Ich habe jedoch auch manchmal den Eindruck, dass auf Grund der Bedeutung die die sozialen Medien innehaben, ein hoher Druck entsteht, diese Medien auch ständig mit neuen Inhalten zu füttern.

Dass das ganze sehr zeitintensiv ist, ist den meisten Leuten sicherlich klar, deshalb möchte ich mich an dieser Stelle auch einmal ganz herzlich bei Alex bedanken, denn er übernimmt hier den größten Teil der Arbeit  für unsere Band und macht diesbezüglich eine fantastischen Job!


Pix666: Wenn man eine Single veröffentlicht hat, ist ja oft ein Album nicht weit entfernt. Im Juni wird „The Seed Of All Evil“ das Licht der Welt erblicken. Was wird die Fans auf eurem neuen Longplayer erwarten und was unterscheidet das neue Album hauptsächlich von euren vorherigen Veröffentlichungen?

Alexander: Man kann durchaus sagen, dass seit dem 1. Album „Rise & Fall“ die Leistungskurve deutliche nach oben gegangen ist. Sowohl was das Songwriting anbelangt, als auch die Produktion und das Know-How. Dies haben wir auch bei „The Seed of all Evil“ fortgeführt. Hauptunterschied zum vorherigen Album bzw. auch den vorherigen Releases allgemein sind die wieder weiter zurück gefahrenen Keys.

Wir wollen gerne die Gitarren dominieren lassen und als klassisches Hauptinstrument des Metal in den Vordergrund stellen. Auch thematisch geht es teilweise etwas persönlicher zu, als man es vielleicht von uns gewöhnt ist. Ein bestimmtes, übergreifendes Konzept verfolgen die Texte jedoch nicht. Neben unserem bisher kürzesten Song beinhaltet das Album auch unseren bisher längsten, es sind also doch auch ein paar „Extreme“ vertreten.

Sebastian: Bestenfalls machen sich unsere Fans ihrer eigene Meinung von „The Seed Of All Evil“.

Ich kann für meine Teil an dieser Stelle aber sagen, dass die Fans das bisher beste Path Of Destiny Album erwartet, da es aus jeder Perspektive betrachtet einfach nur größer, geiler und fetter ist als alles davor!



Pix666: Habt ihr eine bestimmte Herangehensweise, wie ihr eure Songs entstehen lasst?

Alexander: Mittlerweile ist es so, dass die Hauptlast des Songwritings von den beiden Gitarristen übernommen wurde, dies war anfangs noch etwas anders, da nahmen die Keys eine größere Rolle ein. Für mich entstehen Ideen meist eher zufällig beim Improvisieren und Fiedeln auf der Gitarre. In kurzer Zeit ergeben sich dann öfter zusammenhängende Riffs, welche mit Wiederholungen gleich einmal die ersten 2 Minuten eines Songs für mich sein können.

Sebastian: Für mich ist es immer wichtig das Alex und Christian ihren Songs bereits während der Entstehung einen Titel geben um dem Rest der Band schon einmal eine Idee zu vermitteln was rein gedanklich  für sie hinter der Musik steht. Daraus mache ich dann gerne meine eigene Vision was Texte und die Struktur der Lyrics angeht… das ganze Kommt dann in einen Eimer, jeder spuckt dreimal rein, wir rühren um und fertig.


Pix666: Für wann sind denn die ersten Konzerte mit Publikum geplant? Ich denke, wenn man ein Album rausbringt, will man unbedingt mit den Songs auf die Bühne…

Alexander: Momentan stehen tatsächlich 3 Konzerte in Aussicht. Natürlich muss man da immer schauen, was überhaupt dann machbar und möglich ist. Ich kann diese euch gerne aufzählen:

24.07.21 – Party.San Warmup mit Soulburn, Path Of Destiny und Spydor – Saalfeld (Open Air)
13.08./14.08.21 – HMN Festival 2021 – Heimburg im Harz (Open Air)
08.01.22 – Rockclub Birthday Bash – Selb (dieser ist momentan durch die Ticketbeschränkung jedoch ausverkauft)

Ich fühle mich auf der Bühne in Sachen Band am wohlsten, daher fehlen die Auftritte schon sehr. Hoffen wir einfach das Beste für die Zukunft!

Sebastian: nothing to add


Pix666: Wie können euch die Fans in der konzertlosen Zeit am Besten unterstützen? Habt ihr cooles Merch und wenn ja, wo können die Fans online shoppen gehen?

Alexander: Wir haben einen Shop auf Bandcamp unter: https://pathofdestiny.bandcamp.com auf welchen gerne im umfassenden Maße eingekauft werden kann! Momentan läuft ja der Vorverkauf für unser kommendes Album. Hierfür gibt es verschiedenfarbige Vinyls, ein Digipack, aber auch ein Shirtdesign zu erwerben. Natürlich haben wir auch noch viele andere Merch-Artikel am Start, also schaut einfach mal rein!

Sebastian: Am besten unterstützen uns die Leute, wenn sie unsere Musik hören und abfeiern! Dann ist es auch egal ob aufs Handy gestreamt, oder auf Omas Plattenspieler, egal ob illegal aus dem Netz gesaugt oder dick aufgeschraubt im CD-Player im Auto – wenn die Leute uns feiern dann feiern wir auch!



Pix666: Gibt es irgendwelche Bands, mit denen ihr gern mal zusammen auf Tour gehen würdet oder mit denen ihr gemeinsam auf einem Festival spielen würdet?

Alexander: Für mich gibt es da einen ganz klaren Favoriten, nämlich Behemoth! Auch wenn dies wahrscheinlich maximal auf einem Festival passieren würde, da wir musikalisch eventuell weniger in ein entsprechendes Tour-Lineup passen würden.

Sebastian: Vorband von Black Sabbath wäre nice … aber halte ich für ehr unwahrscheinlich… ansonsten wäre ein Abend mit Satyricon recht geil, oder gerne auch wieder mal mit den Leuten von Illdisposed!

Aber mich würde auch mal wieder freuen, mit den Leuten von Dubiosis, Kali Yuga, Deserted Fear oder Eridu  auf der Bühne zu stehen und Backstage abzufeiern!


Pix666: Wärt ihr lieber eine Metal Band der 80er und 90er Jahre gewesen oder passt das für euch alles, wie es ist? Welche Vor- und Nachteile seht ihr für euch als Band in den 2000ern aktiv sein, gegenüber dem guten, alten analogen Zeitalter?

Alexander: Mmmh gute Frage, darüber muss ich mal grübeln. Letzten Endes hat schon alles so seine Bewandnis, wie es ist. Tatsächlich würde mir aber irgendwie die analoge Zeit manchmal etwas mehr zusagen, da damals einfach die Märkte noch nicht so mit einer Vielzahl an Bands geflutet waren. Alles war noch etwas mehr auf Mundpropaganda aufgebaut.

Sebastian: Ja, da schließe ich mich mal dem Alex an… Alles hat seine Daseinsberechtigung, und nur weil ich einige Sachen die heute „in“ und modern sind nicht so ganz nachvollziehen kann, heißt ja nicht gleich, dass es schlecht ist… der Band-älteste!


Pix666: Habt ihr während der Zeit der Kontaktbeschränkungen und Veranstaltungsverbote auch mehr Zeit für eure Hobbies gehabt, als sonst – oder sind sogar neue Hobbies dazugekommen?

Alexander: Sooo viel hat sich bei mir gar nicht verändert. Neben der Band und Musik /dem Gitarrespielen zocke ich noch sehr gerne Magic The Gathering, ein Sammelkartenspiel. Natürlich waren im letzten Jahr nur sehr eingeschränkt Turniere und Treffen diesbezüglich möglich.

Man beschäftigt sich dann halt einfach auf digitalem Wege mehr damit. Z.B. Spiele via Webcam oder Ausweichen auf Online-Varianten wie XMage. Ansonsten (wie klischeehaft :D) bin ich auch wesentlich mehr in der Natur unterwegs gewesen und habe etliche Wanderrouten neu für mich entdeckt.

Sebastian: Da Musik eigentlich mein größtes Hobby ist, habe ich die Zeit die durch die Kontaktbeschränkung frei wurde hauptsächlich mit meinen Kindern und meiner Frau verbracht oder gerne auch mal am Fluss beim Angeln.


Pix666: Was habt ihr in den vergangenen Monaten am meisten vermisst und worauf freut ihr euch am Meisten, wenn die einschränkenden Maßnahmen wieder gelockert werden oder die Grenzen weltweit wieder öffnen?

Alexander: 2 Dinge, kurz und schmerzlos: 1. Konzerte mit der Band und 2. Magic the Gathering-Turniere (Nerd ahoi! )

Sebastian: Konzerte, große Partys mit Freunden oder der Familie und Urlaub am Meer!


Pix666: Gibt es noch was, was ihr den Fans mit auf den Weg geben möchtet, vielleicht ein paar zusätzliche, neue Infos über Path of Destiny?

Alexander: Danke für euren langjährigen Support an alle! J Wir haben noch 2 weitere Videos in der Pipeline die sicher die eine oder andere Überraschung für euch bereithalten werden, so viel sei verraten.

Sebastian: Bleibt alle gesund – wir vermissen und freuen uns auf euch!


Pix666: Vielen Dank für die interessanten Antworten und viel Erfolg mit dem Album – Bleibt gesund!


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Fotos © Path Of Destiny