QUICKIE DER WOCHE: Das Kurzinterview mit Konstantin Michaely (Death Cult 69)

von Marko Jakob | 05.01.2022 |


Pix666: Hallo Konstantin. Danke für deine Zeit. Ich hoffe, du hattest ein schönes Weihnachtsfest und dir geht es gut.

Konstantin: Ich hatte schöne Feiertage, du hoffentlich auch? Danke für das Interview!


Pix666: Ja bei mir war auch alles bestens an Weihnachten. Konstantin, du bist ja nun schon seit einiger Zeit sehr erfolgreich mit deiner Band Wisborg unterwegs. Was war der Grund für die Gründung der neuen Band Death Cult 69 und was sind musikalisch die Unterschiede zu Wisborg?

Konstantin: Mein Musikgeschmack ist unheimlich divers. Doom Metal war ein wichtiger Teil meiner musikalischen Sozialisierung als Teenager und kam lange vor dem Gothic Rock. Durch die Pandemie und den Ausfall fast aller Konzerte hatte ich zum ersten Mal seit langem wieder Zeit und Kapazität für neue Projekte. Die Gitarre runter zu stimmen und wieder Songs zu schreiben, die auf Riffs statt wie bei WISBORG auf Akkordfolgen und Melodien basieren, war unheimlich kathartisch und hat mich meinen musikalischen Wurzeln wieder näher gebracht.


Pix666: Nun ist am 31.12.2021 der erste Tonträger ‚Join The Cult‘ erschienen. Wovon handeln die beiden Songs?

Konstantin: Death Cult 69 ist eine Konzeptband. In den Stücken geht um eine Sekte, die dem trügerischen und sinnlosen Treiben der Menschen den Rücken kehrt und zelebriert, dass die Welt dem Untergang geweiht ist. Um aus „The End Of Days“ zu zitieren: „Embrace the end with a smile / Come follow me into the light / No more pain, no more fear, just white“.



Pix666: Die EP gibt es als digitale Version und auch als Musikkassette. Wo kann man die Kassette bestellen und denkst du, die Fans kaufen sich ‚Join The Cult‘ als reines Sammlerstück, oder wird der eine oder andere seinen Kassettenrecorder aus dem Keller holen?

Konstantin: Das ist mir im Endeffekt egal, Hauptsache, sie kaufen es. (lacht) Spaß beiseite, natürlich ist die Soundqualität von Kassetten nicht überragend, aber ich persönlich lege trotzdem hin und wieder gerne eine ein. Davon abgesehen steht und fällt der Reiz von physischen Produkten für mich mit der visuellen Aufbereitung. Ich habe an alles was ich release den Anspruch, dass man es sich auch ungehört gern ins Regal stellen würde, und mit dem stylischen Design von Gaburrr und Kollaps (He)Artwork ist das definitiv gelungen. Die Tapes sind auf 69 handnummerierte Exemplare limitiert und exklusiv bei uns erhältlich – schnell zuschlagen, bevor sie ausverkauft sind: jointhedeathcult.bandcamp.com


Pix666: Bist du selbst auch ein Fan oder Sammler der klassischen Tonträger, wie LP, MC oder CD? Weisst du noch, welches dein erstes selbst gekauftes Album war?

Konstantin: Ich höre Musik größtenteils digital. Ein physisches Produkt kaufe ich nur, wenn mich sowohl die Musik als auch das Artwork anspricht und ich das Produkt als Ganzes einfach gern mein Eigen nennen würde. An mein erstes selbst gekauftes Album kann ich mich leider nicht mehr erinnern.


Pix666: Zur deiner neuen Band Death Cult 69 gehört neben dir außerdem noch Luc Lacroix, der seit geraumer Zeit auch bei Wisborg an den Drums sitzt. Wie teilt ihr euch die Arbeit an den Songs auf, oder machst du das alles alleine?

Konstantin: Die Drums schreiben wir zusammen, der Rest kommt von mir.



Pix666: Zum Song ‚Join The Cult‘ ist auch ein Video erschienen – wer hatte die Idee zu diesem Clip und wer hat euch dabei unterstützt?

Konstantin: Der Visualizer stammt von Antti Honka, dem Drummer von Khroma. Luc hatte für seine Post-Metal-Combo HAVEN bereits in der Vergangenheit mit ihm gearbeitet und ihn empfohlen.


Pix666: Bist du eigentlich ein Fan von Statistiken, und schaust immer mal rein, wieviele Streams ihr auf Spotify habt, und wieviele Leute die Videos anschauen und aus welchen Ländern die Hörer sind?

Konstantin: Natürlich, das ist wahnsinnig spannend. Death Cult 69 läuft ja gerade erst an, da gibt es noch nicht viel auszuwerten. Bei WISBORG dagegen bin ich zum Beispiel immer wieder überrascht, wie viele Fans wir im Ausland haben – insbesondere in Amerika.

Pix666: 2021 habt ihr mit Wisborg einige, tolle Liveauftritte gehabt. Plant ihr für die Zukunft auch Konzerte mit Death Cult 69?

Konstantin: Ja, da haben wir Bock drauf. Bezüglich der Liveumsetzung gibt es vorher allerdings noch Einiges zu organisieren. Mal schauen, wann wir es auf die Bühne schaffen.


Pix666: Euer Bandname klingt aus meiner Sicht richtig toll und ist wie geschaffen dafür, um Merch aller Art zu bedrucken. Hat die Auswahl des Bandnamens einen bestimmten Grund gehabt, oder schaut man mit einem Auge tatsächlich ein bisschen auf die Vermarktungsmöglichkeiten, die ein Bandname mit sich bringen kann/könnte?

Konstantin: Der Name Death Cult 69 ist eng verknüpft mit dem Bandkonzept. Dabei ging es weniger um Vermarktungsmöglichkeiten als darum, die plakative Natur der Musik zu untermalen. Hands down, der Name ballert einfach. (lacht)



Pix666: Wie hat sich eigentlich die Corona Pandemie auf die Arbeit mit deinen Bands ausgewirkt? Gab es große Unterschiede bezüglich Planung, Organisation, Bandproben etc.?

Konstantin: Es gab kaum noch fixe Termine, an denen man Abläufe hätte orientieren müssen. Das hat alles etwas entzerrt und Raum geschaffen für Nebenprojekte wie Death Cult 69.


Pix666: Es scheint so, als würdest du dich fast die ganze Zeit mit Musik beschäftigen – hast du trotzdem noch das ein oder andere Hobby, welches rein gar nichts mit Musik zu tun hat?

Konstantin: Tatsächlich nicht. Dafür fehlt mir neben Job und Bands einfach die Energie.


Pix666: Gibt es noch was, was du den Fans mit auf den Weg geben möchtest – oder gibt es vielleicht noch ein paar Neuigkeiten über deine anderen Bands?

Konstantin: Mehr Death Cult 69 ist in Arbeit, und auch mit WISBORG werden wir dieses Jahr alles andere als untätig sein! Vielleicht gibt es in der zweiten Jahreshälfte auch Neues von Morgue Poetry, doch ich will nichts versprechen.

Pix666: Vielen Dank für die interessanten Antworten und viel Erfolg mit der neuen Band – Bleib gesund!


https://www.facebook.com/jointhedeathcult

Fotos © Laguz Photography